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Web 2.0 ist große Herausforderung in Unternehmen


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verfasst von: Roland Kissling  20|9|2006

 
 
Das Übertragen von erfolgreichen Web-2.0- und Social-Software-Konzepten auf Unternehmensprozesse ist von Fehlannahmen und Missverständnissen geprägt.

 

© Greutol

Das Übertragen von erfolgreichen Web-2.0- und Social-Software-Konzepten wie Wikis, Weblogs, Tags und RSS Feeds aus der privaten Internet-Welt auf interne und externe Unternehmensprozesse ist vielerorts von Fehlannahmen und Missverständnissen geprägt. Zu diesem Schluss sind die Teilnehmer einer Expertenrunde zum Thema "Next Generation Media" beim österreichischen Staatspreis für Multimedia & e-Business in Wien gekommen. Viele Unternehmen würden übersehen, dass es sich bei den genannten Netz-Phänomenen teilweise immer noch um soziale Randerscheinungen handle. "Das erschwert eine 1:1-Umsetzung auf Organisationsstrukturen natürlich erheblich", meinte etwa Bruno Haid, Leitung Strategie bei system one.

GROSSES POTENZIAL
Was die externe Kommunikation eines Unternehmens mit seinen Kunden betrifft, orteten jedoch alle Diskussionsbeteiligten enormes Potenzial durch den Einsatz von Web-2.0-Konzepten. "Um Kundenansprüchen heutzutage gerecht zu werden, müssen Unternehmen einen 'Tag der offenen Tür' 356 Tage im Jahr anbieten", ist Markus Hübner, Geschäftsführer brandflow, überzeugt. Unternehmen müssten sich bewusst sein, dass Konsumenten sich noch nie so nahe an der Kasse - nämlich nur einen Mausklick entfernt - befunden hätten, wie heute. Darüber hinaus hätten Studien gezeigt, dass Mundpropaganda, auch im Sinne von Web-2.0-Communities, mittlerweile zum wichtigsten Marketinginstrument geworden sei, so Hübner.

INTITIALZÜNDUNG SCHWIERIG
Dennoch - der Startschuss von einer Kultur des Befehle gebens zu einer Kultur des Diskutierens und Teilens von Information ist oft schwierig. "Innerhalb von Unternehmen sind Mitarbeiter normalerweise kaum aktiv an der Produktion von Content beteiligt. Die meisten der Web-2.0-Tools wie Blogs oder Wikis leben aber gerade von dieser aktiven Content-Produktion ihrer Anwender", gibt Thomas N. Burg, Gründer Social Software Lab zu bedenken. Um das Potenzial von Web 2.0 und Social Software auch intern optimal auszunutzen müssten folglich auch Motivationsanreize für die Mitarbeiter geschaffen werden, um derartige Tools zu benutzen. Als besonders delikate Problemstellung wertete Burg in diesem Zusammenhang die Frage, was mit dem produzierten und organisationsintern zur Verfügung gestellten Content passiere, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlasse.

"Die interne Weitergabe von Wissen ist für ein Unternehmen enorm wichtig - das kann durch derartige Tools natürlich entscheidend verbessert werden", ist auch Stefan Tweraser, Leiter Marketing Retail Telekom Austria, überzeugt. Wie Burg ortet er aber ebenfalls eine Motivationsherausforderung. "Der Mitarbeiter muss vom aktiven Einsatz des Tools letztlich profitieren. Wenn der Chef anruft und den öffentlichen Einträgen in einem firmeneigenen Blog oder Wiki Beachtung schenkt, dann ist das für den Mitarbeiter relevant", meint Tweraser. Die technischen Möglichkeiten allein würden eine erfolgreiche Implementierung in Unternehmensstrukturen nicht gewährleisten, Tweraser. (pte/kiss)






 




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