Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


"Der Chief Digital Officer ist in der Regel überflüssig oder sogar schädlich"

Die Verbreitung des Internet der Dinge stellt die CIO in den Firmen vor neue Herausforderungen. Während der CIO bislang vor allem für den IT-Betrieb zuständig war, müsse er künftig in die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens umfassend eingebunden werden.

Der CIO muss in die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens umfassend eingebunden werden.

Der CIO muss in die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens umfassend eingebunden werden.

© alphaspirit - Fotolia.com

"Der CIO muss im direkten Austausch mit dem CEO stehen", erklärt Michael Fuchs, Sonderbeauftragter CIO des Diplomatic Council (DC), einem globalen Think Tank, der die Vereinten Nationen berät. Insbesondere sollte er die vom DC als die "vier Hebel der Digitalisierung" bezeichneten Faktoren digitale Daten, Automatisierung, digitaler Kundenzugang und Vernetzung im Sinne der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zusammenbringen.

"Der CIO muss tatsächlich auf C-Level agieren im direktem Austausch mit dem CEO, um die Herausforderungen der Digitalisierung für sein Unternehmen zu bewältigen", sagt Fuchs, und erteilt dem üblichen Reporting des CIO an den Finanzvorstand (CFO) eine klare Abfuhr. "Es geht nicht mehr wie noch vor wenigen Jahren darum, die Firmen-IT möglichst kostengünstig zu betreiben, sondern das Unternehmen mittels IT zu befähigen, die mit der Digitalisierung aufkommenden Herausforderungen und Chancen durch neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen."

IT für neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfung
Für diese Strategie muss der "neue CIO" die Konzeption und Roadmap zu Umsetzung entwickeln, fordert der Sonderbeauftragte CIO des Diplomatic Council. "Die IT der Zukunft dient nicht mehr der bloßen Unterstützung der unternehmerischen Prozesse, sondern wird zum Schlüsselfaktor für das Geschäftsmodell und die Wertschöpfung des Unternehmens." Er verweist auf aktuelle Untersuchungen, denen zufolge nur in rund 40 Prozent aller Firmen der CIO als festes oder zumindest regelmäßiges Mitglied des Boards anerkannt wird. "Die anderen 60 Prozent der CIO sind aufgefordert, ihre neue Rolle bei der Unternehmensleitung anzumahnen."

Neues Selbstverständnis für den CIO
Damit einher geht laut Fuchs die Erwartung an die CIO, diesen Führungsanspruch auch anzunehmen. "Das neue Selbstverständnis birgt die ‚IT-historische Chance’, die Rolle des CIO neu zu positionieren. Die Mehrzahl der CEO ist Untersuchungen zufolge darauf eingestellt, denn die digitale Revolution ist unzweifelhaft IT-getrieben. Es liegt bei den CIO, diese Chance zu nutzen."

Die in vielen Firmen neue geschaffene Position des Chief Digital Officer (CDO) hält Fuchs "in der Regel für überflüssig und häufig sogar schädlich". "Das Tätigkeitsfeld eines CDO gehört zu den ureigenen Aufgaben jedes modernen CIO. Lediglich in denjenigen Fällen, in denen der CIO ersichtlich kein Digital Business Leader ist, sollte ein dafür geeigneter CDO hinzugezogen werden." 

Fairer Ausgleich der Interessen
Das Diplomatic Council verfolgt das Ziel, dass die Chancen der Digitalisierung allen Menschen überall auf der Welt gleichermaßen zugute kommen. Das DC strebt dabei einen fairen Ausgleich der Interessen an, der möglichst gleichermaßen allen Ländern sowie der Zivilgesellschaft, der akademischen Welt und dem privatwirtschaftlichen Sektor rund um den Globus gerecht wird.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.



Hosted by:    Security Monitoring by: