Online-Werber gestehen: "Haben es vermasselt" Online-Werber gestehen: "Haben es vermasselt" - Computerwelt

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19.10.2015 pte

Online-Werber gestehen: "Haben es vermasselt"

Digitale Publisher haben in den vergangenen Jahren zu sehr auf die Einnahmen und zu wenig auf die Nutzererfahrung geachtet, so Scott Cunningham, Senior VP Technology und Ad Operations beim Interactive Advertising Bureau (IAB), in einem aktuellen Blogeintrag. "Wir haben es vermasselt", meint er dort.

Online-Werber haben es vermasselt

Online-Werber haben es vermasselt

© Amir Kaljikovic Photography - Fotolia.com

Daher will das IAB Tech Lab mit "L.E.A.N. Ads" schlankere, weniger aufdringliche Werbung ermöglichen. Das soll Nutzer motivieren, auf Ad-Blocking zu verzichten. Auch wenn der Blogeintrag nach Schuldeingeständnis klingt - Werbeblocker bleiben dem IAB offenkundig ein Dorn im Auge.

"Der Aufstieg des Ad Blocking stellt eine Gefahr für das Internet dar und könnte Nutzer in eine Welt geschlossener Plattformen treiben, die von wenigen Unternehmen beherrscht wird", schreibt Cunningham. Allerdings räumt er in dem Blog-Beitrag ein, dass Online-Werber den Trend mitzuverantworten haben. Denn immer auffälligere, aufdringlichere und oft unsichere Online-Werbung hätte Nutzer überrollt und genervt. "Unsere Gier nach Zehn-Cent-Beträgen mag uns ganze Dollar in Kundentreue gekostet haben", meint der IAB-VP. Eben da setzt L.E.A.N. Ads als neuer Standard an.

Das Akronym L.E.A.N. ergibt sich aus den Begriffen "Light, Encrypted, Ad choice supported, Non-invasive". Der geplante Standard verspricht schlankere Werbung, die nicht so aufdringlich sein soll wie aktuelle, teils bildschirmfüllende Banner. Wichtig ist hingegen das Bekenntnis zu konsequenter Verschlüsselung. Immerhin tritt Online-Werbung bislang oft in Form unsicherer Elemente auf vermeintlich sicheren Webseiten auf. Damit klingt L.E.A.N. zumindest auf den ersten Blick nach einem Ansatz, der Nutzern zusagen könnte.

Cunningham betont, dass L.E.A.N. bisherige Werbe-Standards nicht ersetzen soll. "Publisher sollten die Möglichkeit haben, reichhaltige Werbe-Erlebnisse zu bieten." Das klingt nicht nach einem Abgesang für eben jene aufdringlichen Banner, die User scharenweise zur Nutzung von Werbeblockern treiben. Die aber bleiben für das IAB ganz eindeutig Feindbild Nummer eins. "Publisher können ihre Angebote Nutzern, die weiter Werbung blocken, einfach vorenthalten. Das ist alles Teil der Elastizität von Kundentoleranz und Wahl", schreibt Cunningham. Ob L.E.A.N. Ads also wirklich eine positive Veränderung bringen wird, bleibt offen. (pte)

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