Smart TVs bringen frischen Wind ins Game Streaming Smart TVs bringen frischen Wind ins Game Streaming - Computerwelt

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02.03.2016 Rudolf Felser

Smart TVs bringen frischen Wind ins Game Streaming

Nach Samsung bringt jetzt auch LG Videospiele per Abo auf den Wohnzimmerfernseher. Beide sind dafür eine Partnerschaft mit dem Dienst GameFly eingegangen. Ist die Zeit jetzt reif für Game Streaming?

GameFly: Gestreamte Games auf dem Smart TV.

GameFly: Gestreamte Games auf dem Smart TV.

© LG Electronics

Game Streaming über das Internet ist ein interessantes Konzept. Ambitionierte Gelegenheitsspieler, die auch mal etwas anspruchsvolleres als Angry Birds, Candy Crush & Co. spielen wollen, können so in halbwegs aktuelle Videospiele für Konsolen und PC hineinschnuppern, ohne sich gleich teure Hardware und Games anschaffen zu müssen.  

Doch bislang schien die Zeit dafür nicht reif: Der Pionier auf diesem Gebiet, Games-Streaming-Anbieter OnLive, hat versucht diesen Markt zu bearbeiten und ist damit 2015 gescheitert – nach fünf Jahren. Als letzte Amtshandlung wurden die entsprechenden Patente an Sony verkauft.

Doch letztes Jahr startete das Unternehmen GameFly (das ansonsten auch physisch Spiele und Filme verleiht) einen neuen Anlauf mit diesem Konzept. Der Unterschied: Gleich zu Beginn hat man sich potente Partner ins Boot geholt - nämlich die Hersteller von Streaming Boxen und Smart TVs. Die suchen ohnehin händeringend nach spannenden Apps, die von den Usern auf ihren Fernsehern auch genutzt werden und sie so an ihr Ökosystem binden. Gespielt wird mittels Controller, der via USB angestreckt wird. Von GameFly empfohlene Gamepads sind das Logitech 310 und F710 sowie die Xbox-Controller.

Noch ist die Anzahl der unterstützten Devices allerdings überschaubar. Aktuell ist die App weltweit (auch in Österreich) nur auf Samsung Smart TVs verfügbar, in den USA außerdem auf Amazon Fire TV. In Frankreich steht außerdem die "Bouyges Telecom Bbox Games", in Portugal "Meo Jogos" und in Korea "CJ Hello TV X-Games" als Streaming Device auf der Liste von GameFly. Ob das Unternehmen das Schicksal von OnLive teilt, oder Game Streaming zum Durchbruch verhilft, hängt stark mit der Verbreitung kompatibler (Ab-)Spielgeräte zusammen.

Gerade auf Smart TVs könnte Game Streaming auch kommerziell funktionieren. Schließlich werden die Geräte ohnehin angeschafft. Mit Samsung als Partner ist auch einer der erfolgreichsten TV-Produzenten an Bord. Samsung hat in diesen Dingen schon ein wenig Erfahrung, bieten die Koreaner auf ihrere TV-Plattform doch bereits den ähnlichen Dienst "PlayStation Now" an, der sonst nur auf Geräten von Sonys Marken Playstation und Bravia funktioniert, und es erlaubt, PS3-Spiele zu streamen.

Jetzt hat außerdem LG Electronics angekündigt, die GameFly-App über ein Software Update am 15. April global auf allen Smart TVs mit webOS 2.0 und 3.0 zur Verfügung zu stellen – auch in Österreich. Diese beiden TV-Schwergewichte allein könnten schon reichen, um die kritische Masse an Nutzern zu erreichen.

Bei zwei weiteren Kriterien, die über Erfolg und Misserfolg des Dienstes entscheiden werden, sieht es derzeit jedoch weniger rosig aus. Erstens: Bezahlt wird bei GameFly über ein Abo-Modell – dazu müssen Gelegenheitsspieler erst einmal bereit sein. Im Fall von Samsung beispielsweise beinhalten die Modelle nicht alle Spiele. Es stehen "Spielepakete" zur Verfügung, die jeweils einen Teil des Angebotes beinhalten. Diese Pakete beginnen bei rund 8 Euro im Monat. Wie es bei LG aussehen wird, konnte man seitens des Unternehmens auf Anfrage von Computerwelt.at noch nicht verraten. Letzlich liege es an GameFly, man versuche jedoch eigene Pakete auszuhandeln.

Zweitens: Die Spiele-Auswahl ist noch überschaubar. Zwar sind bekannte Namen wie Tomb Raider, Game of the Year Edition; Batman, Arkham Origins; F.E.A.R. 3; Darksiders und Red Faction Armageddon sowie Familienspiele wie Lego Batman 3 oder Pacman Championship Edition darunter, doch sucht man gerade aktuellere Blockbuster-Titel vergebens.

Abgesehen davon müssen auch die Internet-Bandbreite und die Latenz ausreichen, um halbwegs verzögerungsfrei spielen zu können – was noch lange nicht in jedem Haushalt der Fall sein dürfte. Ob sich das Konzept des Game-Streaming in naher Zukunft tasächlich durchsetzen kann, bleibt also abzuwarten. (rnf)

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