Cyberspionage: ESET enttarnt neue Turla Backdoor Cyberspionage: ESET enttarnt neue Turla Backdoor - Computerwelt

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01.09.2017 Klaus Lorbeer/pi

Cyberspionage: ESET enttarnt neue Turla Backdoor

Die berüchtigte Hackergruppe Turla ist zurück: Der europäische Security-Software-Hersteller ESET hat eine neue, verbesserte Backdoor der Cyberkriminellen entdeckt. "Gazer" verbreitet sich seit 2016 und attackiert gezielt europäische Institutionen.

Gazers Entwickler scheinen Videospiele-Fans zu sein: "Only_single_player_is_allowed".

Gazers Entwickler scheinen Videospiele-Fans zu sein: "Only_single_player_is_allowed".

© ESET

Die Turla-Gruppe greift seit vielen Jahren verschiedene europäische Regierungen und Botschaften auf der ganzen Welt an und ist bekannt für ihre zielgerichteten Watering-Hole- und Spear-Phishing-Kampagnen. ESET-Forscher konnten die Backdoor Gazer global nachweisen, am häufigsten jedoch auf Computern in Europa.

"Das Vorgehen, die verwendete Technik und die Abläufe sind typisch für Turla", erklärt Jean-Ian Boutin, Senior Malware Researcher bei ESET. "Nach einer erfolgreichen Spear-Phishing-Attacke wird eine First-Stage-Backdoor wie Skipper auf dem Computer des Opfers installiert. Anschließend wird die Second-Stage-Backdoor implementiert - in diesem Fall Gazer."

Entdecken, was nicht entdeckt werden will 
Wie andere Second-Stage-Backdoors von Turla, darunter Carbon und Kazuar, erhält Gazer verschlüsselte Aufträge von einem Command-and-Control-Server. Diese können sowohl direkt auf dem infizierten Gerät, als auch auf anderen Maschinen im selben Netzwerk ausgeführt werden. Die Autoren von Gazer bedienen sich großzügig bei ihrer eigenen, maßgeschneiderten Kryptographie sowie einer eigenen Sammlung an 3DES oder RSA. Die in der Quelle eingebetteten RSA-Schlüssel beinhalten den öffentlichen Schlüssel vom Server der Angreifer sowie einen privaten Schlüssel.

Um die Antiviren-Abwehr zu umgehen und das System weiter anzugreifen, verwendet die Turla-Gruppe zudem ein virtuelles Dateisystem in der Windows-Registry. "Turla gibt sich alle Mühe, vor dem System versteckt zu bleiben", so Boutin. "Dafür ändert die Backdoor Zeichenketten im Code, randomisiert Marker und löscht Dateien unwiederbringlich. Im jüngsten Fall haben die Entwickler von Gazer einfache Zeichenketten geändert und Zeilen aus Videospielen ergänzt, beispielsweise 'Nur Einzelspieler-Modus erlaubt'." Die Entdeckung dieser neuen und bisher nicht dokumentierten Backdoor durch unsere Forscher sei ein wichtiger Schritt, um der wachsenden Bedrohung durch Cyberspionage in unserer digitalisierten Welt entgegenzutreten, zieht Boutin Resümee des Gazer-Nachweises durch ESET-Forscher.

Weitere Informationen sowie technische Details der neuen Turla Backdoor gibt es im ESET Blog WeLiveSecurity sowie in einem ausführlichen Whitepaper.

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