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06.05.2015 Sharon Gaudin

Als Google fast gescheitert wäre

Die Nummer acht bei Google und der erste Vice President Engineering sprach heute darüber, wie das weltweit größte Internet-Unternehmen dereinst fast gescheitert wäre.

Urs Hölzle, der geniale Kopf hinter der Google Infrastruktur

Urs Hölzle, der geniale Kopf hinter der Google Infrastruktur

© Wikipedia

Urs Hölzle, Senior Vice President der technischen Infrastruktur sprach heute auf der Collision Konferenz in Las Vegas über die Vermeidung von Versagen, nicht faul zu sein, und warum Google für sein Cloud-Geschäft noch nicht "das Wasser aufdreht".

Der geborene Schweizer Hölzle, der auf der Bühne von Forbes Chefredakteur Bruce Upbin interviewt wurde, gilt als "der" Mann hinter Googles großer Infrastruktur. Er ist für die Gestaltung der Rechenzentren und Server mit Schwerpunkt auf Effizienz und Energieverbrauch bekannt. Dies macht ihn laut Analyst Dan Olds "zu einem der beschäftigtsten und wichtigsten Menschen in der Tech-Industrie".

Hölzle war außerordentlicher Professor für Informatik in Santa Barbara, ehe er als die achte Person bei Google angestellt wurde. Laut ihm liegt der Grund für den Erfolg im Suchmaschinen-Markt klar an der besseren, schnelleren Infrastruktur.

Zeus Kerravala, Analyst bei ZK Research: "Ich erinnere mich, als Google startete dachte niemand ernsthaft daran dass Innovation in diesem Bereich möglich wäre. Dennoch vereinfachten sie die User-Erfahrung und machten die Suche besser als jeder andere."

ALS GOOGLE FAST GESCHEITERT WÄRE

Dennoch wunderte sich Hölzle im Rückblick darüber dass die Firma es geschafft hätte. "Wir hatten etliche Gelegenheiten zu Scheitern, und in manchen Fällen kamen wir diesen ziemlich nahe."

Eine dieser Zeiten war die Dotcom-Krise in den frühen 2000er Jahren. "Ein Jahr nach unserer Gründung platzte die Blase, und es war unmöglich, unsere Finanzierung zu erhöhen", erklärte er. "Wir waren auf einer profitablen Basis - aber nicht in allen Bereichen, so dass wir langsam unser Bargeld aufbrauchten". Man habe hart daran gearbeitet, die Kosten zu reduzieren und zu dem Punkt zu gelangen, wo das Volumen hoch genug sein würde um den Durchbruch zu schaffen. "Wir haben es letztendlich gut gemacht, aber hätte es noch ein Jahr lang länger gedauert, hätte es vielleicht nicht geklappt", so Hölzle. 

Größe und Erfolg seien sowohl Segen, als auch Fluch. Ein Fluch vor allem deshalb, weil man es sich erlauben könne faul zu sein. "Es ist wirklich eine Frage der Kultur", so Hölzle. "Zum Glück haben wir sehr viel Zeit dafür investiert um wirklich gute Leute einzustellen, und diese sind durch Erfolge motiviert und nicht durch ein einfaches Leben".

"STARTUPS HEUTE HABEN ES LEICHTER"

Die Markt-Dominanz von Google heute würde natürlich einige Vorteile bringen. "Es ist ein Segen, weil wir in den ersten zwei oder Jahren nichts ambitioniertes tun konnten, weil es immer darum ging, die nächste Woche zu überleben. Das limitiert den Horizont so sehr, dass Du einen Kompromiss nach dem anderen eingehen musst um das Problem des jeweiligen Tages zu lösen. Mit etwas mehr selbst generiertem Geld kannst Du wirklich die Welt verändern." 

In den ersten Jahren so hart zu arbeiten würde Menschen hungrig machen - und sie arbeiten härter.

Holzle wies auch darauf hin, dass Google beim Cloud-Geschäft nicht auf's Tempo drücken würde, weil man sich vorher auf die Technologie konzentrieren will, bevor man die Schleusen öffnet.

"Wir haben auf jeden Fall den Marketing-Hahn noch nicht voll aufgedreht, weil wir die Menschen durch die Qualität des Produktes überzeugen wollen, nicht durch die Qualität der Anzeige."

Im Moment wachse man sehr schnell und habe Mühe mit der Nachfrage nachzukommen. Man wolle nicht, dass die Kunden dann enttäuscht würden.

Laut Hölzle würden die nächsten fünf Jahre viel größere Fortschritte in der Cloud bringen als die letzten fünf. Heutige Start-ups hätten es viel leichter als sein Team damals - und das sei auch so, wie es sein sollte.

"Ich denke, es kann nie genug Startups geben. Heute können wir einen Knopf drücken und haben weitere hundert virtuelle Maschinen. Das hat die Eintrittsbarriere gesenkt und das ist sehr, sehr gut."

*) Die Autorin ist Redakteurin der Computerworld USA

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