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18.10.2016 Klaus Lorbeer/pi

VMworld Europe 2016: VMware treibt Cross-Cloud-Architektur voran

Vor 10.000 Teilnehmern aus 96 Ländern präsentierte CEO Pat Gelsinger heute auf der VMworld 2016 in Barcelona neue Versionen von vSphere, Virtual SAN und vRealize, mit denen das Unternehmen seine Cross-Cloud-Architektur vorantreiben will.

CEO Pat Gelsinger präsentierte in Barcelona die Neuheiten von VMware.

CEO Pat Gelsinger präsentierte in Barcelona die Neuheiten von VMware.

© Klaus Lorbeer

Die neuen, heute in Barcelona auf der VMworld Europe 2016 vorgestellten Versionen von VMware vSphere, VMware Virtual SAN und VMware vRealize Automation unterstützen nun Container, was die Produktivität der Entwickler erhöht und es der IT ermöglicht, in der Produktion containerisierte Anwendungen unkompliziert zu betreiben.

Die neuen Versionen treiben die VMware Cross-Cloud Architektur voran, mit der Kunden ihre Anwendungen über verschiedene Clouds und Geräte hinweg in einer gemeinsamen Betriebsumgebung ausführen, verwalten, vernetzen und sichern können. Die Cross-Cloud-Architektur von VMware zählt zu den umfassendsten hybriden Cloud-Architekturen weltweit und bietet ein durchgängiges Bereitstellungs-Modell, Sicherheitsrichtlinien, Sichtbarkeit und Steuerung von allen Anwendungen, die On- oder Off-Premise laufen - und zwar unabhängig von der zugrundeliegenden Cloud- oder Hardware-Plattform oder dem Hypervisor. Die Cross-Cloud-Architektur baut auf VMwares Private- und Hybrid-Cloud-Funktionalitäten auf und wird von der VMware Cloud Foundation sowie einem neuen Paket an Cross-Cloud-Services bereitgestellt. Kunden erhalten damit die Wahlfreiheit, im Rahmen multipler Clouds Innovationen voranzutreiben. Die VMware Cloud Foundation bietet eine hyperkonvergente Infrastruktur der nächsten Generation für die Erstellung von Private Clouds. Die Integration der hochskalierbaren, hyperkonvergenten Software von VMware (vSphere und Virtual SAN) mit der weltweit führenden Netzwerk-Virtualisierungs-Plattform VMware NSX ergibt eine einheitliche SDDC-Plattform (SDDC = Software Defined Data Center), die dank der integrierten Lifecycle-Automation-Funktion des VMware SDDC-Manager einfach zu betreiben und bereitzustellen ist. "Wir bieten gleichzeitig Freiheit und Kontrolle", erläutert das Pat Gelsinger das von Kunden (Freiheit) und IT-Abteilungen (Kontrolle) geforderte Hybrid-Konzept.

"Unternehmen setzen auf hybride Cloud-Umgebungen für mehr betriebliche Flexibilität und schnellere Anwendungsbereitstellung - und um den Weg in Richtung digitale Transformation zu ebnen," sagt Raghu Raghuram, Executive Vice President und General Manager, Software-Defined Data Center Division bei VMware. "Die neuen Produktversionen bieten erhebliche Vorteile für unsere Kunden, einschließlich der Unterstützung für containerisierter Anwendungen in der Produktion und der massiven Vereinfachung betrieblicher Prozesse. Das aktualisierte Produktportfolio ist ein wichtiger Baustein ​​unserer Cross-Cloud Architektur und hilft unseren Kunden dabei, ihre Hybrid Clouds zu skalieren."

VMware vSphere 6.5
Durch verbesserte Automatisierungs- und Management-Funktionalitäten, umfassende integrierte Sicherheitsmechanismen sowie die Unterstützung neuer Anwendungs-Formen wie Containern ermöglicht VMware vSphere 6.5 eine vereinfachte Bedienung. Mit diesen neuen Funktionalitäten bietet vSphere 6.5 eine universelle Anwendungsplattform, die herkömmliche und moderne Anwendungen unterstützt - von 3D-Grafik, Big Data, über Cloud-Native und Container bis hin zu maschinellem Lernen und Software as a Service. Die Neuheiten umfassen:

  • VMware vCenter Server Appliance bietet einen vereinfachten Baustein für vSphere-Umgebungen mit unkompliziertem Bereitstellungs- und Management-Ansatz, indem Schlüsselfunktionen in eine einzige virtuelle Appliance eingebettet werden, um den Betrieb weniger komplex zu gestalten. Die Appliance zeichnet sich durch vereinfachtes Patching, Upgrading, Backup und Recovery, hohe Verfügbarkeit und weitere Features aus sowie durch eine Verdoppelung der Skalierbarkeit und der Leistung ihrer vCenter Server-Umgebungen.
  • REST APIs verbessern die User Experience von IT und Entwicklern, indem sie für moderne Anwendungen über neue REST-basierte APIs eine größere Kontrolle und Automatisierung der virtuellen Infrastruktur ermöglichen.
  • VMware vSphere Client: Der neue auf HTML5 basierende vSphere-Client vereinfacht mit einem modernen, nativen Tool das Erlebnis für den Administrator, indem die Anforderungen bezüglich Leistung und Benutzerfreundlichkeit sowie die Erwartungen der Nutzer im Tagesgeschäft erfüllt werden.
  • VM Encryption: Die neue Verschlüsselung auf Ebene der virtuellen Maschine schützt vor unberechtigtem Datenzugiff und sichert gespeicherte Daten ebenso wie virtuelle Maschinen, die per VMware vMotion verschoben werden.
  • Secure Boot: Diese neue Funktion verhindert die Manipulation von Images als auch das Hochladen unberechtigter Elemente in vSphere-Umgebungen.
  • VMware vSphere Integrated Containers: Operative IT-Teams können damit ihren App-Teams eine Docker-kompatible Schnittstelle zur Verfügung stellen, wodurch vSphere-Kunden mit Hilfe von Containern ihr Business transformieren können, ohne ihre bestehende Infrastruktur neu aufsetzen zu müssen.

Virtual SAN 6.5: Senkung der Gesamtbetriebskosten für hyperkonvergente Infrastrukturen
Mit Virtual SAN 6.5 entwickelt VMware seine branchenführende hyperkonvergente Lösung weiter - es handelt sich bereits um das fünfte Produkt-Update seit der Einführung vor drei Jahren. Die neue Version senkt die Gesamtbetriebskosten um weitere 50 Prozent, durch die zusätzliche Unterstützung von Containern und physischen Workloads, iSCSI-Unterstützung, wegfallende Kosten für Netzwerk-Hardware für die Two-Node-Konfiguration von Remote Office/Branch Office (ROBO)-Umgebungen sowie die All-Flash-Hardware-Unterstützung für Virtual SAN Standard Edition. VMware Virtual SAN 6.5 bietet:

  • iSCSI Support ermöglicht die Darstellung von Virtual SAN-Storage als iSCSI-Target für externe physische Workloads, darunter geclusterte Anwendungen wie Microsoft SQL-Server mit Failover-Clustering auf einer begrenzten Anzahl von physischen Servern.
  • Container Support: VMware Virtual SAN bietet persistente Datenschichten für containerisierte Anwendungen über VMware vSphere Integrated Containers.
  • Two-Node Direct Connect: Aufgrund dieser neuen Funktion fällt die Notwendigkeit zwischen Virtual SAN-Systemen an ROBO-Standorten Router bzw. Switches zu installieren weg, was die Infrastruktur-Kosten pro Standort zwischen 15 und 20 Prozent senken kann.
  • REST APIs und Expanded PowerCLI erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit durch Automatisierung auf Enterprise-Niveau und sorgen damit für cloudähnliche Flexibilität bzw. Verwaltung in Virtual SAN-Umgebungen.
  • 512e Hard Disk Drives und Solid State Drives (SSDs): Dank emulierter 512-Byte-Festplattenlaufwerke können Laufwerke mit hoher Kapazität unterstützt werden.

Im vierten Quartal 2016 wird VMware das Virtual SAN Standard-Edition-Paket aktualisieren und den Support für grundlegende All-Flash-Konfigurationen integrieren, um die Gesamtbetriebskosten für die Storage-Systeme der Kunden weiter zu senken.

Ferner kündigt VMware heute das neue Zertifizierungsprogramm VMware Ready for vSAN an, um das Vertrauen der Kunden in die Partnerlösungen für File-Service und Data-Protection sowie deren nahtlosen und kompatiblen Betrieb und Einsatz mit Virtual SAN zu stärken. Dieses Programm wird die Wertschöpfungszeit der Kunden verkürzen, da sie einen qualifizierten Lösungspartner schneller ausfindig machen können. Dell EMC, NetApp und Nexenta sind die ersten File-Service-Partner dieses Programms. Commvault, Dell EMC, Veeam und Veritas zählen zu den ersten Data-Protection-Partnern des Programms. In nächster Zeit werden weitere Partner das neue Ökosystem verstärken.

Darüberhinaus kündigt VMware vSphere Virtual Volumes 2.0 an, das durch Funktionalitäten wie nativen Support für die Array-basierte Replikation und geschäftskritische Anwendungen wie Oracle Database mit Real-Application-Clusters erweiterte Einsatzmöglichkeiten für große Unternehmen bietet.

VMware vRealize
Weitere Neuheiten betreffen signifikante Erweiterungen für vRealize Automation und vRealize Log Insight für das Cloud-Management. Um den Anforderungen von Entwicklern und IT-Teams besser Rechnung zu tragen, wird VMware vRealize Automation 7.2 einen Out-Of-The-Box-Support für Microsoft Azure und neue Management-Funktionalitäten für Container beinhalten. IT- und DevOps-Fachleute, die vereinheitlichte Service-Blueprints nutzen, um die Bereitstellung von integrierten Multi-Tier-Anwendungen mit anwendungszentriertem Netzwerk- und Sicherheitsansatz zu vereinfachen, können zukünftig auch Microsoft Azure und aktuell unterstützte Clouds wie Amazon Web Services (AWS), VMware vCloud Air und das vCloud Air Network nutzen.

VMware vRealize Automation 7.2 unterstützt Container und beschleunigt dadurch die Anwendungsbereitstellung für Entwickler und Anwendungsteams erheblich. Die neueste Version beinhaltet Admiral, ein hochskalierbares und leichtgewichtiges Container-Management-Portal, mit dem Container auf Docker-Hosts, die von Docker unterstützte Betriebssysteme unterstützen, bereitgestellt und verwaltet werden können. In einem Beta-Test testet VMware gegenwärtig, wie mit Admiral Container auch in virtuellen Container-Hosts auf VMware vSphere Integrated Containers bereitgestellt werden können. Neben der Admiral-Unterstützung können Entwickler Container-Hosts auch aus dem vRealize Automation 7.2 Service-Katalog beziehen. Sie haben die Wahl containerisierte Anwendungen mittels Unified-Service-Blueprints oder Docker Compose zu modellieren. Anwendungsteams sind damit in der Lage hybride Umgebungen aus VMs und Containern aufzubauen. Cloud-Administratoren wird die Verwaltung von Container-Hosts und die Anwendung bestimmter Governance-Regeln ermöglicht, darunter Kapazitätsquoten oder genehmigungspflichtige Workflows. vRealize Automation 7.2 eignet sich besonders für Unternehmen, die bestehende Apps weiterhin unterstützen und diese gleichzeitig durch den Einsatz von Microservices und einer nativen Cloud-Architektur modernisieren müssen. Der Ansatz von VMware vereint verschiedene Technologien über Private wie Public Clouds hinweg sowie unter Einbeziehung von Containern und OpenStack, und verschafft Kunden die Flexibilität, ihre Talentpools und Technologie-Stacks situationsabhängig zu verwalten.

Die neueste Version von VMwares Log-Management- und Analyse-Lösung (vRealize Log Insight 4.0 und vRealize Operations 6.4) beinhaltet eine erweiterte Alarm-Management-Funktion und eine neu gestaltete, leicht bedienbare Oberfläche. Die neuen Dashboards sind auf bestimmte Nutzerprofile wie Infrastruktur-, Anwendungs- und Cloudteams zugeschnitten. Sowohl vRealize Log Insight 4.0 als auch vRealize Operations 6.4 verfügen über eine Anbindung an das neu angekündigte vSphere 6.5. 

VMware Cloud Services: Neue hybride Cloud-Lösungen für den Enterprise-Bereich
Ungeachtet der angekündigten Unterstützung von AWS ist VMware weiterhin bestrebt, ihren Kunden die Verschiebung von firmeneigenen Workloads in die Public Cloud mit VMware vCloud Air Network und VMware vCloud Air zu erleichtern. Disaster-Recovery-as-a-Service ist meist der Grund für den Wechsel in die Cloud. VMware vCloud Air Network beinhaltet seit kurzem VMware vCloud Availability for vCloud Director. Das VMware vCloud Air Network eröffnet den Zugang zu einem Ökosystem von mehr als 4.000 Service-Providern in mehr als 100 Ländern, die VMware-basierte Cloud-Services anbieten. Im Zusammenhang mit den heutigen Ankündigungen stellt VMware auch die Betaversion der neuen vCloud Air-Disaster-Recovery-Lösung vor, die speziell auf Großunternehmen ausgelegt ist. Dieses neue Angebot verfügt über Sicherheits- und Isolierungsmechanismen für eine dedizierte Cloud-Umgebung in Kombination mit einer einfachen Replikationslösung, die direkt in vSphere integriert und für SD-WAN-Technologien optimiert ist.

Die heutige Ankündigung umfasst auch die Betaversion des VMware Cloud Foundation Service on vCloud Air, die in einem vollständig integrierten Service-Paket einen schnellen und einfachen Pfad zur Nutzung der kombinierten Leistungskraft von vSphere, Virtual SAN, NSX und SDDC Manager bietet. Wird diese mit VMware Cloud Foundation-Umgebungen On-Premise kombiniert, profitieren Kunden von einem einheitlichen Hybrid Cloud-Erlebnis, das ihnen die nötige Agilität, Flexibilität und vollständige Kompatibilität liefert. 

Preise und Verfügbarkeit
VMware vRealize Automation 7.2, VMware vRealize Log Insight 4.0, VMware vRealize Operations 6.4, VMware Virtual SAN 6.5, VMware vSphere 6.5 und VMware vSphere Virtual Volumes 2.0 werden voraussichtlich im vierten Quartal 2016 erhältlich sein.

Die Preise für VMware vSphere beginnen bei 995 US-Dollar pro CPU. VMware vSphere Integrated Containers ist eine neue Funktion von vSphere 6.5 (wird auch auf vSphere 6 unterstützt). Für VMware vSphere Enterprise Plus Edition-Kunden ist sie kostenlos erhältlich.

Die Listenpreise für VMware Virtual SAN beginnen bei 2.495 US-Dollar pro CPU. Die Desktop-Listenpreise für VMware Virtual SAN beginnen bei 50 US-Dollar pro Nutzer. Die VMware Virtual SAN Standard Edition beinhaltet jetzt auch All-Flash-Hardware.

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