
Österreich redet um 61 Prozent zuviel
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| verfasst von: Oliver Weiss | 17|11|2003 | |
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| Laut einer im Auftrag von Mobilkom Austria durchgeführten Studie nur jede dritte Kommunikation als 'tatsächlich notwendig' bewertet. 61 Prozent der Inhalte sind unterhaltsamer Small Talk. |
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Das Institut für systemische Marktforschung MAFOS untersuchte im Auftrag von Mobilkom Austria, worüber Österreich wirklich redet und welches Medium für welche Botschaft verwendet wird. Dazu wurden einhundert Tiefeninterviews durchgeführt und Kommunikationstagebücher ausgewertet, in denen hundert Personen eine Woche lang alle Gespräche aufzeichneten. Das Ergebnis: Trotz neuer Medien wie Handy oder Internet sprechen die Österreicherinnen und Österreicher doch am liebsten persönlich miteinander. 79 Prozent aller Österreicher bevorzugen das direkte face-to-face Gespräch. Nur 14 Prozent reihen das Handy an erster Stelle und ziehen es jedem anderen Kommunikationstool vor. KNAPP DIE HÄLFTE ALLER KOMMUNIKATION VERLÄUFT FACE-TO-FACE Zwischen dem Wunsch, wie man im Idealfall am liebsten kommunizieren würde, und der Realität, wie wirklich kommuniziert wird, klafft aber eine Lücke: Nur 46 Prozent aller Kommunikationsinhalte innerhalb einer Woche werden tatsächlich face-to-face weitergegeben. 54 Prozent sind vermittelte Inhalte und laufen über ein Medium: Handy, E-Mail, SMS oder Festnetz. Innerhalb der Rangliste dieser Medien führt das Handy: 26 Prozent aller Mitteilungen in einer Woche werden via Handy mitgeteilt. NUR EIN DRITTEL DER KOMMUNIKATION IST WIRKLICH NOTWENDIG Die Inhalte, über die die Österreicherinnen und Österreicher sprechen, sind zum überwiegenden Teil rein privat. "Drei von vier Gesprächen drehen sich um private Angelegenheiten. Nur ein Viertel ist beruflich bedingt", erklärt Studienautor Dr. Werner Weißmann, Leiter des MAFOS. "Von allen Kommunikationskanälen hat das SMS den höchsten Anteil an privaten Inhalten, nämlich 95 Prozent. Das Handy wird zu 81 Prozent privat genutzt. Allerdings wird nur jede dritte Kommunikation als 'tatsächlich notwendig' bewertet." Unterhaltsame aber eigentlich nicht notwendige Inhalte machen also 61 Prozent der Gesamtkommunikation Österreichs aus. Wie gefühlsbetont die ÖsterreicherInnen sein können, zeigt sich daran, dass 59 Prozent aller Inhalte emotional sind und nur 41 Prozent einen sachlichen Charakter haben. KEIN TELEFONSEX IN ÖSTERREICH Gefühle, Liebeserklärungen, Sorgen und Freuden teilen sich die Österreicherinnen und Österreich fast ausschließlich direkt mit. "Gerade auf der Beziehungsebene vertrauen 91 Prozent aller Befragten nur auf das Vier-Augen-Gespräch. 94 Prozent begründen das damit, dass sie so besser auf ihren Gesprächspartner eingehen können", so Weißmann. Liebes-SMS werden zusätzlich zum persönlichen Kontakt versendet: Etwa 15 Prozent der Österreicher (18 Prozent bei der Altersgruppe bis 29 Jahre) versenden ab und zu eine liebe Botschaft mit 160 Zeichen. SMS UND E-MAIL FÜR DIE UNANGENEHMEN DINGE Zum Telefonhörer des Festnetzapparates greifen die Befragten vor allem dann, wenn Behördenkontakte abgewickelt werden müssen oder der Kontakt innerhalb der Familie gepflegt werden soll. Für Appelle ist das E-Mail das beliebteste Medium: 18 Prozent der Österreicher schreiben ein E-Mail, wenn sie einen beruflichen oder privaten Partner auffordern, etwas für sie zu tun. us diesem Grund wird der E-Mail-Kommunikation auch der Status "wichtigste berufliche Kommunikationsform" verliehen. 35 Prozent stufen E-Mails als besonders wichtig für den Job ein - vor dem Handy (26 Prozent). "Die schriftliche Kommunikation wird aber auch dann bevorzugt, wenn unangenehme Dinge oder Inhalte mit einer höheren Hemmschwelle kommuniziert werden. 26 Prozent wählen SMS und 27 Prozent E-Mail, weil sie sich ansonsten nicht trauen würden, etwas zu vermitteln", berichtet Weißmann. Gleichzeitig ist aber bei der mobilen Kurznachricht SMS die Gefahr am größten, dass der Sender missverstanden wird (78 Prozent). |
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