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29.11.2017 pte

Facebook: KI-Technik löscht Terror-Propaganda

99 Prozent der Postings von IS oder Al-Qaida werden automatisch erkannt.

Facebook unterbindet IS-Propaganda.

Facebook unterbindet IS-Propaganda.

© Flickr.com/Karl-Ludwig Poggemann

Facebook setzt im Kampf gegen Terror-Propaganda auf Künstliche Intelligenz (KI). Dem Konzern nach werden 99 Prozent der Postings, die mit Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat (IS) oder Al-Qaida in Verbindung stehen, mithilfe von automatischen Technologien aufgespürt und gelöscht, noch bevor sie von Usern überhaupt gemeldet werden. Die neue Methode soll nicht nur bei Texten funktionieren, sondern auch bei Bildern und Videos.

Software übernimmt Kontrolle
"Unsere Bemühungen, gegen extremistische Inhalte auf unserer Website vorzugehen, laufen nun wesentlich systematischer ab als in der Vergangenheit. Wir arbeiten hierfür mit verschiedenen Partnern zusammen und nutzen intern unterschiedliche Techníken", zitiert "BBC News" aus einem Facebook-Statement. Prinzipiell setze man zwar weiterhin auf einen Mix aus menschlichen Prüfern und Software. "Die primäre Kontrolle übernehmen aber zunehmend automatische Systeme", heißt es von Facebook.

Diese greifen dem Online-Netzwerk zufolge auf spezielle KI-Algorithmen zurück, um ungewolltes Propagandamaterial aufzuspüren. "Wir verwenden textbasiertes maschinelles Lernen, bei dem Software über Zeit beigebracht wird, selbst herauszufinden, ob bestimmte Postings ein Problem sein könnten oder nicht." Ähnlich funktioniere das auch mit Bild- und Videomaterial. Jedes Foto oder Video verfügt nämlich über einen eindeutigen "ditigalen Fingerabdruck", der, wenn er einmal als problematisch eingestuft wurde, sofort wiedererkannt werden kann. "So lassen sich betreffende Inhalte rasch löschen", betont Facebook.

KI noch nicht fehlerfrei
Facebooks KI-Sytem arbeitet aber noch nicht fehlerfrei. "Es braucht noch viele Jahre Entwicklungszeit, um diese automatische Kontrolle zu perfektionieren", räumt Monika Bickert, Facebooks Global Policy Chief, ein. Zum Beispiel konzentriert sich die Software derzeit nur auf den IS und Al-Qaida. "Wir haben diese Gruppen ausgewählt, weil sie global gesehen die größte Gefahr darstellen. Wenn wir auch andere Terrorgruppen miteinbeziehen wollen, ist das gar nicht so leicht, weil es sehr große sprachliche und stilistische Unterschiede in deren Propaganda geben kann", erläutert Bickert.

In Zukunft soll es dann mittels KI-Technik auch möglich sein, nicht nur Content auf der Seite zu kontrollieren, sondern auch das Verhalten zu analysieren und einzustufen, was hinter einzelnen Accounts steht. "Wir wissen aber, dass es ein Katz-und-Maus-Spiel ist. Diejenigen, die einen Vorteil aus der enormen Reichweite von Social-Media-Seiten ziehen wollen, werden alles dafür tun, um auch automatische Kontrollen zu umgehen", so die Facebook-Expertin abschließend.

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