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01.07.2015 pi/Rudolf Felser

Biegen, nicht brechen: RISC Software optimiert Biegeprozesse für TRUMPF

Um aus mehreren Milliarden Möglichkeiten eines Biegeprozesses in der Fertigungstechnik die optimale auszuwählen, kommt ein Optimierungsalgorithmus von RISC Software zum Einsatz. Was durch einfaches Ausprobieren nicht in einem Menschenleben machbar wäre, erledigt die Software in Minuten.

Biegemaschinen, eine der Produktklassen der TRUMPF Werkzeugmaschinen

Biegemaschinen, eine der Produktklassen der TRUMPF Werkzeugmaschinen

© TRUMPF Gruppe

Mit ihren Produkten aus den Bereichen Werkzeugmaschinen/Elektrowerkzeuge und Lastertechnik/Elektronik gehört die deutsche TRUMPF Gruppe zu den weltweit führenden Herstellern von Fertigungstechnik. Neben Laserschneiden und Stanzen sind Biegemaschinen eine der Produktklassen der TRUMPF Werkzeugmaschinen. Diese Abkantpressen sowie Biegeroboter und lasergehärtete Abkantwerkzeuge werden von der TRUMPF Maschinen Austria GmbH + Co.KG, dem Kompetenzzentrum der Biegetechnologie der TRUMPF Gruppe, produziert.

Für die Programmierung ihrer Werkzeugmaschinen werden von TRUMPF passende Softwarelösungen zur Verfügung gestellt. Eine Vielzahl von automatisierten Prozessschritten unterstützt die gesamte Fertigung von der Erstellung der Geometrie des Werkstücks bis zum fertigen NC-Programm für die Biegemaschine. Genau hier kommt ein innovativer und leistungsfähiger Optimierungsalgorithmus von RISC Software zum Einsatz. Vollautomatisch werden unzählige Entscheidungen getroffen um ein ideales Biegeprogramm für ein Werkstück zu erstellen. Seit der Gründung im Jahr 1992 forscht und entwickelt die RISC Software GmbH für die Wirtschaft. Das Unternehmen steht zu 80 Prozent im Eigentum der Johannes Kepler Universität Linz sowie zu 20 Prozent im Eigentum der Upper Austrian Research GmbH (Land OÖ).

MATHEMATIK FÜR DIE LÖSUNG

Viele untereinander abhängige Einflussfaktoren müssen beim Biegeprozess beachtet werden. Die Reihenfolge der zu biegenden Kanten spielt eine große Rolle. Ungünstig gewählt, kann es schnell zu Kollisionen während des Biegevorganges kommen. Auch die Richtung des Werkstückes beim Einlegen muss berücksichtigt werden. Sehr komplex stellt sich auch die Wahl und Positionierung der passenden Abkantwerkzeuge dar. Die faktoriell anwachsende Menge an möglichen Lösungen ermöglicht Zahlenspiele, die die enorme Komplexität der Optimierungsaufgabe veranschaulichen: Bei einem Werkstück mit 8 Biegekanten und 8 möglichen Werkzeugen ergeben sich mehr als 20 Milliarden Möglichkeiten. Während für ein einfaches Ausprobieren aller Möglichkeiten ein Menschleben nicht ausreicht, schafft es der Optimierungsalgorithmus der RISC Software GmbH in ein paar Minuten die optimale Lösung zu finden.

Die Kooperation zwischen TRUMPF und RISC besteht seit sieben Jahren und auch die Entwicklung des Optimierungsalgorithmus ist noch nicht abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit der TRUMPF-Zentrale bei Stuttgart und TRUMPF Maschinen Austria wird die Qualität der errechneten Lösungen durch neue Anforderungen weiter vorangetrieben. (pi)

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