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Blockchain-Kompetenzzentrum in Graz gegründet

Das Thema Blockchain nimmt in Österreich massiv an Fahrt auf. In Graz wurde das erste Blockchain-Kompetenzzentrum der Republik gegründet und das Wirtschaftsministerium hat Blockchain in der "Digital Roadmap Austria" verankert. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit der heimischen Bitcoin- und Blockchain-Industrie eine "Blockchain Roadmap" ausgearbeitet, die den Weg für diese zukünftige Schlüssel-Technologie in Österreich ebnen soll.

Graz will sich als Blockchain-Zentrum etablieren.

Graz will sich als Blockchain-Zentrum etablieren.

© enzozo - shutterstock.com

Die Blockchain gilt als Erweiterung, viele sprechen von der Neuerfindung, des Internets und ermöglicht dezentrale Anwendungen und die sichere Übertragung von Werten (Stichwort "Internet of value"). In Kombination mit Automatisierungstechnik und Internet of Things (IoT) bietet die Blockchain-Technologie gigantisches Potenzial zur Disruption ganzer Industrien.

Bekannt wurde die Blockchain durch Bitcoin und andere Kryptowährungen. Sie wandten eine Kombination aus kryptographischer Verkettung, Peer-2-Peer-Netzwerk und Spieltheorie in Form eines "distributed ledger" an und demonstrierten damit wie man ein manipulationssicheres System zum Werttransfer aufbauen kann.

Durch offene Plattformen wie Ethereum und so genannte "Smart Contracts" ist es heute bereits möglich zahlreiche Geschäftsfälle voll zu automatisieren, für die es bis jetzt immer einen zentralen Intermediär (z.B.: Notar, Clearinghouse, Treuhänder, etc.) bedurfte. Neben der Finanzbranche forschen und entwickeln insbesondere der Energiesektor, aber auch die Logistik- und Mobilitätsbranche intensiv an den ersten Praxisanwendungen. Startups und etablierte Unternehmen aus der Industrie erkennen diese Technologie gleichermaßen als Chance.

Graz, der Blockchain-Hotspot in Österreich
In den letzten Monaten hat sich Graz zu einem Zentrum des noch jungen Blockchain-Ökosystems in Österreich entwickelt. Seit Anfang 2016 hat sich eine dynamische Krypto-Szene als BlockchainHub Graz organisiert und mit einem einschlägigen Startup Contest bereits für internationales Aufsehen gesorgt. Im Juli dieses Jahres haben sich dann 21 Softwareentwickler und Blockchain-Enthusiasten zur lab10 collective eG zusammengeschlossen. In mehreren Kompetenzteams wird einerseits an eigenen Projekt- und Produktideen gearbeitet, andererseits auch Entwicklungsleistungen für externe Kunden aus der Industrie erbracht.

Thomas Zeinzinger, Initiator und Obmann der lab10 collective, war auch als Fachverständiger bei der Entwicklung der nationalen Blockchain-Roadmap dabei. Zur Wahl der speziellen Organisationsform erklärt er: "Die Genossenschaft hat sich als ideal herauskristallisiert, als es darum ging die talentiertesten Softwareentwickler aus Graz und Umgebung für eine Mitarbeit an wirklich anspruchsvollen, großen Projekten im Blockchain-Bereich zu gewinnen. Den Meisten geht es um die Herausforderung und Chance bei dieser Technologie von Beginn an dabei zu sein und mit dem eigenen Unternehmen die Welt ein Stück weit besser zu machen."

Um die lab10-internen Produkt- und Startup-Ideen auszufinanzieren, soll in den kommenden Wochen ausreichend Kapital eingesammelt werden – über Business Angels, aber auch über neue Finanzinstrumente wie ICOs (Initial Coin Offerings). Das Startup mit österreichischen Wurzeln in Singapur, TenX, machte es vor und sammelte damit 80 Millionen Dollar ein.

So gesehen ist das lab10 collective Labor und Raum für revolutionäre Blockchain-Ideen, also eine Art Sandkiste für Geeks. Sogenannte "Sandboxes" möchte auch Minister Mahrer einrichten. Unternehmen soll die Möglichkeit gegeben werden – quasi unter Aufsicht der Regulatoren - neue Geschäftsmodelle auf Blockchain-Basis umzusetzen und auszuprobieren. Das sorgt nicht nur für Rechtssicherheit, sondern lädt Industrie und Startups ein, in diesem Bereich schon jetzt aktiv zu werden und nicht darauf zu warten, bis der gesetzliche Rahmen vollständig geklärt ist.

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