
VAT kritisiert Genehmigung der eTel-Übernahme durch Telekom Austria
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| verfasst von: Oliver Weiss | 16|4|2007 | |
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| "Das Kartellgesetz verbietet Zusammenschlüsse, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Da diese marktbeherrschende Stellung der TA bereits vor dem Deal nachweislich vorgelegen war, ist es für uns unverständlich, wie die Genehmigung hat zustande kommen können", sagte VAT-Präsident Berthold Thoma. |
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"Die Wettbewerbsbehörden haben gegen den Wettbewerb entschieden", kommentierte Berthold Thoma, Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT), die Genehmigung der eTel-Übernahme durch die Telekom Austria AG (TA). "Das Kartellgesetz verbietet Zusammenschlüsse, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Da diese marktbeherrschende Stellung der TA bereits vor dem Deal nachweislich vorgelegen ist, ist es für uns unverständlich, wie die Genehmigung hat zustande kommen können." Die TA habe in ihrer OTS-Aussendung vom 12.4.2007 überdies sogar selbst betont, ihre Position im Geschäftskunden- und Breitbandmarkt durch die Übernahme von eTel nun weiter ausbauen zu können und zu wollen. "Wir sind schon auf die Argumente gespannt, die die Wettbewerbsbehörden davon überzeugt haben, dass durch diesen Deal trotzdem nicht die marktbeherrschende Stellung der TA verstärkt wird", so der VAT-Präsident, der deshalb eine Veröffentlichung der Genehmigungsentscheidung forderte, um diese prüfen zu können. Eine Auflage des Deals ist der Verkauf eines Glasfaserringes und die Rückgabe von WLL-Funklizenzen. Die Trennung werde für die TA nicht weiter schmerzhaft sein, da sie ohnehin bereits über beides verfüge. Nach den dem VAT vorliegenden Informationen sind die Auflagen daher ungenügend und einseitig, da sie sich nur auf die Infrastruktur beziehen und den Wettbewerb, die Kunden und den Markt nicht genügend beachten. Für die TA sind die Nachteile laut VAT minimal, für den Wettbewerb und für die Konsumenten gravierend. eTel-Kunden hätten sich bewusst für einen alternativen Telekom-Netzbetreiber entschieden. Jetzt fänden sie sich plötzlich bei der TA wieder. "Zusätzlich ist die Weiterführung der Marke eTel irreführend, da dem Kunden vorgegaukelt würde, er wäre bei einem alternativen Betreiber, dabei ist er wieder beim Ex-Monopolisten gelandet", so Thoma. Dazu kommt noch, dass Kunden während der gesamten Kundenbindungsfrist an die TA gebunden bleiben und nach Beendigung des Vertrages die Kosten für den Umstieg auf Produkte eines alternativen Betreibers erneut zu zahlen haben. "Der Deal liegt also sicher nicht im Interesse des Kunden und ist schon gar nicht im Sinne des Wettbewerbs und der Liberalisierung", so Thoma abschließend. Die Übernahme von 100 Prozent an der eTel durch die TA für rund 90 Mio. Euro war bereits im Dezember 2006 vereinbart worden. Verkäufer sind internationalen Investoren. Der Abschluss der Transaktion wird jetzt laut Telekom Austria innerhalb der nächsten Wochen erwartet. eTel hatte in den vergangenen Jahren eine Reihe namhafter Internetprovider wie EUnet, KPNQwest, Tiscali und Nextra aufgekauft, ist neben Österreich auch in Mittel- und Osteuropa tätig und erzielte zuletzt mit 450.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 120 Mio. Euro. Aus Sicht von Experten ergibt für die Telekom Austria die Übernahme von eTel – nach vielen Akquisitionen im Mobilfunkbereich ist es der erste Zukauf in der Festnetzsparte seit langem – viel Sinn. Die Gruppe bringt 225.000 Kunden ein. Davon sind rund 75.000 Business-Kunden. (pte/oli) |
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