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13.03.2017 pte

China: Investoren-Skepsis bei Gesundheits-Apps

Der Hype bei Medizin-Apps am chinesischen Markt scheint vorüber. Im letzten Quartal gingen die Investitionen des digitalen Gesundheitssektors im Jahresvergleich um zehn Prozent zurück.

Die Investitionen in Gesundheits-Apps in China sind im vergangenen Quartal um über zehn Prozent gesunken.

Die Investitionen in Gesundheits-Apps in China sind im vergangenen Quartal um über zehn Prozent gesunken.

© Gajus - Fotolia.com

Noch dramatischer war der Rückfall im Quartal zuvor, als der Investitionsrückgang 41 Prozent betrug. Der Grund für diesen Rückgang: Die Investoren werden immer skeptischer, wie die digitalen Gesundheitslösungen Gewinne generieren sollen - nicht zuletzt angesichts zunehmender Ausfälle.

Gedämpfte Begeisterung
Gesundheits-Apps hatten in China einen Boom erlebt. Doch die Begeisterung der Investoren wandelte sich im letzten Jahr in Sorge, als 27 Medizin-Apps ihre Pforten schlossen und mit dem ausgeliehenen Geld durchbrannten. Die Investorenstimmung verschlechterte sich dann zusätzlich, als vor einigen Wochen der Internet-Gigant Baidu bekanntgab, seinen mobilen Gesundheitssektor und seine Flagschiff-App "Baidu Doctor" zu schließen. Insgesamt betrugen die Investitionen im letzten Quartal 520 Mio. Dollar.

"Wir haben in mehrere Unternehmen dieses Sektor investiert, jedoch sind wir sehr skeptisch, wie der Sektor Gewinne erzielen soll", fasst Nisa Leuung von Qiming Venture Partners, im Gespräch mit der "Financial Times" die Problematik des mobilen Gesundheitssektors zusammen. Neben des unsicheren Geschäftsmodell, das sehr stark von den Umsätzen aus Werbung abhängig ist, gibt es von Seiten der Investoren auch Bedenken aufgrund der gesetzlichen Regulierung. Es wird befürchtet, dass die lokalen Regierungen die Rechte der digitalen Kliniken einschränken könnten, falls lokale Interessen durch die neuen Apps gefährdet werden. "Es gibt kein Regulativ, das einem sagt, was man darf oder nicht darf", erklärt Wang, von Good Doctor. "Man kann nie wissen, wann die Regierung Nein sagen wird."

Unsicheres Regulativ macht Sorge
Die Nutzerzahlen der populärsten chinesischen Medizin-Apps sind trotz aller Vorsicht der Investoren beeindruckend. "Good Doctor" weist nach eigenen Angaben 27 Mio. Nutzer auf und stellt pro Tag 400.000 Diagnosen. Die Apps verdienen dabei Geld mit Werbung und mit der Vermittlung von Arztterminen. "We Doctor" hat über 100 Mio. solcher Buchungen in den letzten zwei Jahren durchgeführt und dafür umgerechnet einen Gewinn von 175 Mio. Dollar lukriert.

Der Grund für den Boom der mobilen Gesundheits-Apps ist einfach: ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber Kliniken und die Überforderung der Gesundheitseinrichtungen, die zu überfüllten Wartesälen in den Kliniken und Spitälern führt. Mehr als 2.000 mobile Gesundheits-Apps gibt es in China. Sie stellen ärztliche Diagnosen, medizinische Ratschläge oder vergeben Arzttermine zu weiterführenden Untersuchungen und führen vor allem zu einer veritablen Entlastung des überforderten Gesundheitssystems.

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