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Deloitte-Studie: Nur elf Prozent der Unternehmen fühlen sich fit für die Zukunft

Deloitte analysiert in den Global Human Capital Trends 2017 die aktuellen Herausforderungen im Personalbereich. Das Ergebnis: Der Großteil der Unternehmen ist laut Einschätzung der eigenen Führungskräfte noch nicht fit für die Zukunft.

Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich.

Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich.

© APA / Hinterramskogler

Im Rahmen der Studie "Global Human Capital Trends" befragte das Beratungsunternehmen Deloitte über 10.000 HR-Leiter und Geschäftsführer in 140 Ländern, darunter auch 100 Führungspersonen aus Österreich. Die Ergebnisse zeigen: Nur rund ein Zehntel der weltweit befragten Betriebe ist fit für die Zukunft. Insbesondere österreichische Führungskräfte kämpfen mit komplexen Strukturen und fühlen sich auf fast alle Trends schlechter vorbereitet als die internationalen Mitbewerber. Deloitte hat aus der Studie drei Toptrends identifiziert, die in den nächsten Monaten bestimmend sein werden.

Trend 1: Organisationen müssen agiler und digitaler werden
Die Komplexität ihrer Organisation stellt österreichische Führungskräfte vor Herausforderungen. Hierzulande stufen 60 Prozent ihr Unternehmen als (sehr) komplex ein. Um Abläufe zu vereinfachen, müssen hierarchische Strukturen durch Netzwerke und agile Teams ersetzt werden. Derzeit bewerten global 65 Prozent ihr Unternehmen als wenig oder gar nicht agil. "Die von vielen angestrebte Agilität kann nur durch mehr Autonomie und dezentrale, einfache Entscheidungswege mit wenigen involvierten Hierarchieebenen erreicht werden. Zusammengehalten werden diese Unternehmen dann durch eine gemeinsame Strategie und offene Informationen", erklärt Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich. 

Die österreichischen HR-Abteilungen sehen in der digitalen Transformation weiterhin die größte Aufgabe. 68 Prozent der österreichischen Befragten geben an, dass ihre HR-Prozesse gar nicht oder nur teilweise automatisiert sind. Nur 22 Prozent halten ihre HR-Systeme für effizient und wirksam. Die Einführung neuer Technologien sowie die Analyse personalrelevanter Daten für strategische Entscheidungen müssen daher mehr in den Vordergrund rücken. Derzeit halten nur 8 Prozent der global befragten Unternehmen ihre Datenqualität und -menge für ausreichend, um aussagekräftige Auswertungen zu erstellen.

Trend 2: Flexible Karrieremodelle und schnelle Anpassungsfähigkeit werden essenziell
Der Aufbau von Karrieremodellen und Entwicklungsmaßnahmen muss neu gedacht werden. Eine Kultur des kontinuierlichen Lernens, Anpassungsfähigkeit, Entwicklung und persönliche Entfaltung stehen dabei im Mittelpunkt. 83 Prozent der Führungskräfte geben diesen Faktoren eine hohe Priorität. Die Wichtigkeit innovativer Personalentwicklung wurde von vielen bereits erkannt: 61 Prozent der Unternehmen in Österreich arbeiten bereits an ihren Karrieremodellen oder planen dies zu tun. "In den österreichischen Betrieben weiß man natürlich, welche Kompetenzen für das Geschäft gebraucht werden. Die Schwierigkeit liegt darin, die Karrierewünsche der Mitarbeiter und den Bedarf des Unternehmens zusammen zu bringen", analysiert Julian Mauhart.

Trend 3: Innovatives Recruiting zur Gewinnung neuer Talente mit digitalem Knowhow wird benötigt
In den Unternehmen fehlen oft noch Mitarbeiter mit entsprechenden Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt der Zukunft. Deshalb stufen 81 Prozent der weltweit Befragten die Mitarbeitergewinnung als (sehr) wichtig ein. Dafür braucht es die richtigen Instrumente. Soziale Netzwerke helfen beispielsweise beim Ausbau langfristiger Beziehungen mit passenden Kandidaten und der Gewinnung neuer Mitarbeiter. "Österreichische HR-Abteilungen agieren beim Recruiting meist noch sehr traditionell. Die Suche nach geeigneten Kandidaten erfordert aber einen innovativen Zugang", betont Margareta Holz, Partnerin bei Deloitte Österreich. "Der Nutzung digitaler Kanäle und kognitiver Technologien zur Mitarbeiterakquisition muss mehr Beachtung geschenkt werden."

"Unternehmen müssen ihre Arbeitsweise, den gelebten Führungsstil und Entscheidungswege kritisch hinterfragen und neu strukturieren", resümiert Julian Mauhart. "Die Dynamik in der Geschäftswelt überträgt sich auch in die Organisationen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, braucht es Mut und neue Wege, um die notwendige Agilität der Organisation zu sichern und ihren Bedarf an Kompetenzen durch attraktive Karrieren und innovatives Recruiting zu decken."

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