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Der Rattenschwanz des Web 2.0


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verfasst von: Frederick Staufer  22|8|2007

 
 
"Perpetual Beta" lautet eines der Schlagwörter, die das Web 2.0 charakterisieren.

 

© Go Web 2.0

Web 2.0 ist momentan der absolute Megatrend.« Diesen Schluss mutet sich nicht etwa die Jeti-Tant’ zu, sondern die renommierte Gartner Group. Der anhaltende Boom ist in der Tat erstaunlich und erinnert mit seinem gigantisch steigenden Benutzer-Zuspruch frappant an das rapide Aufkeimen des Webs erster Ordnung in seiner Urzeit vor nicht einmal fünfzehn Jahren. Und doch unterscheidet sich das Web der Gegenwart in vielen Dingen grundsätzlich von seinem »bi(t)ologischen« Vorgänger. Es kursieren viele Punzierungen, die sowohl Grundzüge als auch Verfassung und Entwicklung des Web 2.0 einfangen wollen – und alle haben sie irgendwie recht. »Alles ist so wunderbar nebulos. Es gibt keine klare Definition«, betont Anton Fricko, EMEA-Programm-Manager im Bereich Start Emerging Technologies von IBM. Für ihn stellt das Web 2.0  »eine Zwischenstufe zum voll animierten dreidimensionalen Internet« dar.

Auf alle Fälle fußt das von der Einser- in die Zweier-Version mutierte Web auf dem revolutionären Schritt von seiner einstigen passiven Nutzung durch die User hin zu aktiver Mitgestaltung. Jeder, der sich in eine der vielen Communities einbringt, kann jetzt Autor, Reporter, Moderator oder Schauspieler sein – ob als »Wikianer«, »Blogger«, »Tagger«, »Self Broadcaster« und so weiter. Kurzum: »Das Web 2.0 lebt vom Mitmachen seiner Stars«,  analysiert Franz Novak von Sun Microsystems. Wem schnöde Bestellungen auf Amazon oder der Tauschbörse Ebay freilich zu wenig sind, kann etwa auf »Imstar« vorbeisurfen, um sich dort in seiner Wunsch-Anatonomie in Form eines selbst kreierten Avatars zu häuten (Anm.: die Betreiber der Site sind im Herbst Pleite gegangen). Spätestens dann ist es höchste Zeit, in die faszinierende Scheinwelt von »Second Life« einzutauchen und sich dort gleich mit den Schlagzeilen des Avastar (der virtuellen Ausgabe der Bildzeitung) auf dem Laufenden zu halten. Flickr bezieht seine Faszination in der Beschlagwortung, dem Tagging, selbst gemachten Fotos, die freizügig der Community zur Verfügung gestellt werden.

Auf dieser Basis tauscht man sich gern mit anderen Nutzern aus – auch deswegen, weil weder Zwänge noch Vorschriften bestehen. Die Massen hat die Site in Anfangszeiten aber auch vor allem durch zwei bis drei Releases pro Tag angezogen. Daher wird im Zusammenhang mit Web 2.0 auch von der »ewigen Beta-Version« gesprochen. Das Rad muss permanent in Schwung gehalten werden, um die Community zu verzücken. Nicht Brot und Spiele, wie bei den Römern, sondern Bits und Bytes stillen in der modernen Welt den Appetit der Massen.

DIE MASSE NUTZT JETZT BEKANNTE TECHNOLOGIEN
Doch was macht den Hype von der biederen »Social Software«, wie diese Kategorie noch vor drei, vier Jahren eher müde belächelt wurde, zum glamourösen Web 2.0 von heute sonst noch aus und warum all das gerade jetzt? »Weil Nutzung, Inhalterstellung und der Aufwand dafür massiv einfacher geworden sind«, meinte Robert John von Microsoft Österreich bei einem Con.ect-Event. »Selbst geschossene digitale Bilder im Web zu posten,  das alles ist gegenüber früher viel einfacher geworden.« Gerade diese »User Experience« sei für die rasante Entwicklung verantwortlich. Keine Überraschung ist, dass sich in erster Linie die Jugend auf den Seiten austobt, wie Nutzerstudien belegen.»Nichts ist ein Ergebnis, sondern Anfang für den nächsten Prozess oder den nächsten Service«, beschreibt Thomas Burg von Factline Webservices die Dynamik und lokalisiert zwei Grundmodelle des Web 2.0: Jene, die auf Collaboration aufbauen – etwa Wikipedia – sowie »emergente« Formen. Letztere entspringen etwa aus einem bestimmten Anlass, einem Task oder einem Mitteilungsbedürfnis.

Andreas Blumauer von der Semantic Web School gliedert das Thema in fünf Kategorien: »User Generated Content; Tagged Content, Social Networks, Mash-upped Content sowie Personalized Content.« Gemeinsam sind ihnen Unmengen von Daten, die permanent neu generiert werden. »Die Währung im Web sei der Link, der muss vorhanden sein«, so Burg. Grundsätzlich sei mit Web 2.0 ein riesiger Datenraum entstanden, der Kommunikation und Interaktion begünstige. »Data is the intel inside«, lautet das Dogma und erhellt, warum Plattformen wie beispielweise Google, Yahoo oder Youtube daran interessiert sind, möglichst viele Daten auf ihren Sites zu aggregieren.






 




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