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21.10.2015 pte

Vertrauen zerstört: Deutschen mulmig im Internet

Der Großteil der deutschen Internet-Nutzer (80 Prozent) hält seine persönlichen Daten für unsicher. Das ist nur ein Prozentpunkt weniger als vor einem Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt der Digitalverband BITKOM in seiner aktuellen Umfrage. "Das Vertrauen in die Internet-Sicherheit erholt sich nach der NSA-Affäre und den immer neuen Cyber-Angriffen nur sehr langsam", so BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

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Der Verband sieht in den jüngsten Spionageskandalen einen Grund dafür, warum sich innovative Online-Dienste wie Cloud Computing oder Mobile Payment nur schleppend durchsetzen. Zwei Jahre vor Bekanntwerden der Geheimdienstaffäre, im Jahr 2011, sagten "nur" 55 Prozent der Befragten, dass sie ihre Daten im Web für unsicher halten. Das stärkste Misstrauen herrschte auf dem Höhepunkt der Geheimdienstaffäre, als 86 Prozent davon ausgingen, dass ihre Daten nicht sicher sind - eine deutliche Veränderung.

Das Misstrauen der Bürger, die im Internet unterwegs sind, richtet sich nicht mehr nur gegen den Staat, sondern auch gegen viele Unternehmen. Drei Viertel der Internet-User haben wenig oder gar kein Vertrauen in den Staat und seine Behörden. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten misstrauen der Wirtschaft. Im Jahr 2011 war dieses Verhältnis hingegen noch umgekehrt. Seinerzeit misstrauten 40 Prozent der Befragten dem Staat und 46 Prozent der Wirtschaft. Rohleder: "Die Zeiten, als der Staat vielen als sicherer Hafen galt, sind vorbei."

Größte Sorge deutscher Web-User besteht gegenüber der Infektion mit Schadprogrammen: 71 Prozent fürchten Probleme durch Viren, Trojaner oder andere schädliche Software. Gut jeder Zweite (55 Prozent) befürchtet eine illegale Nutzung persönlicher Daten durch Kriminelle, zum Beispiel einen Kreditkartenbetrug. 52 Prozent empfinden die Ausspähung persönlicher Daten durch staatliche Stellen als Bedrohung. 48 Prozent meinen, dass Unternehmen ihre persönlichen Daten illegal nutzen und zum Beispiel unerlaubt an Dritte weitergeben könnten.

Aber auch beim E-Commerce gibt es Vorbehalte. Die Sorge vor einem Betrug beim Online-Einkauf, bei einer Online-Auktion oder beim Online-Banking teilen 44 Prozent der Internet-Nutzer. Deutlich geringer ausgeprägt ist hingegen die Angst vor Cybermobbing (19 Prozent) oder sexueller Belästigung im Internet (15 Prozent). Nur sechs Prozent der Befragten sagen, dass sie sich im Internet gar nicht bedroht fühlen - ein nachdenklich stimmender Prozentsatz. (pte)

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