COMPUTERWELT · TOP1001 · IT-Heads · IT-Stellen · IT-Termine · CW.tv · Seitenclicke · E-Paper



Online-Jobbörsen verbessern ihre Reichweiten


Textgröße:
verfasst von: Rudolf Felser  31|10|2007

 
 
Das E-Recruiting ist weiter auf dem Vormarsch.

 
Die verbesserte Arbeitsmarktlage, die anziehende Konjunktur und die starke Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hinterlassen ihre Spuren auch in den Reichweitenstatistiken der Jobbörsen. So ermittelte das US-Unternehmen Comscore, das sich auf Reichweiten-Messungen von Unternehmenswebseiten spezialisiert, im September beachtliche Zuwachsraten für den europäischen E-Recruiting Sektor.

An der Spitze der europäischen Karriereportale liegt Monster, das gegenüber dem Vormonat eine Zuwachsrate von 19 Prozent erreichten, nicht zuletzt aufgrund einer intensiven Werbekampagne in den klassischen und Online Medien. Die gleichen Zuwachsraten erreichte die Jobbörse der staatlichen französischen Arbeitsvermittlung ANPE mit ebenfalls 19 Prozent. Die Gesamtzahl aller Unique Visitors liegt zwar gegenüber Monster auf einem um mehr als die Hälfte niedrigeren absoluten Niveau, allerdings bezieht sich dieser Besucher-Traffic auf ein einziges Ziel-Land (Frankreich), während beim Monster-Karriereportal der Webtraffic aus 18 verschiedenen europäischen Ländern kumuliert wird.

Hier offenbare sich eine methodische Schwäche des Comscore-Verfahrens, analysieren die Branchenbeobachter von Crosswater Systems, da eine Differenzierung auf Länderebene nicht stattfinde beziehungsweise nicht veröffentlicht werde. Demzufolge werden europaweit tätige Karriere-Netzwerke wie Monster, StepStone oder CareerBuilder mit landesspezifischen Jobbörsen wie zum Beispiel ANPE in Frankreich oder Jobcentreplus in Großbritannien verglichen.

Eine ebenfalls beachtliche Wachstumsrate bei den Total Unique Visitors erreichte das Stepstone Karrierenetzwerk in Europa mit 18 Prozent gegenüber dem Vormonat. Stepstone ziele bei der Stärkung der Besucherreichweite im Gegensatz zu Monster nicht unbedingt auf kostenintensive Print- und TV-Kampagnen, sondern nutze die Methoden der Online-Suchmaschinen-Optimierung, um die gleichen Ziele zu erreichen, so Crosswater Systems.

ONLINE IST BELIEBT UND EFFEKTIVER
Monster wiederum hat seine eigenen Nachforschungen angestellt. "Europäische Großunternehmen nutzen für Stellenausschreibungen fast nur noch das Internet und entgegnen somit dem lokalen Fachkräftemangel", teilt das Unternehmen in einer Aussendung mit. Zu diesem Fazit gelangt das Online-Stellenportal in seiner am Dienstag, präsentierten StudieRecruiting Trends 2007 - European Union, die in Kooperation mit dem Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Frankfurt und Bamberg erstmals erstellt wurde. "Der Hauptvorteil für Unternehmen liegt darin, dass Online-Ausschreibungen die effektivste Form sind, wie kommuniziert werden kann. Zudem ist der Kostenfaktor ausschlaggebend", sagt Ramona Kesch, Sprecherin Monster Worldwide Deutschland, gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass mehr als 70 Prozent aller offenen Stellen nicht mehr traditionell, sondern online ausgeschrieben werden. Jede zweite Position erscheint sogar in einem Jobportal und 56 Prozent aller EU-Einstellungen basieren auf Stellenanzeigen im Internet. Der Ländervergleich zeigt deutlich, dass 45 Prozent der tausend befragten größten europäischen Unternehmen internationalen Rekrutierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren eine hohe Bedeutung zumessen.

Ein Drittel der befragten Unternehmen in der EU nutzten schon jetzt ausländische Jobportale und weitere 20 Prozent wollen diesen Schritt auch künftig gehen. Laut den Studienautoren nimmt der "War of Talent" auf gesamteuropäischer Ebene verstärkt zu, wobei zwei Drittel der Befragten damit rechnen, dass sich der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in naher Zukunft noch zuspitzen wird. Ausdruck dieses Fachkräftemangels ist, dass nur 40 Prozent der Großunternehmen der hohen Nachfrage ein entsprechendes Angebot gegenüber sehen und somit verstärkt auf internationales Recruiting setzen.

"Internationales Recruiting wird künftig einen noch wichtigeren Stellenwert bekommen als bisher. Für österreichische Unternehmen liegen daher große Potenziale in den wirtschaftlich florierenden Regionen Zentral- und Osteuropas", sagt Florens Eblinger, Geschäftsführer von Jobfinder Austria. "Die positive ökonomische Entwicklung, demographische Faktoren sowie die relativ geringe Mobilität der Arbeitssuchenden führen zu einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte - und dies ... in ganz Europa", sagt auch Marco Bertoli, Monster-Geschäftsführer Central Europe. So entwickeln sich viele Unternehmen weiter, um dem Online-Trend zu entsprechen, bieten elektronische Bewerbungsformulare an und optimieren damit ihre Datengrundlage für weiterführende E-Recruiting-Prozesse. (rnf/pte)






 




Scoop
 SIEHE AUCH

 KNOW-HOW

 TERMINE

powered by APA-IT