Google Chrome: 13 Gründe gegen den Download Google Chrome: 13 Gründe gegen den Download - Computerwelt

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09.03.2017 Peter Wayner *

Google Chrome: 13 Gründe gegen den Download

Chrome mag der beliebteste Browser der Welt sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass es auch der Beste ist.

13 Gründe gegen die Nutzung von Google Chrome.

13 Gründe gegen die Nutzung von Google Chrome.

© Pavel Ignatov - shutterstock.com

Na gut, vielleicht haben wir da gerade ein bisschen übertrieben. Chrome ist ein toller Browser, Google hat in diesem Fall echt einen guten Job gemacht - und schiebt kontinuierlich Verbesserungen nach. Der Markt weiß das zu schätzen: Etliche Untersuchungen und Studien weisen Googles Chrome als den mit Abstand beliebtesten Browser weltweit aus.

Ist ja auch kein Wunder, schließlich läuft Chrome äußerst stabil. Das liegt auch daran, dass man sich bei der Architektur entschieden hat, jede Webseite einem separaten Prozess zuzuordnen. Vom exzellenten HTML5-Support, einem Schwall an Erweiterungs- und Synchronisierungs-Möglichkeiten sowie der engen Verzahnung mit Googles Cloud-Services ganz zu schweigen.

Dennoch gilt auch im Fall von Chrome: "Nobody’s perfect". Noch dazu gibt es eine mehr als ausreichende Zahl an alternativen Browsern. Wir nennen Ihnen 13 gute Gründe dafür, sich diese ruhig einmal etwas genauer anzusehen.

1. Sie lieben schnelle Downloads
Die Jungs von Opera waren die Ersten, die ihre Server zwischen Browser und Netz gepackt haben. Einen Mittelsmann dazwischen zu schalten kann einige Dinge im Leben verlangsamen. Das ist hier allerdings nicht der Fall. Opera hat sein "Turbo"-System so konzipiert, dass Webseiten gecached und sämtliche Daten komprimiert werden. Das spart Datenvolumen und macht den Seiten beim Laden Beine. Deswegen bieten zahlreiche andere Browser ähnliche Funktionen an. Chrome-User können beispielsweise auf die "Datensparmodus"-Erweiterung zurückgreifen.

2. Sie lieben JavaScript – und zwar in schnell
Benchmarks sind wankelmütig und spiegeln nicht zwingend die echte Browsing-Performance wider. Trotzdem sind sie besser als nichts. Darum hat man bei DigitalTrends sieben verschiedene Browser durch drei verschiedene Benchmark-Sets (JetStream, Octane und Kraken) gejagt. Chrome konnte dabei keinen Sieg erringen. Ok, es war ab und an mal knapp, aber Edge, Opera und Vivaldi konnten sich in den meisten Tests gegen den Google Browser durchsetzen.

3. Sie nutzen einen oder mehrere Akkus
Dass die Quelle Akku früher oder später versiegt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Opera verfügt deshalb über ein Stromspar-Feature, das Hintergrundaktivitäten und augenschmeichelnden aber sonst sinnlosen Animationen den Garaus bereitet. Das zahlt sich aus. Sagt zumindest Opera: In eigenen Tests wollen die Norweger bewiesen haben, dass ihr Browser 35 Prozent länger "kann" als Chrome. Das wiederum soll einer Nutzungszeit von etwa einer Stunde entsprochen haben.

Mac-Nutzer sollten außerdem auch mal Safari in Erwägung ziehen. Das Magazin "Cult of Mac" kam in einem Test zu dem Ergebnis, dass ein MacBook mit Safari ebenfalls 35 Prozent länger durchhält als mit Chrome.

4. Sie verabscheuen Phishing
Der Sicherheitsanbieter NSS Labs hat Googles Chrome, Microsofts Edge und Mozillas Firefox auf ihre Widerstandsfähigkeit in Sachen Phishing untersucht. Dazu besuchten die Experten infizierte Webseiten und führten Messungen durch, wann - und ob - die Browser reagierten. Dabei blockte Edge am Ende die meisten URLs (93 Prozent) vor Chrome (86 Prozent) und Firefox (85 Prozent). Während der 12-tägigen Tests im Oktober 2016 wurden 991 schadhafte URLs aufgerufen. Wir wissen zwar nicht wie oft Sie auf maliziöse Links klicken, aber Microsoft scheint das mit dem sicheren Browser ziemlich ernst zu nehmen.

5. Sie können Malware nicht ausstehen
In derselben Untersuchung von NSS Labs wurde auch untersucht, wie erfolgreich Chrome, Edge und Firefox "Social Engineering Malware" fernhalten. Diese leicht sperrige Begrifflichkeit umfasst jegliche Schadsoftware, die über E-Mail-Accounts (die meist gestohlen wurden) verbreitet wird. Von den 220.000 so gewonnen URLs identifizierte NSS Labs 5224 als schadhaft. Edge blockierte 99,3 Prozent dieser Seiten, Chrome 95,7 Prozent und Firefox 81,9 Prozent.

6. Sie bevorzugen VPN
Mit den Opera "Turbo"-Services kommt man nicht nur schneller durchs Web, sondern bei Bedarf auch sicherer und anonymer. Opera bietet zu diesem Zweck einen integrierten, fertig eingerichteten VPN-Tunnel an. Keine Extensions, keine Abo-Gebühren. Eine Nutzung bietet sich vor allem an, wenn Sie in öffentlichen WLAN-Netzwerken unterwegs sind.

7. Sie brauchen nicht jedes neue HTML5-Feature
Webentwickler verlassen sich seit langem auf die Website "HTML5Test", wenn sie sich über HTML5-Implementationen auf dem Laufenden halten wollen. Seit Jahren ist Googles Chrome in dieser Hinsicht den Konkurrenten voraus. Aber wie wichtig sind diese Features wirklich? Und: Merken das "normale" Menschen überhaupt?

Safari schmiert in diesem Ranking beispielsweise richtig ab. Das liegt zum einen daran, dass neue HTML5-Inputs nicht unterstützt werden, die ohnehin wenig Sinn machen - wie beispielsweise die Möglichkeit, einer Website eine andere Farbe zu geben. Zum anderen aber auch daran, dass Safari keine Eingaben durch ein Gamepad unterstützt. Hand aufs Herz: Wann wollten Sie zum letzten Mal eine Website von weiß auf grün ändern? Wann haben Sie sich zum letzten Mal gewünscht, mit einem Game-Controller durchs World Wide Web zu brausen?

8. Sie wollen echte Privatsphäre
Beim Tor-Browser handelt es sich um eine modifizierte Version von Firefox, die Ihre Anfragen über das Tor-Netzwerk leitet. Letzteres könnte man als eine Art Verschlüsselungs-Sumpf visualisieren, der die Verbindung zwischen User und Webseite verschleiert.

Der "Privacy Browser" Epic kommt ebenfalls mit einer Vielzahl von Privatsphäre-erhaltenden Features. Dazu zählt auch ein Tracking-Blocker, der die Werbetreibenden abhalten soll. Die Entwickler haben sich außerdem viel Mühe gegeben, dem Nutzer mehr Kontrolle darüber zu geben, welche Daten gespeichert werden. Cookies, Cache und Browser-History - Sie entscheiden, ob Sie sie benutzen oder nicht. Macht zu haben ist etwas Schönes - besonders wenn es dabei um die eigenen persönlichen Daten geht.

Natürlich sind das zwei eher extreme Alternativen. Auch bei Opera und Mozilla ist man in dieser Hinsicht gut aufgehoben. Und Chrome lässt sich mit einigen Handgriffen ebenfalls in seiner Tracking-Wut zähmen. Aber eben nicht komplett.

9. Sie wollen ins Netz eintauchen
Etwas Neues erleben können Sie mit dem Concept-Browser "Neon" von Opera. Der will Desktop und World Wide Web miteinander verschmelzen und versetzt Bookmarks und Tabs in einen Weltraum-esken Zustand. Klingt komisch und ist schwer zu beschreiben. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Sie wissen doch: Einfach mal machen.

10. Sie stehen auf Foto-Sharing
Wenn Sie schon dabei sind: Probieren Sie unbedingt die "snap to gallery"-Funktion aus. Das lässt sich am ehesten als intelligentes Wurmloch beschreiben, das Sie ein Bild greifen lässt, um es abzuspeichern. Dabei werden nicht nur die Dateien gespeichert, sondern auch die Grundlagen für eine riesige Image-Sharing-Datenbank gelegt.

11. Sie sind Apple-fiziert
Bei Apple hält man viel von interner Software-Vernetzung. Safari stellt dabei so etwas wie das Zentrum des Apple-Kosmos dar. Bookmarks und Passwörter sind nur einige Dinge, die mit der Apfel-Cloud synchronisiert werden können. Wenn Sie Apple-Unterwäsche tragen, sollten Sie auch Safari nutzen.

12. Sie lieben Open Source
Die Wurzeln von Firefox liegen im unvergessenen Browser-Pionier Netscape. Das wiederum war eines der ersten großen Unternehmen, die ihren Quellcode offengelegt haben. Die heutige Mozilla Foundation ist dieser Tradition bis heute verpflichtet. Mit der Nutzung von Firefox auf Ihrem Smartphone, Desktop oder Tablet unterstützen Sie die Open-Source-Bewegung.

13. Sie halten nichts von Monokultur
Inzwischen können Sie mit Hilfe des Google-Ökosystems selbst dafür sorgen, dass all Ihre Daten nur noch zwischen Ihnen und Google fluktuieren. Wenn Sie Google-Fan sind, ist das nicht unbedingt etwas Schlechtes. Wer aber Wettbewerb dem Monopol vorzieht und für ein offenes, freies Internet eintritt, könnte sich an dieser Stelle Sorgen machen. Und wird im Anschluss lieber einen anderen Browser nutzen, um den Wettbewerb weiter zu befeuern.


* Peter Wayner schreibt für unsere US-Schwesterpublikation infoworld.com.

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