
US-Familien gegen MySpace
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| verfasst von: Roland Kissling | 18|7|2006 | |
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| Das Social-Networking-Portal MySpace.com ist eine beinahe einzigartige Online-Erfolgsgeschichte. Jetzt bekommt die Plattform aber massive politische Probleme. |
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Das Social-Networking-Portal MySpace.com ist eine beinahe einzigartige Online-Erfolgsgeschichte. Nach zweieinhalb Jahren sind am Portal rund 93 Mio. Nutzer registriert. Die Wachstumsraten weisen steil nach oben, vor kurzem wurde man zum populärsten Webangebot in den USA gekürt. 30 MIO. DOLLAR SCHADENERSATZ Doch nun bekommt die Plattform soziale Probleme, denn in den USA werden soziale Netzwerke zunehmend als Tummelplatz für Sexualverbrecher und Pädophile verteufelt. Erst im Juni hatte eine texanische Mutter MySpace auf 30 Mio. Dollar Schadenersatz geklagt. Ihre 14-Jährige Tochter sei von einer MySpace-Bekanntschaft nach einem realen Treffen auf einem Parkplatz sexuell belästigt worden. Auch andere Fälle sexueller Belästigung wurden bekannt: Ein 22-Jähriger aus Wisconsin soll über MySpace eine 14-Jährige kontaktiert und sich an ihr vergangen haben. Ein 27-Jähriger aus Connecticut wird eines sexuellen Übergriffs auf eine 13-Jährige beschuldigt. Der Betreiber solle nun zahlen, weil die Altersüberprüfung bei der Registrierung nicht ausreichend sei. Die Firmen-Policy ist zwar grundsätzlich durchaus restriktiv: Offiziell kann man erst ab 14 Mitglied werden, und erst ab 16 kann man von Personen außerhalb der Freundesliste kontaktiert werden. Allerdings beruht diese Überprüfung auf einer freiwilligen Alters-Angabe bei der Anmeldung, weitere Überprüfungen gibt es nicht. Die gelegentliche Kontrolle der Nutzerprofile auf minderjährige User ist dem Anwalt der klagenden Mutter zu wenig. Der US-Kongress will nun den Zugang zu Social-Networking-Portalen per Gesetz einschränken ("Deleting Online Predators Act"). So soll die Website ZB in öffentlichen Schulen und Büchereien nicht mehr aufrufbar sein. Schulbetreiber fürchten nun aber, dass die sozialen Netzwerke damit nur noch interessanter würden. Rupert Murdochs News Corp. hat als Besitzer von Myspace eine Werbekampagne gestartet, die Eltern und Kinder aufklären soll, wie sie sich besser vor Übergriffen schützen können. Unter anderem wirbt auch Kiefer Sutherland aus der Fox-Serie "24" mit einem 20-sekündigen Videoclip für Myspace. Der Gegenwind kommt vom Zeitpunkt her denkbar ungünstig, denn MySpace plant gerade den Sprung über den großen Teich: Demnächst will man von Großbritannien aus auch nach Deutschland und Frankreich expandieren. |
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