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19.12.2016 pte

Russe hackt US-Wahlmaschinen-Zertifizierer

Ein russischer Hacker hat offenbar die US-amerikanische Behörde Election Assistance Commission (EAC) gehackt, die unter anderem für die Zertifizierung von Wahlmaschinen zuständig ist. Er bietet im Untergrund über 100 Zugangsdatensätze an.

Offenbar wurden über 100 Login-Datensätze von der Wahlbehörde EAC gestohlen.

Offenbar wurden über 100 Login-Datensätze von der Wahlbehörde EAC gestohlen.

© subfinitum, flickr.com

Berichtet hat das der IT-Sicherheitsspezialist Recorded Future in seinem Unternehmensblog. Teils haben demnach die Datensätze auch Admin-Rechte und erlauben den Zugriff auf kritische Daten. Die EAC hat einen "möglichen Einbruch" bestätigt, das FBI ermittelt.

Kritische Daten exponiert
Der EAC zufolge war eine webbasierte Anwendung Ziel des Hacker-Attacke, der laut Recorded Future durchaus erfolgreich war. Der "Rasputin" genannte Angreifer hat offenbar eine ungepatchte Schwachstelle für eine SQL-Injection ausgenutzt. Damit ist es ihm anscheinend gelungen, über 100 Login-Datensätze zu stehen, deren Passwörter der Hacker auch knacken konnte. Wie tief er wirklich in EAC-Systeme eingedrungen ist, sei unklar. Von den Sicherheitsforschern gefundene Screenshots legen aber nahe, dass Rasputin tatsächlich Zugriff auf Details über Tests von Wahlsystemen und die zugehörige Software erlangt hat.

Recorded Future zufolge hat das Unternehmen seit dem 1. Dezember dieses Jahres online Gemunkel über den EAC-Hack vernommen. Nachforschungen im Cyber-Untergrund legten demnach nahe, dass Rasputin die Schwachstelle an einen Vertreter einer Regierung im Nahen Osten verkaufen wollte. Das Unternehmen hat seine Forschungsergebnisse den US-Bundesbehörden übergeben. Die EAC gibt indes an, dass sie den Zugriff auf die offenbar gehackte App eingestellt habe. Darüber hinaus äußert sich die Behörde aber nicht, sondern verweist auf die laufenden Ermittlungen des FBI.

Gefährliche Vertrauenskrise
Der Recorded-Future-Bericht kommt im Fahrwasser der US-Präsidentenwahl zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Zwar haben die von der grünen Kandidatin Jill Stein beantragten Neuauszählungen in Michigan, Pennsylvania und Wisconsin den Verdacht auf Manipulationen nicht erhärtet. Doch betonen Kritiker, dass das wohl auch an fragwürdigen Praktiken bei der Neuauszählung lag - etwa dem Einsatz von Zählmaschinen, deren Zuverlässigkeit eigentlich infrage stand. Dass offenbar mit der EAC ausgerechnet jene Behörde gehackt wurde, die die umstrittenen Wahlmaschinen zertifiziert, dürfte dem Vertrauen in eben jene nicht unbedingt zuträglich sein.

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