Facebook führt in Österreich, Verfolger holen auf Facebook führt in Österreich, Verfolger holen auf - Computerwelt

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19.03.2015 pi/Rudolf Felser

Facebook führt in Österreich, Verfolger holen auf

Facebook wird aktuell von über der Hälfte der österreichischen Internetnutzer verwendet und liegt damit weiterhin vorne, so der Austrian Internet Monitor (AIM) von INTEGRAL. Die Dynamik hat sich jedoch zu anderen Plattformen verschoben, die Early Adopters sind weitergezogen – speziell zu Pinterest und Instagram.

Facebook liegt in Österreich noch immer vorne.

Facebook liegt in Österreich noch immer vorne.

© Rudolf Felser

Die Marktforscher von INTEGRAL werfen mit ihrem Austrian Internet Monitor regelmäßig einen Blick auf die Internetnutzung und -nutzer in Österreich. Den neuesten Zahlen zufolge nutzen vier von fünf Personen in Österreich aktuell das Internet, die täglichen Internetnutzer machen bereits knapp zwei Drittel der Bevölkerung aus. Weitere Zuwächse sind laut AIM zu erwarten, fallen jedoch gering aus. Was sich deutlich verändert, ist die Art der Nutzung: Statt wie früher an stationären Geräten gehen immer mehr User heute mit mobilen Devices ins Internet. Außerdem haben sich die Tätigkeiten, die online ausgeübt werden, intensiviert. Soziale Netzwerke zeigen das beispielhaft auf: Vor zehn Jahren war Facebook gerade ein Jahr alt und hierzulande kaum jemand virtuell vernetzt. Aktuell liegt die Nutzung von Facebook bei 54 Prozent der Internetnutzer. Mittlerweile verzeichnet Facebook jedoch kaum noch Wachstum, die Early Adopters haben sich Neuem zugewendet.

DIGITALE AVANTGARDE
Die überwiegende Mehrheit dieser Vorreiter gehört laut dem AIM der "individualistischen, vernetzten, digitalen Avantgarde" an und definiert sich selbst als Neuem gegenüber aufgeschlossen. Die Sinus-Milieu Forschung bezeichnet sie als Digitale Individualisten. Diese zeigen an, welche Trends für die nächste Zeit zu erwarten sind - oder auch nicht bevorstehen. Zur Erklärung: Die Sinus-Milieus sind eine Segmentierung der User nach "Lebenswelten". Darunter werden grundlegende Wertorientierungen und Einstellungen zu Arbeit und Freizeit, zu Familie und Partnerschaft, Konsum und Politik verstanden.

Instagram etwa hat bereits eine kritische Masse von 14 Prozent der Onliner erreicht. Innerhalb der Digitalen Individualisten ist die Nutzung um zwei Drittel höher. Instagram vermag einen Teilbereich der Facebook-Funktionen zu übernehmen, dort ist sein weiteres Wachstum bereits vorgezeichnet. Noch deutlicher zeigt sich der zu erwartende Zuwachs bei Pinterest, das innerhalb der Digitalen Individualisten drei mal so viele nutzen wie im Durchschnitt.

"Die Digitalen Individualisten nehmen im Internet eine absolute Vorreiter-Rolle ein. Sie sind die ersten, die neue Trends vorgeben, andere Nutzergruppen ziehen nach. Sie zeigen etwa an, dass für Plattformen mit Sharing-Charakter ein starkes Wachstum in der breiten Masse zu erwarten ist", sagt dazu Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL. Der Austrian Internet Monitor ergänzt daher ab sofort die historischen Zeitreihen durch eine Zukunftsprognose mit Hilfe der Digitalen Individualisten.

Gleichzeitig zeigt sich bei manchen Anwendungen, dass diese auch künftig kaum wachsen dürften. Betrachtet man etwa die Bezahlbereitschaft für allgemeine Nachrichten, so ist diese in allen Sinus-Milieus gering ausgeprägt und liegt innerhalb der Digitalen Individualisten sogar unter dem Durchschnitt. Dieses Argebnis des AIM wird auch durch eine aktuelle Forschungsarbeit des US-amerikanischen Media Insight Project bestätigt: Gerade einmal 40 Prozent aller jungen Erwachsenen der "Generation Y" sind demnach bereit, für aktuelle News zu bezahlen. Für viele Heranwachsende zählen News zu einem wichtigen Gut, das kostenlos verfügbar sein sollte. (pi/rnf)

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