
Big Brother Awards vergeben
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| verfasst von: Roland Kissling | 27|10|2004 | |
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| Was haben die EU-Innenminister, eine Grazer Disco, Hutchison „3“, Linz Strom, Elisabeth Gehrer und einige Wiener Amtsärzte gemeinsam? Richtig, sie sind die unglücklichen Gewinner der Datenschützer-Awards, die nun aber auch selbst zum Anlass der Kritik werden. |
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Was haben die EU-Innenminister, eine Grazer Disco, Hutchison „3“, Linz Strom, Elisabeth Gehrer und einige Wiener Amtsärzte gemeinsam? Richtig, sie sind die unglücklichen Gewinner der geteerten und gefederten Big Brother Awards. Diese sind europaweit bereits zu einer Art Institution geworden und werden an alles verliehen, was sich der Verletzung der Privatsphäre verdient gemacht haben könnte. In der Kategorie "Politik" kamen wie schon zuvor in den Niederlanden die EU-Innen- und Justizminister von Schweden, Frankreich, Irland und Großbritannien zum Zug. Ihre Verfehlung: Der Vorschlag zu "Data Retention", bei der alle Verkehrsdaten aus Telefon, E-Mail, Internet, P2P, ICQ, etc. drei Jahre oder sogar länger gespeichert werden sollen. Den ersten Preis in der Kategorie "Business und Finanzen" erhielt diesmal die Grazer Disco "World of Nightlife". Besucher werden dort nicht nur per Fingerabdruck authentifiziert, sondern auch gleich via Webcams live ins Internet übertragen. Die Kategorie "Behörden und Verwaltung" wurde diesmal von einigen Wiener Amtsärzten dominiert. Sie sollen ihre ärztliche Schweigepflicht gebrochen und persönliche Daten von Patienten ohne Bedenken an andere Behörden weitergegeben haben. Die Kategorie "Kommunikation und Marketing" geht an den Mobilfunker Hutchison „3“ Österreich für den Dienst 'Friendfinder'. Damit können andere "3"-Kunden über GPS auf Knopfdruck genau lokalisiert werden. Die über die Stimmen von Internet-Besuchern vergebene Kategorie "People's Choice" ging an Linz Strom. Die Firma soll eine Reihe unschöner Maßnahmen gesetzt haben, um das unangenehme Thema Funkstörungen aus den Medien zu bringen. Die Big Brother Vergabe in Österreich ist jedoch nicht ohne kritische Stimmen geblieben. Neben Microsoft-Pressesprecher Thomas Lutz zeigten sich auch andere Branchenexperten verwundert über oberflächlich begründete Nominierungen, Auslassung wichtiger anderer Themen und eine Sprachwahl ("Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis"), die den Verunglimpften „Geteerten und Gefederten“ an Schonungslosigkeit um nichts nachsteht. |
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