KMU DIGITAL: Zehn Millionen Euro für neues Förderprogramm KMU DIGITAL: Zehn Millionen Euro für neues Förderprogramm - Computerwelt

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08.03.2017 Klaus Lorbeer/pi

KMU DIGITAL: Zehn Millionen Euro für neues Förderprogramm

Staatssekretär Harald Mahrer und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl präsentierten gestern das neue Förder- und Qualifizierungsprogramm KMU DIGITAL

Staatssekretär Harald Mahrer, WKO-Präsident Christoph Leitl und Unternehmerin Christina Wolff-Staudigl, Staudigl Naturparfumerie

Staatssekretär Harald Mahrer, WKO-Präsident Christoph Leitl und Unternehmerin Christina Wolff-Staudigl, Staudigl Naturparfumerie

© BMWFW / Martin Steiger

"Österreichs KMU sichern rund sieben von zehn Arbeitsplätzen in Österreich. Wenn diese Betriebe den digitalen Anschluss verpassen, hat das weitreichende Folgen auf unseren Wirtschafts- und Arbeitsstandort und bremst unsere Ambitionen Richtung Innovationsführer. Wir geben unseren Unternehmen das Rüstzeug, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein und die digitale Kompetenz wird hier ein entscheidender Faktor für alle Branchen sein", umreißt Staatssekretär Harald Mahrer die Ausgangslage und beschreibt die Zielsetzung des neuen Förderprogramms KMU DIGITAL.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl betont die Tatsache, dass auch und gerade für Klein- und Mittelbetriebe die Digitalisierung immer wichtiger werde. "Einerseits wird die Welt immer globalisierter, andererseits steigt die Nachfrage nach regionalen Produkten. Beides bietet KMUs Chancen, aber egal ob global oder regional, ein entscheidender Faktor wird in Zukunft der Grad der Digitalisierung sein, denn auch regionale Produkte werden zunehmend über Online-Shops vertrieben. Wer am Ende obenauf sein will, muss hier die Nase vorne haben." Dabei wolle man mit dem neuen Förderprogramm die österreichischen Betriebe unterstützen.

Digitalisierung bietet KMU Chancen
Für KMU ist es besonders wichtig, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um sich in der Wertschöpfungskette behaupten zu können. Zahlen der Statistik Austria zum Thema "IKT Einsatz in Unternehmen 2016" zeigen, dass es hier in Österreich etwa im Bereich E-Commerce noch ein großes Verbesserungspotential gibt: 88 Prozent der Unternehmen sind im Internet präsent aber nur 27 Prozent bieten ihre Waren und Dienstleistungen auch online an. Gerade im Bereich E-Commerce zeigt sich laut der aktuellen Vergleichsstudie der EU-Kommission DESI noch Aufholbedarf. Beim Online-Verkauf lag Österreich 2016 nur auf Rang 17 von 28.

Zwar sind schon jetzt viele Geschäftsmodelle ohne internetbasierte Technik nicht denkbar und den Unternehmen ist die Bedeutung des digitalen Wandels sehr wohl bewusst, bei der konkreten Umsetzung sind aber viele sehr zögerlich. So haben laut einer WKO-Umfrage 44,3 Prozent der Unternehmen in den nächsten 12 Monaten keine IT-Projekte geplant. Als Gründe werden Kosten (44 Prozent), Angst und Datensicherheit (26 Prozent) und fehlendes Know-how (19 Prozent) angegeben.

Leitl: "Wir müssen die Beratung professionalisieren, das Bewusstsein der Unternehmen in Richtung Digitalisierung stärken und sie zugleich gegen das immer größer werdende Problem der Cyber-Kriminalität wappnen."

Mit 10 Millionen Euro die Digitalisierung von Österreichs KMUs fördern
Daher wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) das Programm KMU DIGITAL aufgesetzt (www.kmudigital.at ). Sie basiert auf der Digital Roadmap der Bundesregierung und beinhaltet Maßnahmen zu Bewusstseinsbildung, Informationsvermittlung, Wissenstransfer und Qualifizierung sowie Digital Innovation Hubs.

Das vom BMWFW zehn  Millionen Euro dotierte Programm läuft vorerst zwei Jahre (2017-18) und wird nach einem Jahr evaluiert. Die Abwicklung läuft über die WKÖ, die Digital Innovation Hubs über die FFG.

"Digitalisierung ist eine Chance für den Standort, wir müssen Ängste nehmen und Chancen aufzeigen. Mit diesem Programm stärken wir das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft und stärken die Qualifikation der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Mahrer.

Umfassende Maßnahmen
Neben bewusstseinsbildenden Maßnahmen, Veranstaltungen und Webinaren geht es in einem ersten Schritt (ab Frühjahr 2017) um die Qualifizierung und Zertifizierung von Digitalisierungsberatern. Die entsprechenden Schulungen für Unternehmensberater werden zu 50 Prozent gefördert.

In einem nächsten Schritt können sich Unternehmen einem kostenlosen Status-Check unterziehen. Dessen Ergebnisse werden gemeinsam mit einem Digitalisierungsberater einer zu 100 Prozent geförderten Potentialanalyse unterzogen. Diese Erstberatungen können ab Herbst 2017 gebucht werden. Nächster Schritt ist dann eine Umsetzungsstrategie (zu 50 Prozent gefördert), wobei der Fokus auf den drei Schwerpunkten E-Commerce & Social Media, Geschäftsmodelle & Prozesse und Verbesserung IT-Sicherheit liegt.

Als Anreiz, in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren, wird ab Sommer 2017 ein Förderscheck zur Schulung und Re-Qualifizierung von Mitarbeitern um digitale Fähigkeiten aufgelegt.

Ergänzend laufen bei der FFG Arbeiten für zumindest einen Digital-Innovation-Hub (DIHs), wie es sie bereits in Deutschland gibt. Ziel ist, dass Unternehmen digitale Innovationen testen und sich beraten lassen können und mit anderen Akteuren auf nationaler und europäischer Ebene vernetzt werden.

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