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Wikipedia-Mitbegründer launcht Konkurrenz-Produkt


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verfasst von: Roland Kissling  18|9|2006

 
 
"Citizendium" will mit dem gegenwärtigen Wikipedia-Artikelstand für eine Intellektualisierung sorgen und lästige Streithansel aussperren.

 
Für den ehemaligen Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger ist die "Amateurausrichtung" des Projekts ein grundsätzliches Problem. Zwar gebe es eine Vielzahl an hervorragenden Artikeln, allerdings würde die Anonymität der Autoren zu unerwünschten Phänomenen wie niveaulosen Autorenstreits, Hackertum und Spaßvögeln führen.

Statt sich mit anderen Wikipedia-Mitarbeitern über die grundsätzliche Ausrichtung des Projekts zu streiten, wird Sanger stattdessen laut Heise Online ein Konkurrenz-Projekt initiieren. "Citizendium" eine professionelle Wissenssammlung mit professionellen Redaktionsprozessen werden und vor allem Akademiker anlocken. Autoren sollen künftig dazu verpflichtet werden, ihren Namen und eine bestätigte Mail-Adresse anzugeben. Im Fall von Streitigkeiten soll ein Redaktionsteam über die beste Variante entscheiden. Zudem soll es eigene Aufpasser geben, die über die Einhaltung der Regen wachen. Wer Redakteur werden kann, soll sich aus bestimmten Mindest-Qualifikationen bestimmen. Eine rein akademische Plattform will auch Sanger nicht.

Die erste Beta-Version von Citizendium soll bereits Ende September bereit stehen. Und sie birgt durchaus Sprengstoff in sich: Sanger will nämlich den aktuellen Stand der Wikipedia unter Beibehaltung der GNU Free Documentation License (FDL) übernehmen und nach und nach verbessern. Weitere Sprachvarianten sollen folgen.

BESSER DAS ALTE BEWAHREN
Ob die User allerdings auf das bislang unbekannte Projekt wechseln werden, darf bezweifelt werden – wenn die Review-Prozesse zu kompliziert werden: Sanger scheiterte bereits einmal mit „Nupedia“, einer hochqualitativen Wissens-Enzyklopädie. Während das aus Spaß erstellte "Nebenprodukt" Wikipedia explodierte, fanden sich für Nupedia bald keine Autoren mehr.

Auch Vertreter der deutschen Wikipedia-Gemeinde zeigten sich in einer ersten Reaktion skeptisch. "Es ist besser, an der Verbesserung des Bestehenden zu arbeiten", so Martin Haase, Linguistikprofessor und Vorstandsmitglied im Verein Wikimedia Deutschland, gegenüber Heise Online. Zudem würden Studien zeigen, dass die meisten Autoren bereits jetzt über einen hohen Bildungsabschluss verfügen.






 




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