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22.06.2016 pte

Twitter: Erst Leser machen Nachrichten relevant

Nachrichtenhäuser können zwar ausgewählte Themen auf Twitter pushen und damit für viele Leute sichtbar machen. Aber weiter geteilt und tatsächlich angeklickt werden doch eher Leserempfehlungen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Columbia University.

© CC0 Public Domain - pixabay.com

"Leser wissen am besten, was ihre Follower wollen", meint Erstautor Augustin Chaintreau. "In Zukunft werden sie immer stärker bestimmen, was berichtenswert ist."

Große Redaktionen werben für weniger als zwei Prozent ihrer Nachrichten mit entsprechenden Tweets, die eine große Reichweite haben und damit die Mehrheit der von Nutzern gesehenen News-Tweets ausmachen. Doch tatsächliche Leser bringt das nur bedingt. Das zeigt die Studie "Social Clicks: What and Who Gets Read on Twitter?", die knapp zehn Mio. Klicks auf Stories der großen Nachrichtenhäuser BBC, Huffington Post, CNN, New York Times und Fox News erfasst hat. 61 Prozent dieser Klicks entfielen auf Leserempfehlungen, bei denen Nutzer einfach Themen twitterten, die sie selbst gefunden und als interessant erachtet hatten. Von den weitergeteilten Tweets entfielen sogar 82 Prozent auf Leserempfehlungen.

Wir sehr Leser derart bestimmen, was wirklich lesenswert ist, scheint jedoch auch vom Medium abzuhängen. Bei der als liberal bekannten BBC entfielen sogar 85 Prozent der Nachrichten-Klicks auf jene Inhalte, die Nutzer aus eigenem Antrieb geteilt hatten. Bei Fox News dagegen haben über offizielle Tweets geteilte Links fast 90 Prozent aller Klicks bewirkt. Der eher als rechts-konservativ geltende Sender hat also offenbar viel mehr Kontrolle darüber, was Leser tatsächlich als wichtige Nachrichten erachten.

Tatsächliche Klicks und damit Lesungen scheinen ohnehin eine bedrohte Spezies. "Die Leute sind viel eher bereit, einen Artikel zu teilen als zu lesen", erklärt Studien-Coauthor Arnaud Legout vom französischen Forschungsinstitut Inria. Immerhin 59 Prozent der erfassten auf Twitter geteilten Bit.ly-Links wurden nämlich überhaupt nicht angeklickt, die Beiträge also wohl nie aufgrund ihrer Twitter-Präsenz gelesen. "Likes und Shares sind keine sinnvollen Maßstäbe für Content-Beliebtheit", meint daher Legout. Der gängige Industriestandard für Popularität sei zu überdenken.

Ein Nebeneffekt von Twitter-Empfehlungen ist indes, dass jene Storys, die tatsächlich gelesen werden, dadurch relativ langlebig sind. Zwar werden über 90 Prozent der Links innerhalb weniger Stunden geteilt, doch die resultierenden Zugriffe folgen laut der Studie oft erst viel später. So gibt es ganze 18 Prozent der Klicks erst in der zweiten Woche. (pte)

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