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Auswege aus dem Netzwerk-Dilemma dringend gesucht


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verfasst von: Thomas Mach  5|5|2010

 
 
Optische Netze bis zum Kunden sind schon lange die Vision vieler Anbieter. Doch die Probleme liegen im Detail, etwa in gänzlich unterschiedlichen technologischen Herangehensweisen. Hier treffen Vorurteile auf Vorteile und führen zu viel Verwirrung.

 

© BrandXPictures

Der Bedarf an Bandbreite wächst nach wie vor rasant; egal ob im Privatkunden- oder im Unternehmens-Segment. Herkömmliche Kupferadern reichen bereits heute kaum mehr aus, als Alternative kommt immer wieder die Glasfaser ins Spiel. Das Ziel lautet: ein Glasfaseranschluss für jeden Kunden.

»Der Glasfaser gehört die Zukunft, die Frage ist nur, auf Basis welcher Architektur«, betont Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects beim  Netzwerkspezialisten Keymile. Um Kunden anzuschließen, würden zwei optische Zugangstechnologien zur Verfügung stehen – einerseits passive optische Netze (PON) und andererseits Ethernet-Punkt-zu-Punkt-Netzstrukturen mit aktiven Komponenten (Ethernet-PtP). »PON verwendet passive optische Splitter, um das Signal aufzuteilen und eine Glasfaser für mehrere Kunden zu nutzen.« Platziert sei der Splitter entweder in einem Außengehäuse oder direkt im Kabelweg. »Diese Art der Netzstruktur entspricht einer Punkt-zu-Multipunkt-Struktur. Dagegen erhält bei Ethernet-PtP-Netzstrukturen jeder Teilnehmer eine eigene Glasfaser, die an einem Zugangsknoten – einem optischen Konzentrator – terminiert wird.« Der vermeintliche Vorteil von PON-Systemen sei, dass ein Netzbetreiber in der Investitionsphase Geld sparen würde, weil »er nicht so viele Glasfasern verlegen muss, als wenn er von Anfang an auf eine Ethernet-PtP-Struktur setzen würde«.

Doch der Schwachpunkt sei der optische Splitter. »Steigt der Bandbreitenbedarf, muss diese Komponente möglicherweise ersetzt werden. Die anfängliche Stärke geringerer Investitionskosten verwandelt sich im Laufe eines mehr als 20-jährigen Lebenszyklus der Glasfaserinfrastruktur in eine Schwäche – denn bei steigendem Bandbreitenbedarf muss aufgerüstet werden.«

BESTEHENDE VORURTEILE ENDGÜLTIG AUSRÄUMEN
Ein weiteres Vorurteil sei, dass PON sich universell für alle Einsatzgebiete eignen würden, betont Pollak. Oder auch, dass passive optische Netze einfach zu administrieren, unkompliziert im Betrieb und mit ausreichenden Sicherheitsfunktionen ausgestattet seien, gehöre ins Reich der Gerüchte. »Auf den ersten Blick spricht für passive Netze, dass die Splitter weder eine eigene Energieversorgung, Klimatisierung noch Management-Tools benötigen, was den Betrieb dieser Netze vereinfacht. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn bei PON-Systemen müssen durch das Shared Medium der Punkt-zu-Multipunkt-Struktur komplexe Netzstrukturen gewartet werden.«

Ein einzelner defekter Netzabschluss im PON-Baum könne den gesamten Datenverkehr lahmlegen. »Um dann den Fehler zu lokalisieren und die Ursache für die Störung zu ermitteln, müssen möglicherweise alle optischen Netzabschlüsse vor Ort überprüft werden«, erklärt Pollak. Im Gegensatz dazu minimiere sich der Aufwand bei der Fehlersuche mit einer dedizierten Faser pro Teilnehmer bei Ethernet-PtP wesentlich. »Aufgrund der PtP-Architektur kann jede Strecke einzeln bis zum Kunden identifiziert und das Problem schneller behoben werden. Damit verringern sich auch die Kosten im laufenden Betrieb.«

Unternehmen mit hohen Sicherheitsstandards sollten dem Anschluss an ein passives Netz nicht zustimmen, empfiehlt Pollak. Da PON ein Shared Medium sei, »bei dem alle optischen Netzabschlüsse sämtliche Downstream-Daten erhalten«, seien die übermittelten Daten »nur unzureichend« vor Hackerangriffen geschützt. »Sollte die Verschlüsselung geknackt werden, ist ein Zugriff auf die Daten aller Teilnehmer des PON-Baums möglich«, warnt der Fachmann.






 




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