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Im Interview: Staatssekretär Franz Morak zum IKT-Standort Österreich


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verfasst von: red.  1|12|2005

 
 
"Die Veränderung passiert im Kopf - und passiert sie nicht im Kopf, passiert sie nirgendwo." Wir befragten Staatssekretär Franz Morak über seinen Werdegang, seine Einschätzung des IKT-Standortes Österreich und die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft.

 

© BKA

"Die Veränderung passiert im Kopf - und passiert sie nicht im Kopf, passiert sie nirgendwo." Wir befragten Staatssekretär Franz Morak über seinen Werdegang, seine Einschätzung des IKT-Standortes Österreich und die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft.

CW: Was war Ihre persönliche Motivation, in die IT-Branche einzusteigen?

Morak: Hier geht es um eine ganz zentrale Zukunftsbranche. Allerdings sollten wir nicht nur über die technischen Weiterentwicklungen reden. Die neuen Technologien prägen unser tägliches Leben mehr und mehr. Auch die Fragen "Wie gehen wir damit um?", "Welche Inhalte werden transportiert?" sind mir als Medienstaatssekretär ganz wichtig. Gerade die letzten Wochen - Österreichs Präsenz in Tunis beim WSIS aber auch beim letzten Ministertreffen zu E-Government - bestärken mich darin. Österreich ist auf einem sehr guten Weg.

CW: Was sehen Sie heute und in Zukunft als die größten Herausforderungen im IT-Bereich?

Morak: Moderne Technologien verändern unser Leben und Arbeiten tagtäglich. Es gilt, dem Nutzer einen Mehrwert zu bieten um auf diesem „Schnellzug“ aufzuspringen. Die Integration der gesamten Bevölkerung in die Informationsgesellschaft ist eine Herausforderung, die Wirtschaft und Politik nur gemeinsam bewältigen können. Wie kommen wir zu einer verständlichen Sprache und nutzergerechten Gestaltung der Angebote. Infrastruktur- und Serviceausbau müssen Hand in Hand gehen. Die Veränderung passiert im Kopf und passiert sie nicht im Kopf, passiert sie nirgendwo.

CW: Wie beurteilen Sie den IKT-Standort Österreich?

Morak: Der IKT Sektor ist der Hoffnungsbereich für Wachstum und Arbeitsplätze in Europa. Dies wurde auch in der neuen i2010 Initiative der EU-Kommission berücksichtigt. Jetzt gilt es bewußtseinsbildende Maßnahmen zu setzen, wie Unternehmer und Arbeitskräfte in diesen Prozess aktiv miteinbezogen werden können. Österreich hat hier ein großes Potential, insbesondere gibt es in Österreich sehr viele innovative und kreative KMUs im Bereich IKT. Auch das hat Österreich in Tunis am WSIS mit dem e-Austrian content village eindrucksvoll bewiesen.

CW: Was waren 2005 für Sie die positiven (Tops) und negativen (Flops) Highlights im Bezug auf IT?

Morak: Mit dem Verhandlungsergebnis im Bereich Internet Governance zwischen USA und EU, das beim WSIS in Tunis im November beschlossen wurde, sind wir wieder einen Schritt nach vorne gekommen. Persönlich freut mich natürlich das sehr gute Abschneiden Österreichs im E-Europe Benchmarking im E-Government, wo Österreich auf Platz zwei hinter Schweden liegt und die erfolgreiche Implementierung und Weiterentwicklung der e Services in der Verwaltung. Es zeigt sich damit die Vorreiterrolle der österreichischen Verwaltung im europäischen Raum. Aber klar ist, dass noch viel zu tun ist - Stichwort Breitband - damit Österreich im internationalen Wettbewerb weiterhin vorne bleibt.

Biographie Franz Morak:
Geboren 1946 in Graz, Schauspiel- und Regiestudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz und am Reinhardtseminar in Wien. Singer/Songwriter, ab 1980 Produktion von vier LPs/CDs. Tätigkeit als Schauspieler und Regisseur an mehreren Theatern u.a. seit 1974 am Burgtheater, sowie in TV-, Hörfunk-, und Filmproduktionen; zahlreiche Auszeichnungen. Oktober 1994 bis Februar 2000 Abgeordneter zum Nationalrat und Kultursprecher der Österreichischen Volkspartei sowie ORF-Kurator. 1999 Herausgeber des Sammelbandes „Die organisierte Kreativität. Kulturpolitik an der Wende zum 21. Jahrhundert“ zum gleichnamigen Symposion 1999 in Wien. Seit 4. Februar 2000 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt. Am 28. Februar 2003 mit dieser Funktion neuerlich betraut.

Hobbies: Beschäftigung mit Gartenarchitektur
Lieblingsbuch: Daniel Kehlmann: „Die Vermessung der Welt“
Passion: Laufen

Die COMPUTERWELT.at stellt ihnen täglich die hundert wichtigsten Persönlichkeiten der IKT-Branche vor. Alle Statements lesen Sie gesammelt im Jahresend-Special "IKT Markt in Österreich" am 16.12.2005 als Beilage zur Printausgabe.






 




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