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Bereitschaft für intelligente Implantate steigt

F5 Networks hat in der Studie "The Future of Apps" festgestellt, dass in Deutschland 57 Prozent der Menschen glauben, sie würden nicht ihr volles Potential im Leben ausschöpfen. Häufig wollen sie dies durch technische Hilfsmittel verbessern. Gleichzeitig möchten 71 Prozent der Konsumenten in Europa neue Erfahrungen machen.

Apps werden in den kommenden zehn bis 15 Jahren immer mehr zur Schnittstelle zwischen technischen Systemen und dem menschlichen Körper.

Apps werden in den kommenden zehn bis 15 Jahren immer mehr zur Schnittstelle zwischen technischen Systemen und dem menschlichen Körper.

© Antonis Papantoniou - Fotolia.com

Diese beiden Gründe führen dazu, dass Apps in den kommenden zehn bis 15 Jahren immer mehr zur Schnittstelle zwischen technischen Systemen und dem menschlichen Körper werden. Damit werden Sinneswahrnehmungen erweitert oder Körperfunktionen optimiert. "Der Wunsch, die persönliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, ist nicht neu", stellt die Studie fest. "Doch technologische Entwicklungen wie intelligente Implantate, DNA-basierte Behandlungen, hochperformante Prothesen und gedächtnisfördernde Komponenten ermöglichen neuartige Wege zur Eigenoptimierung."

Schon heute gibt es erste Beispiele für ein solches Human Enhancement. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist Neil Harbisson, Mitgründer der Cyborg Foundation. Er wurde komplett farbenblind geboren und sieht die Welt nur in Grautönen wie in einem Schwaz-Weiß-Film. Er ließ sich eine Antenne in seinen Kopf einbauen, mit welcher er sichtbare und sogar unsichtbare Farben wie Infrarot und Ultraviolett als Töne hört. Zudem kann er darüber Bilder, Videos, Musik oder Telefonate von externen Geräten wie Smartphones oder Satelliten direkt in sein Gehirn übertragen.

Die US-Firma Kernel entwickelt einen implantierbaren Mikrochip als Gehirnprothese. Er soll die Kommunikation der Gehirnzellen nachahmen, damit Patienten mit Demenz oder Verletzungen des Gehirns wieder ein Langzeitgedächtnis erhalten. In Zukunft sind über 3D-Druck-Technologien viele weitere intelligente Implantate als Körperprothesen oder -erweiterungen möglich. Diese werden dann von Apps gesteuert, um die Wahrnehmung und Funktonen des Körpers zu verändern oder zu verbessern. Die Bereitschaft dafür ist heute schon da. So haben in der Studie 48 Prozent der deutschen Teilnehmer ihr Interesse an Kontaktlinsen bekundet, mit denen sie auch im Dunkeln sehen könnten. "Im ersten Moment klingen viele neue Einsatzszenarien für Human Enhancement abschreckend, doch bei genauerer Betrachtung stecken wir schon mittendrin: durch Herzschrittmacher oder künstliche Hüft- und Kniegelenke", sagt Andreas Riepen, Vice President DACH bei F5.

"In 15 Jahren wird sich die Situation grundlegend geändert haben. Ich glaube, dass immer mehr Menschen erweiterte, integrierte Technologien nutzen, mit diesen auf neuartige Weise interagieren sowie mit anderen Menschen und der Umwelt kommunizieren. So werden wir alle quasi zu Cyborgs. Doch müssen wir dabei aufpassen, dass wir uns nicht von der Technologie steuern lassen, sondern der Mensch die Kontrolle behält. Zudem sind Datenschutz und Datensicherheit dann nicht mehr die alleinige Verantwortung der Anbieter und Hersteller. Jeder Nutzer muss entscheiden, welche Informationen er wem freigibt und welche nicht. Somit liegt es auch an jedem einzelnen, einen Hacker-Angriff auf die eigene Person zu vermeiden."


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