Tourismus kann von Social Media profitieren Tourismus kann von Social Media profitieren - Computerwelt

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11.03.2015 pi/cb

Tourismus kann von Social Media profitieren

Daten aus Social Media-Analysen öffnen neue Möglichkeiten zur gezielten Entwicklung von Touristenangeboten. Eine aktuelle Wiener Studie der MODUL University Vienna und der Wirtschaftsuniversität Wien über den Nutzen der Fotosharing-Plattform Flickr zeigt Potenzial zum Lenken von Touristenströmen.

Daten und Fotos von Österreich-Touristen auf Social Media-Plattformen wie Flickr können praktische Daten für Tourismusverantwortliche liefern.

Daten und Fotos von Österreich-Touristen auf Social Media-Plattformen wie Flickr können praktische Daten für Tourismusverantwortliche liefern.

© Österreich Werbung/Fankhauser

In einer fächerübergreifenden Studie zwischen Neuer Medientechnologie und Tourismusforschung wurde die Nutzung der Fotosharing-Plattform Flickr für die Tourismuswirtschaft untersucht. Anhand von mehr als 1 Mio. Fotos von Österreich-Urlaubern konnten so beliebte Aufenthaltsorte und Routen ausfindig gemacht werden. Die Informationen sind für Tourismusmanager durchaus wertvoll. Denn Stadtpläne und City-Touren, die auf Grundlage dieser Informationen optimiert werden, können weniger frequentierte Bereiche touristisch neu erschließen. 4,5 Mio. Fotos werden täglich auf der Fotosharing-Plattform Flickr von über 51 Mio. Usern hochgeladen. Viele dieser Fotos werden auf Urlaubsreisen gemacht. Daten aus den Flickr-Profilen von Österreich-Touristen liefern praktische Daten für Tourismusverantwortliche – so der Tenor der aktuellen Studie.

Entscheidend für die Informationen sind die sogenannten Geotags, Längen- bzw. Breitengrade des Aufnahme-Orts, und Beschreibungen zu den Fotos. Deren Auswertung kann unschätzbare Informationen für die Tourismusbranche liefern, wie Irem Önder vom Institut für Tourismus und Service Management erläutert: "Man erkennt ganz konkret, wo Tourist sich in einer Stadt bevorzugt aufhalten – und wo nicht. Mit diesem Wissen können Tourismusmanager rascher auf die Bedürfnisse der Besucher reagieren, gleichzeitig aber auch Maßnahmen setzen, um Touristen auf ebenfalls sehenswerte, aber weniger frequentierte Orte aufmerksam zu machen." Zusätzlich können so Informationen zu Besucherzahlen an Plätzen ohne Eintrittssystem –  wie Parks – gewonnen werden.

Technologie trifft Tourismus
Für die Studie von Irem Önder, Alexander Hubmann-Haidvogel vom Institut für New Media Technology sowie Wolfgang Körbitz von der Wirtschaftsuniversität Wien wurden über eine Mio. Flickr-Fotos untersucht und mehr als 38.000 internationale Touristen in Österreich ermittelt. Die Ergebnisse der Analyse zeigen große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die meisten Urlauber, die Fotos mit dem Hinweis "Österreich" auf ihr Flickr-Profil geladen haben, haben Städte besucht. An der Spitze liegt Wien, gefolgt von Salzburg und Innsbruck. Für die Bundesländer Burgenland und Vorarlberg konnten die wenigsten Touristen auf Flickr gefunden werden. Vergleiche mit Nächtigungszahlen belegen aber, dass deshalb nicht weniger Touristen in diesen Regionen waren. Daten aus Flickr-Profilen zu Österreich sind somit speziell für den Städtetourismus relevant. Reisende fotografieren vor allem Wahrzeichen und andere Attraktionen, die eher in Städten als am Land zu finden sind. Zudem werden bei Aktiv-Urlauben weniger Fotos geschossen als während Städtetrips. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Im Sommer, wo mehr Städtereisen unternommen werden, wird mehr fotografiert als im Winter.

In der Untersuchung wurden Bilder von Flickr mit einem Fotohinweis zu Österreich von internationalen TouristInnen zwischen Jänner 2007 und Dezember 2011 verwendet. Als Vergleichsdaten dienten Informationen aus der Online-Tourismus-Datenbank TourMIS, deren Daten zu Nächtigungen, Ankünften und Kapazitäten von der Statistik Austria stammen. Für die Datensammlung aus Flickr entwickelte Hubmann-Haidvogel eine Applikation, die öffentlich zugängliche Informationen über die User und über deren Fotos, wie Bildbeschreibungen, den geografischen Standort und das Datum der Aufnahme, extrahierte. Dank dieser App konnten 1.183.889 Fotos gewonnen werden und in einem weiteren Schritt wurden 38.080 internationale Touristen unter den Flickr-Nutzern identifiziert.

"Wir brauchen effizientere Wege der Datensammlung, damit Tourismusverantwortliche schneller auf Interessen und Bedürfnisse von Besuchern reagieren können. Herkömmliche Methoden sind aufwändig und dauern lange. Mit unserer Flickr-Analyse haben wir eine rasche und einfache Lösung gefunden", zeigt sich Önder überzeugt von den Vorteilen von Social Media-Daten für die Tourismusbranche.

Die Originalpublikation „Tracing Tourists by Their digital Footprints: The Case of Austria“ ist unter http://jtr.sagepub.com/content/early/2014/12/17/0047287514563985.full.pdf?ijkey=SeRgs5S9bAnBhTQ&keytype=finite abrufbar.

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