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12.04.2017 pte

Boeing setzt auf 3D-gedruckte Bauteile für 787

Das auf additive Fertigung spezialisierte Unternehmen Norsk Titanium wird 3D-gedruckte Titan-Strukturkomponenten für Boeing fertigen.

Titan aus dem 3D-Drucker spart Geld beim Fertigen von Bauteilen.

Titan aus dem 3D-Drucker spart Geld beim Fertigen von Bauteilen.

© Norsk Titanium

Mit dem Boeing 787 (Dreamliner) soll erstmals ein kommerzielles Flugzeug mit von der US-Luftfahrtaufsicht FAA zugelassenen Titanteilen aus dem 3D-Drucker abheben. Für Boeing bedeutet das nach Angaben von Norsk Titanium Millioneneinsparungen bei wichtigen Strukturkomponenten.

3D-Druck hebt ab
3D-Druck ist in den vergangenen Jahren immer alltagstauglicher geworden. Der aktuelle Deal zwischen Boeing und Norsk ist ein Meilenstein für die additive Fertigung und die Luftfahrt. Immerhin handelt es sich bei den Titanbauteilen für den Dreamliner um kritische Strukturkomponenten für ein Passagierflugzeug. Dass Boeing tatsächlich auf 3D-gedruckte Teile setzt, ist also ein Zeichen großen Vertrauens darin, dass additive Fertigungstechnologien bereits weit gereift sind.

Boeing und Norsk haben beim Design der Komponenten, die Boeing jetzt offiziell bestellt hat, eng zusammengearbeitet. Ziel war es sicherzustellen, dass die 3D-gedruckten Teile auch tatsächlich den nötigen Anforderungen genügen. Die Fertigung erfolgt mit Norsks proprietärem RPD-Verfahren (Rapid Plasma Deposition). Dabei wird Titan in Argongas zum Schmelzen gebracht und schichtweise präzise aufgetragen. Nach eingehenden Tests waren Boeing und Norsk im Februar dieses Jahres soweit, damit Komponenten für die Zertifizierung durch die FAA vorzulegen. Jetzt beginnt die kommerzielle Fertigung.

Flugzeug-Kosten sinken
Für Boeing geht es bei diesem Schritt um viel Geld. "Wir sind immer auf der Suche nach den neuesten Technologien, um die Kostenreduktion voranzutreiben", erklärt John Byrne, Bereichsleiter Airplane Materials and Structures, Supplier Management bei Boeing Commercial Airplanes. Bei Norsk RPD sei man fündig geworden.

Der Zulieferer ist davon überzeugt, dass er Boeing einen massiven Kostenvorteil bringen wird, wenn bis 2018 immer mehr Komponenten gedruckt werden. "Das bedeutet mindestens zwei bis drei Millionen Dollar Einsparungen pro Dreamliner", so Chip Yates, Marketingverantwortlicher bei Norsk Titanium. Das wäre etwa ein Prozent des Katalogpreises von 225 bis 306 Mio. Dollar (Modelle 787-8 beziehungsweise 787-10).

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