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QoS - Nice to have oder Notwendigkeit?


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verfasst von: Maren Beaufort  10|5|2006

 
 
Spätestens mit Voice over IP ist Quality of Service (QoS) populär geworden. Dies jedoch begleitet von sehr kontroversen Auffassungen. So ist bis dato die Debatte über Bandbreite versus QoS noch nicht zu Ende und viele Unternehmen betreiben ihre VoIP-Systeme ganz ohne Quality of Service. Der Grund: Noch ist QoS ein Kostentreiber.

 

© GN-Netcom

Wien – Als »zu teuer« wird QoS oft unüberlegt aus dem Budget gestrichen. Was allerdings für Privatanwender ein Argument sein mag, ist für die Business-Kommunikation eine Milchmädchenrechnung. Teuer wird QoS bisweilen tatsächlich noch durch Umstellungskosten einer bestehenden LAN-Netzstruktur auf QoS-fähige Netze. Die notwendigen professionellen Switches sind ab etwa tausend Euro erhältlich. Über kurz oder lang wird sich damit indes niemand mehr auseinandersetzen müssen. In vielen Unternehmen genügt ohnehin bereits eine Aktivierung vorhandener Switches. Würde man heute eine komplett neue LAN-Infrastruktur aufbauen ist die Differenz vergleichsweise marginal.

In MPLS-Netzen müsste allein das mehr in QoS-fähige Router investiert werden. Betitelt als Label-Switch-Router bieten diese einen größeren Hauptspeicher und leistungsfähigere Prozessoren, mittels derer die für QoS typischen höheren Netzfähigkeiten realisiert werden. Wie auch im WAN üblich kann diese Infrastruktur alternativ gemietet werden. Vom Provider wird dann nicht nur das Netzwerk bereitgestellt, sondern auch der zuverlässige und sichere Betrieb inklusive Monitoring und SLA-Überwachung garantiert. Bei reiner Priorisierung von Voice-Diensten sollte entsprechend mit einem »mehr« von rund 20 Prozent gerechnet werden.

WARUM QOS?
Trendige Voice- und Multimedia-Anwendungen über IP führen aktuell zu einem Wandel vom leitungsvermittelnden Sprachnetz zum paketorientierten Sprach- und Datennetz. Kosteneinsparungen bis zu 30 Prozent sollen damit erreicht werden. Neue Herausforderung dieser Entwicklung: Von der herkömmlichen Telefonie ist eine homogene Dienstqualität bekannt, die dazumal mit einem Prozent Maximalverlust festgelegt worden ist. Im Unterschied dazu werden in konsolidierten Netzen heterogene Daten zyklisch in Paketen versendet. Dieses unter Verzicht auf vergleichbare Standardisierung von Grade of Service Parametern.

Paketverluste durch periodisch hohe Netzauslastung verursachen starke Signalverzerrungen, vor allem beim Einsatz von komprimierenden Sprachcodecs. Gefordert sind also bei paralleler Übertragung von inhomogenen Daten kontrollierte Ressourcen-Vergabe und zugesicherte Dienstqualität. Sinnvoll ist daher eine Priorisierung von Echtzeitdiensten wie beispielsweise Sprache und die Festlegung messbarer Qualitätsmerkmale. »Andernfalls wird Business-Kommunikation mittelfristig unmöglich«, herrscht in Fachkreisen Einigkeit. Zu einer qualitätsgesicherten Lösung bedarf es jedoch beidem: Bandbreite und QoS-Parametern. Dehnbar ist diese Definition lediglich in ihrer Ausprägung, wiel LAN, WAN und WLAN unterschiedliches Handling erfordern. Denn im WLAN lässt sich die Bandbreite nicht so einfach erweitern und ist überdies unvorhersehbaren Schwankungen auf Grund wechselnder Entfernungen ausgesetzt. Dessen ungeachtet bleiben die Bandbreiten der Core Backbones dem zu erwartenden Bedarf auf absehbare Zeit voraus.

Eine Netzdimensionierung orientiert sich primär an der Nachfrage nach Kapazität in der Hauptlaststunde, ebenso die Kosten für Breitbandnetze. Müsste die verfügbare Bandbreite allerdings an jeder Stelle und zu jedem Zeitpunkt den maximal möglichen Verkehr aufnehmen können, würde der Netzbetrieb unerschwinglich. »Intelligence at the Edge, Performance at the Core« scheint daher zielführend. QoS schafft ebenso wenig neue Ressourcen wie es die notwendige Netz-Dimensionierung ersetzen kann; hilft aber beim intelligenten Umgang mit Reserven und garantiert Dienstleistungsgüte zwischen Sender und Empfänger. Erreicht und dem Kunden garantiert werden heute bereits sportliche QoS-Parameter von Laufzeitverzögerungen unter hundert Millisekunden, Jitter (kurzzeitige Instabilitäten) unter 20 Millisekunden und Paketverluste von unter 0,1 Prozent. »Mit QoS können eingedrungene Viren und Würmer keine kritischen Dienste anderer QoS-Klassen verdrängen oder lahm legen«, so Michael Marsanu, CTO bei Funkwerk Enterprise Communications.

Grundlage für QoS bildet eine Aufteilung der Daten in verschiedene Verkehrsklassen wie zum Beispiel elastischer Fluss ohne nennenswerte Anforderungen an die Verzögerungszeit (Mail), inelastischer Fluss mit strengen Anforderungen an die Verzögerungszeit wie VoIP und semi-elastischer Fluss mit begrenzten Ansprüchen. Während für ATM – gegenwärtig im Konzentrationsnetz eingesetzte Technologie – eindeutige Servicekategorien standardisiert sind, besteht im IP-Netz ein Nebeneinander von verschiedenen Standards. Etabliert sind IntServ, DiffServ und MPLS. Mittels MPLS wird sowohl die Netzleistung erhöht, als auch eine Gütespezifizierung erreicht. Angesichts fehlender Standardisierung wird MPLS noch nicht netzübergreifend angewendet, womit eine globale QoS-Garantie noch nicht möglich ist.






 




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