COMPUTERWELT · TOP1001 · IT-Heads · IT-Stellen · IT-Termine · CW.tv · Seitenclicke · E-Paper



Big Brother Award startet wieder durch


Textgröße:
verfasst von: Roland Kissling  22|10|2004

 
 
Innenminister Strasser ist gleich zwei Mal nominiert, erste prominente Unternehmen wie Microsoft wehren sich bereits gegen die Nominierung.

 

© Archiv

Innenminister Strasser ist gleich zwei Mal nominiert, erste prominente Unternehmen wie Microsoft wehren sich bereits gegen die Nominierung.

In ganz Europa formieren sich die Datenschützer unter dem Label der „Big Brother Awards“. Die Österreicher sind dabei besonders emsig. Über hundert Einreichungen für 2004 sind zwar etwas weniger als 2003, aber immer noch deutlich mehr als im Nachbarland Schweiz. Die Veranstalter treten gegen den Ausbau des Überwachungsstaates, den Handel mit persönlichen Daten und die Einschränkung der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter ein. Die Nominierungen erfolgen nach verschiedenen Kriterien, von Business und Finanzen über Politik, Behörden und Verwaltung, Kommunikation und Marketing, Lifetime Achievement und People's Choice. Die Gewinner der Kategorie „People’s Choice“ werden vom Publikum via Internet vergeben.

Innenminister Strasser wurde gleich zwei Mal nominiert: zum einen für seinen Vorstoß, die Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen, Zügen, etc. zu legalisieren. Zum anderen für "nacheilenden Gehorsam" gegenüber Deutschland, der grenzüberschreitende Verfolgung eines Verdächtigen vorsieht, ohne dass eine Straftat begangen worden ist. Auch die Innen- und Justizminister von Schweden, Frankreich, Irland und England stehen für ihren Vorschlag der "Data Retention" auf der Liste: gefordert wird, alle Kommunikationsdaten wie Telefon, E-Mail, Internet, P2P, ICQ, etc. präventiv 3 Jahre oder sogar länger zu speichern.

Prominente Unternehmen, die dieses Jahr auf der Anklagebank sitzen, sind die Post AG, der Verein für Anti-Piraterie (VAT), Camel, Hutchison „3“, Linz Strom, Siemens, Microsoft und Google. Letzteres beherberge nicht zuletzt durch das umstrittene Gmail und das Sozial-Netzwerk Orkut eines der umfassendsten Informationszentren, mit einem erheblichen Anteil an persönlichen Informationen.

MICROSOFT WILL KEIN BIG BROTHER SEIN
Microsoft unterdessen wehrt sich bereits gegen die Big Brother Vorwürfe aufgrund seiner Pro-Haltung zu Software-Patenten. Microsoft Pressesprecher Thomas Lutz schreibt in einer Aussendung, Microsoft vertrete in Bezug auf den Bereich Software-Patente in Europa keine singuläre Position, sondern unterstütze vielmehr die fundierten, breiten Interessen der europäischen Wirtschaft. Ohne entsprechenden Rechtsschutz können ganz besonders einzelnen Forschern und kleinen Firmen ihre besten Ideen gestohlen werden. Lutz zeigt sich verwundert, dass Microsoft für seine europaweit gesamtwirtschaftlichen Interessen und Positionen ohne fundierte Begründung an den „virtuellen Pranger“ gestellt wird.






 




Scoop
 SIEHE AUCH

 KNOW-HOW

 TERMINE
 SERVICES

Passwortcheck - auf der Webseite des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich. Prüft die Qualität eines Passwortes.
Virencheck � Sicherheitsprüfung von Symantec gegen Viren und Online- Bedrohungen.
Security-Check - Der Sicherheitsratgeber zeigt anhand eines Expertensystems auf, in welchem Ausmaß Ihre Infrastruktur vor unerwünschten Angreifern gefährdet ist.


powered by APA-IT