Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


27.07.2015 Rudolf Felser

Österreichs mobile Webseiten ranken im Vergleich am Besten

Immer mehr Nutzer durchsuchen das Internet auch – oder hauptsächlich – mit ihren mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Diesem Umstand hat Google im April Rechnung getragen: Seither reiht der "Suchmaschinen-Monopolist" für mobile Endgeräte optimierte Webseiten in seinen Suchergebnissen auf Smartphones und Tablets höher ein. Im Vorfeld gab es viele Spekulationen, wie sich das Update auswirken würde. SISTRIX, ein Anbieter von browserbasierender Online-Marketing-Software, hat drei Monate nach dem Mobile-Update die 10.000 größten Domains in Österreich analysiert und mit anderen europäischen Webseiten verglichen. Dabei ist das Unternehmen zu einem interessanten Ergebnis gekommen.

Kein "Mobilegeddon" - zumindest nicht in Österreich.

Kein "Mobilegeddon" - zumindest nicht in Österreich.

© olly - Fotolia.com

Mit seinem Sichtbarkeitsindex analysiert SISTRIX seit Jahren, wie gut einzelne Websites in den Google-Suchergebnissen positioniert sind (siehe auch "Österreichisches Portal im Ranking" sowie "Eine einzige österreichische Website unter den Top-50-Google-Aufsteigern"). Ebenso wie Google mit seinem Update trägt auch SISTRIX den veränderten Surfgewohnheiten der Nutzer Rechnung: Um die Auswirkungen des Mobil-Updates zu analysieren, hat SISTRIX den Smartphone Sichtbarkeitsindex entwickelt, der nun nach Deutschland auch in Österreich verfügbar ist. Er basiert auf dem gleichen Keywordset wie der Desktop-Sichtbarkeitsindex von 1 Million Keywords alleine für Österreich. Die Keywords werden für die Top-100 Positionen bei Google abgefragt, wodurch sich 100 Millionen Datenpunkte ergeben. So ist es möglich, Desktop- und Smartphone-Sichtbarkeit direkt miteinander zu vergleichen und Schwächen in der Konfiguration und Bedienbarkeit von mobilen Webseiten zu erkennen.

Der Smartphone Sichtbarkeitsindex liefert die Vergleichbarkeit der mobilen und der Desktop-Sichtbarkeit zum genau richtigen Zeitpunkt. Denn Google erklärte erst im Mai, dass in weltweit mehr als zehn Ländern die Menschen häufiger eine Suche über Mobilgeräte starten als über den traditionellen Weg per Desktop-PC oder Laptop. Der Trend geht also eindeutig zur Mobil-Nutzung: So ist es nun umso wichtiger zu sehen, ob es Schwächen in der mobilen Umsetzung gibt.

ÖSTERREICH ÜBERDURCHSCHNITTLICH

Seit April berücksichtigt Google nun also auch die nutzerfreundliche Bedienbarkeit von Webseiten auf Smartphones für seine Mobil-Rankings. Die nun, drei Monate später, durchgeführte Analyse der 10.000 größten Domains in Österreich hat ergeben, dass überdurchschnittlich viele von ihnen mobil sogar besser ranken als ihr Desktop-Pendant. Dabei ist Österreich das einzige Land aus der gesamten Länderauswahl der SISTRIX Toolbox, das mit diesem Ergebnis aufwarten kann. Bei den deutschen Top 10.000 Domains ranken die Mobilseiten im Schnitt zwar beispielsweise nur 0,6 Prozent schlechter als ihre Desktop-Version. In Frankreich allerdings verschenken die 10.000 größten Domains im Schnitt fast zehn Prozent wertvolle Sichtbarkeit auf Smartphones.


(c) SISTRIX


Die im Durchschnitt schlechteren Mobil-Rankings der 10.000 größten Domains in der Niederlande, Polen, USA, Schweiz, UK, Spanien, Italien und Frankreich könnte auf nicht mobiloptimierte Webseiten hindeuten, die nun unter den Folgen des Mobil-Updates von Google vom April dieses Jahres leiden, folgert man bei SISTRIX.

Auf Anfrage von Computerwelt.at konnte SISTRIX keine Erklärung für das überdurchschnittliche Abschneiden der österreichischen Mobil-Websites im Ranking geben. Unsere Vermutung, dass es an einem generell niedrigeren Ranking österreichischer Seiten, in Verbindung mit einer dafür hohen Durchdringung an mobil-optimierten Webseiten, liegen könnte, konnte SISTREX nicht bestätigen. "Das wäre leider nur Spekulation, das wissen wir auch nicht. Aber so groß ist der Unterschied zwischen DE und AT ja nicht. Auf jeden Fall zu klein, um seriöse Aussagen zu treffen", beantwortete das Unternehmen unsere Anfrage.

KRITERIEN FÜR MOBILFREUNDLICHE WEBSEITE

Google prüft jede Webseite einzeln auf ihre "mobile-friendlyness" und straft nicht ganze Web-Auftritte ab, wenn einzelne Webseiten nicht optimiert sind. Änderungen werden von Google umgehend erkannt und einberechnet. Welche Kriterien eine Webseite erfüllen muss, um als "mobilfreundlich" zu gelten, hat SISTRIX in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst. Demzufolge sind besonders vier Kriterien für das optimale Ranking einer mobilen Webseite entscheidend:

  • Für Mobilgeräte unübliche Software wie Flash wird vermieden
  • Der Text kann ohne Zoomen gelesen werden
  • Die Größe des Inhalts wird an den jeweiligen Bildschirm angepasst, sodass Nutzer nicht horizontal scrollen oder zoomen müssen
  • Der Abstand zwischen Links ist groß genug, damit Nutzer problemlos auf den gewünschten Link tippen können


Google stellt ein Tool zur Verfügung, mit dem sich URLs auf ihre Mobil-Optimierung prüfen lassen. Die Analyse stellt auch Verbesserungsvorschläge bereit. Auch mit einem kostenlosen Testaccount der SISTRIX Toolbox können Schwächen in der mobilen Umsetzung von Webseiten erkannt und behoben werden. Der Smartphone Sichtbarkeitsindex wird in der SISTRIX Toolbox direkt unterhalb des Desktop-Sichtbarkeitsindexes angezeigt. So können Abweichungen auf einen Blick erkannt werden. Der Testaccount endet automatisch nach 14 Tagen und ist mit keinerlei Folgekosten verbunden.

KEINE PANIK

Vor dem Update gab es auch Spekulationen, wonach sich die neue Gewichtung – entgegen den Beteuerungen von Google – doch auch in den Suchergebnissen auf dem Desktop, und nicht nur auf mobilen Geräten, niederschlagen könnte. Die Rede war unter anderem von dem "Mobilegeddon". Doch diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheiter, wie SISTRIX auf Anfrage von Computerwelt.at erklärt: "Wir können bestätigen, dass das Google Mobile-Update nur sichtbare Auswirkungen auf Mobil-Seiten hatte. Bei den Desktop-Rankings gab es keine auffälligen Veränderungen." Doch mit der steigenden Anzahl an mobilen Webseitenbesuchern ist das dennoch kein Grund zum Ausruhen für die Betreiber von nicht-optimierten Websites, sondern eher ein Weckruf. Besonders, da nicht nur Google den veränderten Surfgewohnheiten Rechnung trägt, sondern mittlerweile auch bereits Microsofts Bing. (rnf)

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