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04.05.2017 Mark Schröder*

Windows 10 S enthüllt: Angriff auf Chrome OS

Ein Betriebssystem erlaubt nur geprüfte Apps, Laptops sind richtig billig: Microsoft wandelt mit Windows 10 S und Surface Laptop auf den Spuren von Apple sowie Google.

Das Betriebssystem "Windows 10 S" akzeptiert nur Apps aus dem Windows Store.

Das Betriebssystem "Windows 10 S" akzeptiert nur Apps aus dem Windows Store.

© Microsoft

Microsoft will mit neuen Windows-Produkten verloren geglaubte Kunden zurückgewinnen. Der Hersteller lancierte sowohl das Betriebssystem "Windows 10 S" als auch das Notebook "Surface Laptop". Hinzu kamen einige Anwendungen und Services für den Bildungssektor, darunter Administrationsprogramme und diverse Teamarbeits-Tools. Damit reagiert der Konzern auf den schwindenden Zuspruch unter Schülern, Studenten und Lehrkräften zu seinen Produkten – sowohl bei der Hardware als auch bei der Software.

Im Bildungssektor gewinnen Apple und Google immer mehr Käufer. Schülern genügt oftmals ein iPad (mit Tastatur) oder ein Chromebook. Laut der Marktforschungsfirma IDC waren insbesondere die Google-Laptops ein Grund für leicht steigende PC-Verkäufe im ersten Quartal des laufenden Jahres. Mit 60,3 Millionen Stück seien 0,6 Prozent mehr Geräte abgesetzt worden als vor einem Jahr. Damit war der Markt erstmals seit 2012 nicht mehr rückläufig, so IDC. 

Windows statt Chrome OS
Vom Geschäft mit Billig-Laptops will Microsoft nun ebenfalls profitieren: Das Betriebssystem Windows 10 S soll kostenfrei an Bildungseinrichtungen abgegeben werden (wenn sie eine Windows-Lizenz besitzen). Günstige Geräte wollen Acer, Asus, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba liefern. Microsofts Windows-Chef Terry Myerson wirbt mit Gerätepreisen unter 200 US-Dollar. Bei Schweizer Händlern gibt es Chomebooks für ähnlich kleines Geld.

Die Betriebssystemvariante Windows 10 S ist nach den Worten von Myerson auf bestimmte Apps eingeschränkt: Installiert werden können ausschliesslich Anwendungen aus dem Windows Store. Der bietet bekanntlich nicht die Auswahl wie bei Apple und Google. Zum Arbeiten und Studieren soll es aber reichen, sagt Microsoft. Eine Spotify-App für die Pausenunterhaltung ist in Entwicklung, beruhigt der Konzern.

Standardmässig mit Windows 10 S ausgeliefert wird der "Surface Laptop", kündigte Produktmanager Panos Panay an. Das Modell lässt sich aber mit einem herkömmlichen Windows-System nutzen, ergänzte er. Den Surface Laptop positioniert Microsoft als Alternative zu Apples MacBook Air/Pro. Im Vergleich mit den Mac-Geräten bewarb Panay den Surface Laptop mit besseren Leistungswerten (50 Prozent mehr) und einer längeren Akkulaufzeit (14,5 statt 10 Stunden).

Die Mehrleistung will Microsoft mit speziellen Bauteilen und Software-Funktionen erreichen. Beispielsweise kommen neuste Intel-Prozessoren (Core i5 und Core i7) zum Einsatz, das SSD (bis 1 Terabyte) ist fest auf dem Motherboard verlötet und Windows 10 S aufs Stromsparen getrimmt. Einen Touch-Bildschirm besitzen die Microsoft-Produkte notabene trotzdem. 

Installation in 30 Sekunden
Für die Administration von Windows 10 S will Microsoft dem Bildungssektor spezielle Lösungen bereitstellen. Mit der App "Set up School PCs" soll sich beispielsweise eine Rechnerkonfiguration fixfertig auf einen USB-Stick kopieren lassen. Windows 10 S kann so binnen 30 Sekunden eingerichtet werden, wirbt Microsoft. Für das Management der PC-Flotte einer Schule bringt Microsoft ausserdem "Intune for Education" auf den Markt. Die Cloud-Anwendung lässt sich mit dem Active Directory für Benutzerrechte koppeln und auch mit Office 365 verbinden. 

Das Office aus der Cloud wird per sofort um Microsoft Teams ergänzt. Lehrer und Schüler können in der Anwendung wie in einem virtuellen Klassenzimmer zusammenarbeiten: chatten, Dokumente austauschen respektive gemeinsam bearbeiten oder Videokonferenzen veranstalten. Für Herbst kündigt Microsoft ausserdem die App "Windows Mixed Reality" an. Sie soll das Vermitteln komplexer Inhalten vereinfachen. So lassen sich mittels einer herkömmlichen RGB-Kamera im Schüler-Laptop 3D-Visualisierungen auf das Lehrerpult projizieren.

*Der Autor Mark Schröder ist Redakteur von PCTIPP.

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