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27.10.2016 Klaus Lorbeer/pi

Erster "Digitaler Nachlass Service" wickelt Todesfall-Formalitäten ab

Der "Digitale Nachlass Service" der Wiener Städtischen ist ein Online-Tool, das im Todesfall unkompliziert Abmeldeformalitäten abwickelt und den digitalen Nachlass regelt.

Ein neuer Service in Österreich regelt auch den digitalen Nachlass Verdorbener.

Ein neuer Service in Österreich regelt auch den digitalen Nachlass Verstorbener.

© KDL

Bei einem Trauerfall sind neben der Bestattung zahlreiche Abmeldungen - von Versicherungen, Krankenkassen und Behörden bis hin zu Telekommunikations- und Energieanbietern - zu tätigen. Dazu kommen die digitalen Hinterlassenschaften des Verstorbenen wie online abgeschlossene Verträge oder Mitgliedschaften bei E-Mail-Diensten und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Xing. 

"Der neue - und in Österreich bislang einzigartige - digitale Nachlass-Service wickelt unkompliziert und aus einer Hand die Formalitäten nach einem Todesfall ab", erläutert Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen .

Einfach und sicher online erledigen
Initiiert hat den "Digitalen Nachlass Service" der Wiener Verein, eine Tochtergesellschaft der Wiener Städtischen. Der Service wird von den Bestattungsunternehmern abgewickelt und fungiert als Drehscheibe für alle zu erledigenden Aufgaben rund um den Todesfall. Die Bestattung Wien deckt den Service flächendeckend in der Bundeshauptstadt ab. Im ersten Schritt werden alle Abmeldeformalitäten bei Behörden, Organisationen und Unternehmen vom Bestatter erfasst und online erledigt. Die Anzahl der Abmeldungen ist während der vereinbarten Leistungsdauer - 12 oder 36 Monate - unbeschränkt. 

Im zweiten Schritt werden im Auftrag der Erben Internet-Verträge, Nutzungskonten und Mitgliedschaften des Verstorbenen bei (derzeit) 150 Online-Anbietern recherchiert und gekündigt, deaktiviert oder auf Wunsch auf die Hinterbliebenen übertragen. Individuelle Einzelanfragen können zusätzlich durchgeführt werden. Die Erben erfahren zeitnah, ob Verbindlichkeiten oder Guthaben bestehen und können sich vor vermeidbaren Kosten schützen. 

Ein besonderer Vorteil: Die Erben müssen weder wissen, bei welchen Anbietern der Verstorbene Kunde war, noch müssen sie Zugangsdaten oder Passwörter kennen. Ohne professionelle Hilfe stellt diese Situation Betroffene vor eine kaum lösbare Aufgabe. 

Profile in sozialen Netzwerken sind für Angehörige oft von hoher emotionaler Bedeutung und daher auch Teil der Lösungen rund um den digitalen Nachlass. Über das neue Portal kann mit wenigen Mausklicks beantragt werden, ein Konto in den so genannten "Gedenkzustand" zu versetzen oder es gänzlich zu löschen. 

Übersichtlich und transparent
Alle Recherche- und Abmeldeergebnisse werden laufend online aktualisiert und dokumentiert. Sie werden entweder per Mail an die Erben übermittelt oder können über ein passwortgeschütztes Kunden-Login direkt beim Wiener Verein-Portal eingesehen werden.

Zusätzlich kann der Bestatter den Erben kostenfrei einen direkten Zugang zum Portal freischalten. Damit kann man bequem von zu Hause aus Recherche-Ergebnisse und Abmeldungen einsehen und selbstständig weitere Erledigungen durchführen. 

Service als Versicherungszusatz oder vom Bestatter
Bei Abschluss einer Wiener Verein Bestattungsvorsorge kostet der "Digitale Nachlass Service" monatlich zwischen 1,40 Euro (für 40-Jährige) und 1,90 Euro (für 60-Jährige), abhängig von Alter und Prämienzahlungsdauer. Der "Digitale Nachlass Service" wird als Zusatzbaustein angeboten, der standardisiert eingeschlossen ist, kann aber auf Wunsch abgewählt werden. Nicht Wiener Verein-Kunden können das Service auch bei Beauftragung einer Beerdigung direkt beim Bestatter abschließen.

Datenschutz ernst genommen
Der "Digitale Nachlass Service" wurde als neue technische Dienstleistung für die Bestattungsbranche von Columba Online Identity Management GmbH mit Sitz in Berlin entwickelt und umgesetzt. Columba ist in Österreich exklusiver Kooperationspartner des Wiener Verein und garantiert, dass alle übermittelten Kundendaten ausschließlich zu den vertraglich vereinbarten Zwecken genutzt werden.

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