
Google: Von der Suchmaschine zum Desktop-Tool
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| verfasst von: Roland Kissling | 23|8|2005 | |
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Google dringt mit seinen neuen Tools immer stärker in die Domänen von Microsoft, Skype oder AOL ein. Zur Suche gibt es nun auch Bildbetrachtung und Dateiverwaltung, demnächst soll ein Instant Messenger folgen. Das vermutet jedenfalls die New York Times aufgrund von Insider-Informationen. Schon morgen soll Google ein Konkurrenzprodukt zu den Messenging-Tools von AOL, MSN, Yahoo oder ICQ veröffentlichen. Das News-Portal Neowin.net glaubt, dass die neue Software das Open-Source-Protokoll Jabber verwenden wird. Ein Mitarbeiter des Portals konnte jedenfalls in einem Testversuch unter der Adresse talk.google.com einen Google-Server mit Jabber-Protokoll ausmachen. Allerdings ist unklar, ob man mit dem neuen Tool auch telefonieren wird können. Die Konkurrenten von Google haben allerdings einen riesigen Startvorteil: AOL wird alleine in den USA von rund 40 Mio. Menschen genutzt, der Yahoo Messenger von etwa 20 Mio. und der MSN-Messenger von ca. 14 Mio. Falls es sich tatsächlich um Internet-Telefonie handelt, wie schon mehrfach gemunkelt wurde, könnte auch Skype mit seinen 5,3 Mio. festen Usern unter dem neuen Google Werkzeug leiden. Erst am Montag hatte Google die neue Desktop Software 2.0 kostenlos veröffentlicht, die Microsoft weiter auf die Pelle rückt. Sie bietet eine clevere Suchfunktion inklusive Kontakten, Terminen und E-Mail, die auch Programme starten, beliebte Dokumente aufrufen und Bilder betrachten kann. Microsoft und Google dringen damit wechselseitig in ihre Hauptdomänen ein: während Redmond viel Geld in seine neue MSN-Suchmaschine butterte, wartet Google Zug für Zug mit kleinen Erweiterungen für Windows auf. Wie bei den "Widgets" von Apple hat man auch beim Google Desktop Zugriff auf häufig genutzte Anwendungen und Informationen, die sich sowohl auf der eigenen Festplatte, als auch im Internet befinden können. Die Schnittstellen dafür sind offen, Google ermuntert Programmierer, weitere Zusatz-Funktionen zu entwickeln. Offensichtlich will man auf lange Sicht die bessere, schnellere und nutzerfreundlichere Windows-Oberfläche liefern. "Wenn es eine einfachere und effizientere Nutzeroberfläche für Windows gibt, dann kommt sie sicherlich eher von Google als von Microsoft", meint Richard Holway, Analyst von Ovum. Die Business-Pläne sind grundverschieden: Während Microsoft nur an der Software verdient, nimmt Google wieder ausschließlich an den Anfragen für die Suchmaschine ein. |
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