
Mittels Virtualisierung der SAP-Landschaft lässt sich brachliegendes Potenzial besser nutzen
Textgröße: ![]() |
||
| verfasst von: Thomas Mach | 17|12|2008 | |
|
|
||
| Virtualisierung bringt enormen Mehrwert, auch wenn sinkende Hardware-Preise das Kostenargument zunehmend obsolet werden lassen. |
||
![]() |
Vor allem im SAP-Umfeld wurden die Rufe nach Kostenreduzierung und Flexibilität in den vergangenen Monaten immer lauter. Diese lassen sich allerdings nur durch eine tiefgreifende Dynamisierung der Landschaften erreichen. Konzepte, die hier Abhilfe schaffen, könnten die Betriebskosten »um bis zu 33 Prozent« senken, erklärt Ralph Treitz, CEO des Optimierungs-Spezialisten VMS. »In einer Welt sinkender Hardwarepreise stellt sich die Frage, ob Virtualisierung einen echten Mehrwert bringt.« Immerhin, betont Treitz, würden die Kosten »für eine Reihe dedizierter Server« heute deutlich geringer ausfallen als noch vor wenigen Jahren. Der Manager verweist auf die unternehmenseigene Erfahrung: »Aus der Vermessung von mehr als 1.700 SAP-Systemen können wir aufzeigen, dass aufgrund der sinkenden Hardware-Preise immer mehr IT-Abteilungen dazu neigen, Performance über mehr Hardware-Einsatz zu erreichen.« Dies führe allerdings zu einer sinkenden durchschnittlichen Auslastung der SAP-Server, »womit ein nicht unbeträchtlicher Teil der Ersparnis durch sinkende Einkaufspreise verloren geht«. Die typische durchschnittliche Auslastung eines SAP-Datenbank-Servers betrage derzeit etwa 40 Prozent. Bei Applikations-Server liege der Wert durchschnittlich nur bei 30 Prozent, in manchen Unternehmen sogar nur bei zehn Prozent. VORTEILE ERKENNEN Virtualisierung lohne sich besonders, wenn »damit auf Dynamik der Systeme reagiert« werden könne. »Zum Beispiel, wenn sich die Lastprofile der zu virtualisierenden Systeme ergänzen.« Etwa bei Unternehmen, die mehrere SAP-Systeme im Einsatz haben. Ein Paradefall sei Virtualisierung dem Manager zufolge für Outsourcing-Anbieter, »da diese aus ihrem Geschäft heraus über viele SAP-Systeme verfügen«. »Leider müssen Anbieter hier immer noch Überzeugungsarbeit bei Kunden leisten, deren Verständnis von Outsourcing nicht der Bezug einer Leistung ist, sondern die Verlagerung der eigenen Systeme. Der Tatsache, dass sie in einem virtuellen Umfeld keine eigene Hardware mehr identifizieren können, stehen manche potenzielle Outsourcing-Kunden kritisch gegenüber. Diese Ansicht ist aber überholt.« BESSERE AUSLASTUNG BEI GERINGEREN KOSTEN Bei der Definition einer Server-Landschaft gelte als oberstes Ziel »die Lastanforderungen mit möglichst niedrigen Kosten zu erfüllen«. Unter Kosten seien dabei nicht nur die einmaligen Investitionen, sondern auch die laufenden Kosten für Wartungsgebühren, Strom, Kühlung, Rechenzentrum-Platz, operativen Betrieb oder Schulung zu verstehen. »Gerade hier punktet die Virtualisierung. Neben besserer Server-Auslastung liegen virtualisierte SAP-Umgebungen auch bei Strom- und Wartungskosten, Platzverbrauch im Rechenzentrum sowie operativen Betreuungskosten niedriger als herkömmliche Betriebsumgebungen.« Noch größere Vorteile würden virtualisierte Systeme in Bezug auf Flexibilität und Ausbaufähigkeit zeigen. »Dynamische Anforderungen nach weiteren Systemen für Tests, Software-Rollout, Integration von Unternehmenskäufen der Abspaltung von Unternehmensteilen oder schlicht für sich änderndes Geschäftsvolumen sind heute eher Regel als Ausnahme.« Diese Anforderungen könnten mittels Virtualisierung aber »einfacher, stressfreier, schneller und kostengünstiger« umgesetzt werden. Der Manager hat zahlreiche Beispiele für gelungene Virtualisierungs-Projekte parat. So wurden etwa bei der Auswahl einer neuen SAP-Server-Landschaft von »den jeweiligen konzerneigenen IT-Dienstleistern zweier großen Firmen« unabhängig voneinander dedizierte und virtualisierte Konzepte analysiert. »Für die jeweilige SAP-Landschaft standen sich das virtualisierte Konzept auf Basis einer IBM Power-Lösung und eine dedizierte x86-Lösung, ebenfalls von IBM, gegenüber«, erläutert Treitz. Es zeigten sich aber nicht nur Kostenvorteile. »Es wurde deutlich, dass die Maßeinheit SAP Application Performance Standard (SAPS) nicht mehr als Vergleichskriterium dienen kann.« Durch den überwiegenden Wegfall des so genannten White Space, eines Teils des Servers, der über die Zeit nicht ausgelastet sei, würden für die virtuelle Umgebung in Summe deutlich weniger SAPS benötigt. VIRTUELLE LANDSCHAFTEN Während sich die Virtualisierung einer ganzen SAP-Landschaft eher für große Firmen mit einer entsprechenden Anzahl von Systemen anbiete, könne auch der Mittelstand »die Vorteile der Virtualisierung über den Weg des Outsourcings« nutzen. Treitz verweist auf eine hauseigene Studie, in derem Rahmen 25 SAP-Systemlinien von mittelständischen Firmen in Bezug auf dediziertes und virtualisiertes Outsourcing untersucht wurden. »Dediziert bedeutet, dass die SAP-Systeme des Unternehmens auf festgelegten Servern durch den Outsourcer betrieben werden. Virtuell bedeutet, dass die Systeme in einer virtualisierten Umgebung des Outsourcers aufgehen. Natürlich existieren weiterhin die jeweiligen SAP-Systeme. Nur der Server, auf dem sie betrieben werden, ist eben eine virtuelle Maschine«, führt der Manager aus. Würde der Abstand der einzelnen Systeme mit Best-Practice-Kosten verglichen, »kann der Outsourcer virtualisiert im Schnitt um zehn Prozent preiswerter anbieten, als in einer dedizierten Umgebung«. In Einzelfällen könnte die Ersparnis sogar bis zu 33 Prozent betragen. »Je mehr Dynamik die Umgebung des Outsourcing-Kunden ausweist, je höher liegt der Vorteil.« LANGFRISTIG PLANEN Besonders wenn größere Investitionen in neue Server anstünden – »ob Inhouse oder im Outsourcing« – käme kaum jemand um das Thema Virtualisierung herum. Dabei stelle sich die Frage nach dem richtigen Virtualisierungs-Anbieter und -konzept. »Ebenso wie vor einigen Jahren bei der Frage der unterstützten Betriebssysteme ist auch bei den Virtualisierungskonzepten damit zu rechnen, dass SAP nicht jedes Produkt dauerhaft unterstützen wird.« Für einen problemlosen Betrieb und Support der SAP-Landschaft sei eine technische Abstimmung mit der Virtualisierungsschicht erforderlich. »Unter den SAP-unterstützten Lösungen gibt es softwaretechnische Virtualisierungskonzepte und proprietäre Lösungen von Hardwareanbietern. Populärster Vertreter der softwaretechnischen Virtualisierung im SAP-Umfeld ist heute VMware, aber auch zunehmend das Open-Source-Produkt Zen. Anders sind die Konzepte der Serverhersteller, etwa von IBM oder HP. Diese seien laut Treitz fest an Hersteller-Hardware und ein bestimmtes Betriebssystem gebunden. »Hier sind eine kompetente Beratung und eine genaue Definition des eigenen Bedarfs an Performance und Zuverlässigkeit unabdingbar, um den richtigen Anbieter und das richtige Konzept zu finden.« In Zukunft würden immer mehr SAP-Systeme auf virtuellen Umgebungen zu finden sein, da ist sich der Experte sicher. »Auf diese Weise können sowohl Konzerne als auch mittelständische Unternehmen signifikante Kosten im Betrieb ihrer Systeme einsparen. In Zeiten steigenden Kostendrucks und der Forderung nach flexiblen IT-Strategien ist dies unabdinglich.« |
|
|
|
|
|









