Deutsche Bürger sehen wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle Deutsche Bürger sehen wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle - Computerwelt

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09.11.2017 Klaus Lorbeer/pi

Deutsche Bürger sehen wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle

Flächendeckende Hackerangriffe oder die Erpressersoftware WannaCry – die große Mehrheit der Deutschen macht sich Sorgen um einen Anstieg der Internetkriminalität und wünscht sich mehr Einsatz von der Politik. Laut einer aktuellen Umfrage des Bitkom sind 85 Prozent der Meinung, dass die Bedrohung durch Internetkriminalität immer größer wird.

Bitkom-Präsident Achim Berg

Bitkom-Präsident Achim Berg

© Bitkom

Laut einer repräsentativen Befragung des deutschen Digitalverbands Bitkom von 1.017 Internetnutzern ab 14 Jahren, sagen 79 Prozent, dass die Politik mehr Geld in spezielle Polizeieinheiten investieren sollte, die gezielt gegen Internetkriminalität vorgehen. Damit ist die Cyberbedrohung auch in der realen Welt angekommen, weswegen sich die Polizei auch im Internet zeigen und dort auf Streife gehen müsse, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg und fordert: "Strafverfolgung muss im Cyberraum ebenso selbstverständlich sein wie in der analogen Welt. Jeder Einzelne sollte sich im Netz selbst bestmöglich schützen, aber auch die Behörden sind in der Verantwortung. Es sind viel zu wenige Polizisten online unterwegs und zeigen in Foren oder sozialen Netzwerken Gesicht."

Die große Mehrheit der Computernutzer ergreift heute schon Maßnahmen, um sich vor Cyberkriminellen zu schützen. 88 Prozent geben an, dass sich auf ihrem privaten Gerät mindestens ein Sicherheitsprogramm befindet oder sie einen Sicherheitsdienst nutzen. Virenschutzprogramme setzen 81 Prozent ein, eine Firewall 61 Prozent. Jeder Vierte, der privat einen Computer oder ein Smartphone nutzt (27 Prozent), gibt zudem an, dass er die eingebaute Kamera an den Geräten abklebt, da es Hackern immer wieder gelingt, über diesen Weg heimlich Aufnahmen zu machen.
Doch trotz all dieser Schutzmaßnahmen haben rund zwei Drittel der Internetnutzer (62 Prozent) das Gefühl, dass sie es gar nicht merken würden, wenn Fremde ihren Computer oder ihr Smartphone ausspionieren würden. Und nur jeder Dritte (34 Prozent) sieht sich selbst in der Lage, seine Geräte ausreichend vor Angriffen durch Cyberkriminelle zu schützen. Zugleich würde sich aber ebenfalls nur jeder Dritte (36 Prozent) gerne weiterbilden, um sich im Internet selbst besser schützen zu können. Berg: "Wissen über Gefahren im Netz und die richtigen Schutzmaßnahmen sind wichtige Bausteine im Kampf gegen Cyberkriminelle. Wir müssen dieses Wissen in der Schule und im Beruf vermitteln. Jeder Einzelne muss nicht nur aufgefordert werden, sich verantwortungsbewusst und sicher online zu bewegen, er braucht dazu auch die nötigen Informationen und Instrumente."

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