Google-KI übernimmt die Arbeit von Profi-Fotografen Google-KI übernimmt die Arbeit von Profi-Fotografen - Computerwelt

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20.07.2017 Luca Perler*

Google-KI übernimmt die Arbeit von Profi-Fotografen

Google-Forscher haben einen Algorithmus entwickelt, der selbstständig Fotos nachbearbeitet. Dafür nutzt er Panoramabilder aus Street View.

Dieses Bild wurde in den italienischen Alpen aufgenommen (oben das Original, unten bearbeitete Versionen).

Dieses Bild wurde in den italienischen Alpen aufgenommen (oben das Original, unten bearbeitete Versionen).

© Google Research

Die Google-Forscher Hui Fang und Meng Zhang haben einen Algorithmus entwickelt, der schon fast Profi-Fotografen Konkurrenz macht. Die künstliche Intelligenz namens "Creatism" nimmt sich Street-View-Panoramaaufnahmen vor und macht daraus kunstvolle Bilder, indem sie automatisch die Nachbearbeitung erledigt.

Dazu pflügte sich der Algorithmus durch rund 40.000 Panoramen, die etwa in den Alpen, im kanadischen Jasper-Nationalpark oder in der Lombardei aufgenommen wurden. Danach wählte er selbstständig die besten Bildausschnitte aus und behandelte diese mit bestimmten Effekten nach. 

Die beiden Forscher liessen die von "Creatism" bearbeiteten Bilder anschliessend von Profi-Fotografen beurteilen. Dazu stellten sie ein Set mit insgesamt 1.200 Fotos zusammen, wovon 400 zuvor durch den Algorithmus nachbearbeitet wurden. Die Profis teilten die Bilder schliesslich in vier Kategorien ein:

  • Schnappschuss ohne Rücksicht auf Komposition oder Licht
  • Gutes Bild von Gelegenheitsfotografen ohne jegliche Ausbildung
  • Sehr gutes, semiprofessionelles Bild mit klar erkennbaren künstlerischen Aspekten
  • Professionelles Foto

160 der 400 "Creatism"-Fotos schafften es dabei in die Kategorien drei und vier.

Ziel des Experiments sei es gewesen zu erforschen, wie ein Algorithmus mittels Machine Learning Aufgaben meistern könne, bei denen es kein richtig oder falsch gebe, schreibt Hui Fang in einem Blog-Beitrag. Das Bearbeiten haben die Forscher dem Algorithmus beigebracht, indem sie gewisse Arbeitsschritte anhand professioneller Aufnahmen aufzeigten und mit Negativbeispielen koppelten.

Laut Fang ist denkbar, dass der Algorithmus eines Tages dabei helfen könnte, in der Realität bessere Fotos zu knipsen. Fotografinnen und Fotografen müssen sich aber deshalb keine Sorgen um ihren Job machen. Beim Projekt handelte es sich um ein erstes Experiment. Bis "Creatism" als App daherkommt, könnte es noch eine ganze Weile dauern. Und schliesslich muss ja auch jemand das Foto schiessen. Eine Galerie mit einer Vielzahl bearbeiteter Bilder haben die beiden Google-Forscher auf Github bereitgestellt.

*Luca Perler ist Redakteur von PCTipp. 

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