Smartwatch: Gift für E-Mail-Marketing? Smartwatch: Gift für E-Mail-Marketing? - Computerwelt

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30.06.2015 pi/Rudolf Felser

Smartwatch: Gift für E-Mail-Marketing?

Analysten erwarten allein für die Apple Watch in diesem Jahr zwischen 10 und 60 Millionen Verkäufe. Mit zunehmender Bedeutung der intelligenten, vernetzten Uhren steigt nach Ansicht von eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft, auch die Bedrohung für das klassische E-Mail-Marketing.

LG G Watch 2

Sind Smartwatches wie die Apple Watch oder die hier abgebildete LG G Watch 2 der Tod des klassischen E-Mail-Marketing?

© LG

Laut Torsten Schwarz, Leiter der eco-Kompetenzgruppe Online-Marketing, zeigen "Smartwatches nicht mehr die teilweise aufwändig gestalteten HTML-Mails an, sondern nur noch den dazugehörigen Text". Darüber hinaus würden Absender und Betreff stark gekürzt, wodurch lediglich 16 Zeichen sichtbar sind. Doch der Online-Marketing-Experte betont hierbei auch die positiven Aspekte: "Die 16 Zeichen zwingen die Gestalter dazu, kurz und bündig zu bleiben."

"Content Marketing und Einfachheit der Texte werden daher mehr denn je zum Pflichtprogramm", resümiert der eco-Kompetenzgruppenleiter. Egal wie verkürzt die E-Mails beim Empfänger ankommen: Sie brauchen Inhalte, die die Leser wirklich interessieren. "Nicht die Verpackung, sondern nur noch die Qualität des Inhalts entscheidet." Laut Schwarz werde die Smartwatch zudem dafür sorgen, dass eine neue Kategorie des E-Mail-Marketings entsteht: Der Kurz-Hinweis. "Das kann ein Gutschein des Ladens sein, an dem ich gerade vorbeilaufe. Oder die Bestätigung meines aktuellen Punktestandes direkt nach dem Einkauf. Oder auch echte 'Breaking News', die die Welt bewegen – direkt aus der Redaktion", betont der Online-Marketing-Experte. Hier könne das E-Mail-Marketing viel  vom Dienst "Yo" lernen. "Dort geht es um eine sehr einfache Art der Benachrichtigung. Es wird entscheidend sein, dass der Leser schnell und bequem erfassen kann, was der Absender zu sagen hat – wenn er etwas zu sagen hat", so Schwarz.

Genauso wie die Begrenzung beim Kurznachrichtendienst Twitter auf 140 Zeichen, sind die Versender von E-Mails nunmehr gezwungen, sich bei Absender, Betreff und Pre-Header zu beschränken, um leichter lesbar zu sein. In der Smartwatch-Variante wird der Pre-Header auf karge 32 Zeichen gekürzt. Daher müssen diese wenigen Zeichen laut Schwarz das beinhalten, "was ich im Leben verpasse, wenn ich diese E-Mail nicht öffne. 'Torsten, Dein 10-Euro-Gutschein…‘ wäre ein Beispiel dafür". Richtig eingesetzt sieht der Online-Marketing-Experte den Pre-Header quasi als Rettungsanker für die Werbe-E-Mail an.

Ein weiterer Wermutstropfen bleibt: Auch die bisher sehr wichtige Messbarkeit des Erfolgs von E-Mail-Marketing fällt mit den Smartwatches weg. Ob die Mail gelesen wurde oder nicht, konnte bisher mit einem Zählpixel in der HTML-Mail ermittelt werden. Werden jedoch die E-Mails am Armgelenk durchgeschaut, entfällt das. "Da die Öffnungsrate nicht mehr gemessen werden kann, müssen sich die Marketingverantwortlichen wohl noch stärker am direkten Erfolg, wie beispielsweise der Steigerung der Nutzer- und Umsatzzahlen, messen lassen", so Schwarz abschließend. (pi)

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