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09.11.2017 Klaus Lorbeer/pi

Neue ISO-Lösungen für die Sharing Economy

Ob Taxi, Unterkunft für eine Reise oder Hilfe im Haushalt - all diese Dienstleistungen werden bereits über ausgeklügelte Websites und Apps angeboten - und stellen dabei traditionelle Geschäftsmodelle in Frage. Dem nimmt sich nun die ISO, die Internationale Organisation für Normung, an und will mit einem neuen International Workshop Agreement (IWA) ein Fundament schaffen, auf dem weitere standardisierte Lösungen für die Sharing Economy aufbauen können.

Ein Beispiel der Sharing Economy ist Bike Sharing. Im Bild die Fahrräder eines Bike-Sharing-Anbieters in Wien.

Ein Beispiel der Sharing Economy ist Bike Sharing. Im Bild die Fahrräder eines Bike-Sharing-Anbieters in Wien.

© Austrian Standards

Die Sharing Economy - darunter versteht man allgemein, dass sich Menschen vernetzen und ihre Ressourcen oder Kapazitäten denjenigen anbieten, die sie gerade benötigen - ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen und wird als neues Geschäftsmodell von vielen Unternehmen umgesetzt. Zwei bekannte Beispiele dafür sind Airbnb und Uber, die ausschließlich auf der Basis des Teilens Veränderungen in ihrer jeweiligen Branche vorantreiben.

Die Herausforderungen der Sharing Economy bewältigen
Aber dieses neue Geschäftsmodell bringt auch Herausforderungen mit sich - unter anderem in den Bereichen Besteuerung, Gesundheit und Sicherheit, Datenschutz und Arbeitsrecht. In Reaktion auf diese Herausforderungen der Sharing Economy hat die kanadische Normungsorganisation Standards Council of Canada SCC einen Workshop organisiert. Daraus ist das neue ISO Workshop Agreement IWA 27 "Grundprinzipien und Rahmen für die Sharing Economy" entstanden, das Lösungen für wirkungsvolle und effiziente kollaborative Wirtschaftsformen aufzeigt. Diese konkreten Leitlinien wurden von Expertinnen und Experten aus 15 Ländern aus den Bereichen Konsumentenschutz, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft einvernehmlich angenommen. 

IWA 27 bietet einen Rahmen für die Entscheidungsfindung und für Maßnahmen im Zusammenhang mit wesentlichen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen und Chancen der Sharing Economy. Es unterstützt Behörden dabei, mit Veränderungen Schritt zu halten, ermöglicht Hilfestellung bei der Politikgestaltung und verbessert den Schutz für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für die Wirtschaft. 

Ziel des IWA 27 
Das Ziel des IWA 27 ist es
- allgemeine Grundsätze für die Sharing Economy zu formulieren,
- den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren zu fördern, um Herausforderungen im Zusammenhang mit den Geschäftsmodellen der Sharing Economy zu meistern,
- die Entwicklung innovativer Lösungsansätze für diese Herausforderungen über mehrere Dienstleistungsbranchen hinweg zu fördern,
- Lösungen in Form von Standards vorzuschlagen, die genutzt werden können, um auf plötzlich aufkommende Erfordernisse auf dem Markt oder in der öffentlichen Politik zu reagieren oder um auf ihrer Grundlage einen Internationalen Standard (ISO) zu erarbeiten. 

Das neue IWA kann als Leitfaden für das Arbeiten in der Sharing Economy genutzt werden und könnte auch Basis für eine künftige nationale oder internationale Norm sein. Die "IWA 27 Guiding principles and framework for the sharing economy" können über Austrian Standards hier bezogen werden. 

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