Implementierung von UC: Was Unternehmen beachten sollten Implementierung von UC: Was Unternehmen beachten sollten - Computerwelt

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Implementierung von UC: Was Unternehmen beachten sollten

Laut IDC wird der Markt für Unified Communications (UC) von derzeit 26,2 Mrd. US-Dollar bis 2016 auf rund 38 Mrd. US-Dollar jährlich wachsen. Grund hierfür sind Trends wie Social Collaboration, BYOD und die zunehmende Mobilität der Mitarbeiter. Markus Bucher, Leiter Solution Design Voice & UCC bei Alcatel-Lucent Enterprise, spricht im Interview mit der COMPUTERWELT über den Nutzen, den Unternehmen durch eine bessere Kommunikation erzielen, und über den Return on Investment von UC.

Markus Bucher, Leiter Solution Design Voice & UCC bei Alcatel-Lucent Enterprise, sieht eine steigende Nachfrage nach Multimedia-Kommunikation in Unternehmen.

Markus Bucher, Leiter Solution Design Voice & UCC bei Alcatel-Lucent Enterprise, sieht eine steigende Nachfrage nach Multimedia-Kommunikation in Unternehmen.

© Alcatel-Lucent Enterprise

Beschäftigen sich die Unternehmen schon mit Unified Communications (UC)?
Markus Bucher: Bei Alcatel-Lucent Enterprise haben wir den Eindruck, dass die Unternehmen gerade anfangen zu erkennen und zu akzeptieren, dass BYOD unausweichlich kommt, weil die Mitarbeiter zunehmend ihre persönlichen Endgeräte und Applikationen auch im Arbeitsalltag nutzen. Gleichzeitig beginnen sie auch den Nutzen zu verstehen, den sie aus Multimedia-Kommunikation und der Unterstützung multipler Endgeräte ziehen können. In Österreich bemerken wir eine steigende Nachfrage von Unternehmen nach einer UCC-Infrastruktur mit IP-Telefonie, Instant Messaging und Audio/Video/Web-Konferenzen, und sie zeigen ein großes Interesse an mobilem UC.

Wie würde ein Unternehmen, das die neuesten UC-Lösungen nutzt, technisch idealerweise kommunizieren?

UC wird vielfach als die Lösung angepriesen – aber was bedeutet es eigentlich? Effektives UC integriert Echtzeit- Kommunikation und asynchrone Kommunikation miteinander, um effiziente Geschäftsprozesse zu ermöglichen. Der Hauptnutzen dieser Technologie liegt in der Fähigkeit, über die verschiedensten Endgeräte und Medientypen hinweg eine einheitliche Oberfläche und Nutzererfahrung zu präsentieren. UC ist kein Produkt , sondern eine Lösung, die sich aus einer Vielzahl von Komponenten und Elementen zusammensetzt, wie E-Mail, Instant Messaging, Telefonie, Web-Konferenzen, Online-Chat, Dokumenten-Sharing und Social Media. Der Schlüssel – und der wirkliche Nutzen von UC – besteht darin, alle diese Anwendungen unter einer integrierten Benutzeroberfläche zusammenzufassen und unterschiedliche Endgeräte in die Kommunikation einzubeziehen. Das verstärkt die Zusammenarbeit im Team, beschleunigt die Entscheidungsfindung und optimiert die Geschäftsprozesse.

Einige Unternehmen setzen für die interne Kommunikation auf Instant Messaging statt auf E-Mail. Ist das der richtige Weg?

Es gibt keine Lösung, die für alle gleichermaßen richtig ist. Das Unternehmen und die einzelnen Mitarbeiter müssen herausfinden, welche Form der Kommunikation jeweils angemessen ist. Das hängt vom Inhalt der Kommunikation ab, aber auch vom Sender und vom Empfänger, und die verschiedenen Methoden müssen sich dabei nicht ausschließen. Wenn Sie einem Kollegen eine kurze Anfrage schicken wollen, ist Instant Messaging das geeignete Medium, weil Sie schnell eine Antwort erhalten. Wenn aber eine ausführliche Antwort erwartet wird oder wenn mögliche rechtliche Auswirkungen eine Rolle spielen, ist E-Mail immer noch der beste interne Kommunikationsweg. Es geht nicht darum, dass das eine Medium das andere ablöst. Der „richtige“ Weg besteht darin, Unified Communications zu unterstützen, und zwar in der Form, die für den Mitarbeiter, das Unternehmen und die jeweilige Situation am besten geeignet ist.

Welche Auswirkungen hat dieser vielschichtige Kommunikations-Ansatz auf das Netzwerk?

Viele der Unternehmensnetze, die in den vergangenen Jahren konzipiert und installiert wurden, sind nicht dafür ausgelegt, die breite Palette an Echtzeit-Applikationen und Endgeräten zu managen, die mit dieser vielschichtigen Kommunikation einhergehen. Die Netzsysteme müssen in der Lage sein, den Anstieg an Bandbreite und Kapazität zu verwalten und die Funktionen, Applikationen und Nutzer intelligent und dynamisch zu priorisieren, um sicherzustellen, dass die hochwertige Nutzererfahrung bei der Echtzeitkommunikation nicht durch anderen – weniger wichtigen, asynchronen – Datenverkehr beeinträchtigt wird. Die Antwort? Ein Application Fluent Network, das die Netzleistung optimiert, indem es den Traffic auf der Grundlage von vordefinierten Prioritäten intelligent steuert. Damit wird eine konsistente, hochwertige Bereitstellung von Echtzeit-Applikationen gewährleistet und das Netzwerk bietet automatisch die Zuverlässigkeit, Einfachheit und Sicherheit, die für die Applikationen heute unverzichtbar sind. Die Mitarbeiter erwarten ausreichende Bandbreite für ihre Anwendungen, deshalb ist es wichtig, dass das Netz sich dynamisch an die unvorhersehbaren, sich ständig ändernden Anforderungen der Nutzer von heute anpasst.

Mitarbeiter kommunizieren heute mit ihren eigenen Geräten über Anwendungen wie WhatsApp oder Facebook miteinander. Ist das für die interne Kommunikation eher eine Hilfe oder ein Hemmnis?

Die Popularität der modernen Applikationen wie WhatsApp belegt die Vorliebe für einfach zu bedienende, mobile Sofort-Kommunikation, mit der die Effizienz und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz gesteigert werden können. Generell sollten moderne Unternehmen diese Form der Kommunikation einbeziehen, da sie die Flexibilität und Kreativität der Mitarbeiter fördert.
Der Einsatz von Verbraucher-Apps im Geschäftsleben ist aber auch mit Risiken verbunden. Die IT-Abteilung kann weder steuernd noch schützend eingreifen, was aber dringend erforderlich wäre, wenn die Daten auf unsicheren Mobilgeräten liegen. Einige Unternehmen, insbesondere die KMU, erlauben ihren Mitarbeitern den schnellen Austausch von nicht-vertraulichen Nachrichten über diese privaten Anwendungen. Idealerweise bietet eine professionelle UC-Lösung aber den schnellen, flexiblen und bedienerfreundlichen Austausch von Informationen, den die Menschen von den Verbraucher-Apps kennen, innerhalb eines Systems, in dem Zugang und Management der einzelnen Anwendungen der Kontrolle durch das Unternehmen unterliegen.

Wohin geht die Entwicklung in den nächsten Jahren?

BYOD und die Weiterentwicklung der persönlichen Endgeräte verändern die Kommunikations-Infrastruktur in der Geschäftswelt. Angesichts dieser Veränderungen müssen Unternehmen sich darauf einstellen, wesentlich höhere Bandbreite zur Verfügung zu stellen, und das geht am besten mit einem Application Fluent Network.
Cloud-basierte Services werden eine wichtige Rolle dabei spielen, kleinen und mittleren Firmen und Unternehmen mit hoher Mitarbeitermobilität Zugriff auf umfassende UC-Lösungen zu geben. Und Netzwerke werden so gestaltet sein, dass sie Prioritäten und Service-Levels für die einzelnen Nutzer und Applikationen definieren, um über alle Standorte und Endgeräte hinweg eine einheitliche Nutzererfahrung zu bieten.

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