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01.10.2017 Roland Kissling/pi

Erste vollständig digitale Patientenakte in Österreich umgesetzt

Bis zum Jahr 2017 hat es gedauert: Nun gibt es die ersten medizinischen Einrichtungen wo sämtliche Daten digital verarbeitet werden.

Digitale Patientenakte ist erstmals Realität in österreich

Digitale Patientenakte ist erstmals Realität in österreich

© Care Solutions

Umgesetzt wurde dieser Meilenstein in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeeinrichtungen der Barmherzigen Brüder Österreich. Ab sofort liegen dort Krankengeschichten inkl. Fieberkurve, Pflegedokumentation, Medikationsdaten, Bilder und Befundergebnisse von medizinischen Geräten, von Patienten mitgebrachte Befunde u.v.a. in einer einzigen interdisziplinären Oberfläche für Medizin, Pflege und therapeutische Dienste vor. 

Im Gegensatz zu ELGA dienen die Daten nicht dem Informationsaustausch mit anderen Gesundheitsdiensteanbietern, sondern dienen nur der bestmöglichen Versorgung innerhalb eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung.

Mit dem Projekt will man die Patientensicherheit sowie Qualität und zeitnahe Entscheidungsfindung bei der Behandlung und Pflege verbessern.

Nicht nur die Dokumentationsprozesse in den Ambulanzen und im stationären Bereich laufen digital. Auch alle medizinischen Geräte, der gesamte Versorgungsprozess und die medizinische Dokumentation laufen vollständig digitalisiert ab. Die digitale Dokumentation ist rund um die Uhr durch die Softwarelösungen der ordenseigenen Firma Care Solutions von jedem Ort innerhalb der Einrichtung je nach Berechtigung möglich und aufrufbar.

Hohe Sicherheit der Patientendaten

Der Datenschutz und die Datensicherheit sind bei der digitalen Patientenakte ein wichtiges Thema. „Die Daten sind bei unserem System sehr gut geschützt“, versichert Michael Wiltschnigg, Leiter IT-Applications der Barmherzigen Brüder Österreich und Ge­schäftsführer der Care Solutions GmbH. „Die Systemzugänge sind mittels biometrischer Authentifizierung, also einem ‚digitalen Fingerprint‘, gesichert. So haben nur befugte Ärzte und Pflegepersonen Zugriff auf die sensiblen Informationen.“ Zudem kann durch die Authentifizierung jederzeit nachvollzogen werden, wer Daten gelesen oder bearbeitet hat. Die Daten werden in ordenseigenen Rechenzentren gesichert. Auch im Falle einer Störung ist das System technisch so abgesichert, dass es rund um die Uhr verfügbar ist und die gesamte Akte in lesbarer Form für Pflege und Medizin zur Verfügung steht.

Bessere Entscheidungsfindung

Durch die höhere Dokumentations- und Informationsqualität können die benötigten Behandlungen und Pflegemaßnahmen schneller erfasst und umgesetzt werden. „Der Arzt hat einen diagnostischen und therapeutischen Gesamtüberblick und kann seine Entscheidungen auf Basis vollständiger und aktuellster Informationen treffen“, erläutert Univ.-Prof. Ing. Dr. Gerhard Stark, Ärztlicher Direktor der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder. „Das Vorliegen der kompletten Informationen ermöglicht es zudem, eine rasche und kompetente Auskunft zur Behandlung zu geben.“ Mehrfachuntersuchungen können vermieden, Fehldiagnosen und Medikamentenunverträglichkeiten minimiert werden.

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