Facebook-Code beeinflusst Nachrichtenkonsum Facebook-Code beeinflusst Nachrichtenkonsum - Computerwelt

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30.10.2014 pte

Facebook-Code beeinflusst Nachrichtenkonsum

Wenn es um den Konsum aktueller Nachrichten geht, ist die Macht von Facebook mittlerweile größer als diejenige klassischer Journalisten von Tageszeitungen oder TV-Anstalten, wie das Pew Research Center ermittelt hat.

Facebook übt enormen Einfluss auf das Medienleseverhalten seiner Nutzer aus.

Facebook übt enormen Einfluss auf das Medienleseverhalten seiner Nutzer aus.

© Rudolf Felser

Demnach bezieht knapp jeder dritte US-Bürger seine Neuigkeiten über den Facebook-Account, der über einen Algorithmus automatisch interessante Beiträge auswählt. "Facebook wird als Social-Media-Unternehmen für das Nachrichtengeschäft zunehmend das, was Amazon im Bereich des Buchhandels geworden ist - ein Riesenmonster, das den Zugang zu hunderten Mio. von Konsumenten eröffnet und eine gewaltige Macht auf diese ausüben kann", zitiert die "New York Times" aus dem Pew-Research-Bericht. Für traditionelle Medienhäuser habe dies Konsequenzen. "Ihr Erfolg steht und fällt heute kurz gesagt mit dem News-Feed von Facebook", so die US-Forscher. Wer dort seine Nachrichten gut positionieren könne, habe gewonnen.

Bei dem Community-Portal selbst scheint man der eigenen zunehmenden Vormachtstellung im Nachrichtengeschäft aber eher gelassen gegenüberzustehen. "Wir denken eigentlich nicht sehr viel über unsere Auswirkungen auf den Journalismus nach", so Facebook-Ingenieur Greg Marra. Gemeinsam mit seinem Team ist der 26-jährige Computerexperte für die Entwicklung und Implementierung genau jenes komplexen Codes verantwortlich, der auf Basis eines speziellen mathematischen Algorithmus bestimmt, welchen Mix aus Meldungen, Fotos und Videos ein Nutzer in seinem Facebook-Feed zu sehen bekommt.

"Wir ändern den Code ungefähr einmal pro Woche", so Marra. Dabei werde für jede Änderung eine Datengrundlage von tausenden von Statistiken herangezogen. Ausschlaggebend hierfür sind unter anderem Informationen über die Anzahl der Kommentare oder Likes, die eine News-Story generiert, die Länge der Zeit, die User für das Lesen einer Meldung aufbringen, oder die Art des Endgerätes, auf dem die Nachrichten konsumiert werden. "Unser Ziel ist es, jene Inhalte und Themen zu finden, die den jeweiligen User am meisten interessieren", erläutert Marra die Vorgehensweise bei Facebook.

Laut dem Pwe-Bericht haben sich zwar auch andere Internetdienste wie Twitter oder Google News zu gewichtigen Playern im News-Geschäft entwickelt. "Facebook steht aber an der Spitze, wenn es darum geht, eine grundsätzliche Veränderung in Bezug auf den Nachrichtenkonsum der Menschen einzuleiten", betont das Pew Research Center.

Die besondere Stellung der Social-Media-Seite wird auch durch eine Untersuchung der US-Firma SimpleReach bestätigt, derzufolge gegenwärtig bereits 20 Prozent des Traffics auf US-Nachrichtenportalen über einen Umweg via Facebook generiert wird. Auf mobile Endgeräte gerechnet soll dieser Prozentsatz sogar noch deutlich höher ausfallen – Tendenz weiter steigend. (pte)

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