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15.03.2017 Klaus Lorbeer/pi

OwnYourData: Herr über die eigenen Daten sein und bleiben

Jeder von uns erzeugt täglich große Datenmengen. OwnYourData ermöglicht es, selbst von diesen Daten zu profitieren, anstatt sie bedingungslos sammelwütigen Organisationen zu überlassen und dreht den Spieß um.

Elena Adler von OwnYourData, einem Verein zur Förderung der selbstständigen Nutzung von Daten.

Elena Adler von OwnYourData, einem Verein zur Förderung der selbstständigen Nutzung von Daten.

© Christoph Fabianek

Um die Privatsphäre zu schützen, bietet OwnYourData einen radikalen Paradigmenwechsel bei der Informationsverarbeitung. Üblicherweise wandern unsere Daten an die Betreiber von Webservices und Apps, um im Gegenzug diese nutzen zu können. OwnYourData dreht den Spieß um: Benutzer behalten ihre Daten und speichern sie im eigenen Datentresor der z.B. am Raspberry Pi daheim betrieben wird. Apps und Services werden ebenfalls in den Datentresor geladen.

Datenanalyse bei gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre
Eine Studie in den USA hat ergeben, dass bereits 45 Prozent der Internetnutzer Onlinedienste aus Sorge um die Privatsphäre nicht mehr nutzen. Bei all der berechtigten Sorge um Sicherheit und Privatsphäre darf nicht vergessen werden, dass die heutigen Möglichkeiten der Datenanalyse auch Chancen bieten, um Zusammenhänge in unserem Leben zu entdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Bisher waren die einzigen Profiteure dieser Datenanalysen große Konzerne wie Facebook, Google & Co. Der gemeinnützige Verein OwnYourData tritt nun an, diese Erkenntnisse zu jedem nachhause zu bringen und dabei die Privatsphäre zu wahren. Wie das geht? Die Technik dahinter basiert auf Docker und Programme werden dabei vorkonfiguriert auf den eigenen Computer heruntergeladen. Damit verlassen die Daten niemals die eigenen vier Wände und man profitiert trotzdem von den positiven Möglichkeiten.

Gemeinnütziger Verein und Open Source
Organisatorisch wird OwnYourData als gemeinnütziger Verein geführt und Netidee förderte das Vorhaben im Jahr 2016. Mittlerweile ist ein erster Prototyp verfügbar und rund zehn Apps stehen zum Datensammeln und Auswerten zur Verfügung. Alle Teile werden unter einer Open-Source-Lizenz bereitgestellt und jeder ist eingeladen, neue Datenquellen zu erschließen, weitere Algorithmen zu entwickeln oder Ideen zur Auswertung beizusteuern.

Christoph Fabianek, Gründer von OwnYourData, beschreibt den aktuellen Status so: "Firmen haben den großen Vorteil, dass sie Daten über sehr viele Benutzer in einem speziellen Segment haben. Damit Benutzer von eigenen Daten profitieren können, sind aber viele Daten aus unterschiedlichen Quellen notwendig." Deswegen sei, so Fabianek, die große Herausforderung, an der man gegenwärtig arbeite, möglichst viele Datenquellen zu erschließen.

Anwendungsgebiete
Konkrete Beispiele für den Einsatz von OwnYourData sind die Auswertung der eigenen Kontodaten, ein Allergie-Tagebuch zum Vergleich des eigenen Befindens mit der lokalen Pollenbelastung oder die Verwendung bei IoT-Projekten. OwnYourData hat  zum Beispiel gemeinsam mit der IoT Austria bei der Quintessenz eine Raumklimasteuerung realisiert. Der Vorteil dabei: alle Sensordaten werden nur lokal auf einem Banana Pi gespeichert und dort auch verarbeitet. Es gibt keine Verbindung zum Internet und damit auch keine Gefahr von Angriffen.

Zur privaten Speicherung eigener Dateien, wie z.B. Fotos oder Dokumente mit den Vorteilen eines Cloud-Dienstes gibt es bereits Lösungen (NextCloud, Seafile u.v.m.). Durch die Erweiterung dieser Angebote um das Sammeln von unstrukturierten Daten, wird ein weiterer Schritt zur Selbstbestimmtheit im Umgang mit digitalen Medien gesetzt. OwnYourData hat es sich zum Ziel gesetzt, solche Lösungen frei und unabhängig von Firmeninteressen anzubieten. 

Interessierte finden unter OwnYourData.eu weitere Informationen. Unter dieser URL können die Funktionen auch in einer Demo ausprobiert werden und Anleitungen beschreiben, wie man OwnYourData selbst einsetzen kann.

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