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04.05.2009 Oliver Weiss

Kein Vertrauen in Online-Shopping

Aus Angst vor Betrug verzichten viele Österreicher auf Online-Shopping: 2008 wurden hierzulande um 3 Prozent weniger Waren online verkauft.

Österreich hat beim Einkaufen übers Internet im Vorjahr den prozentuell stärksten Rückgang innerhalb der EU verzeichnet. Laut einer Eurobarometer-Studie wies Österreich 2008 mit minus drei Prozent gegenüber 2007 die größte Abnahme auf. Schweden legte mit plus 16 Prozent am deutlichsten zu. Der Durchschnitt der 25 EU-Staaten - Rumänien und Bulgarien waren in dieser Untersuchung ausgenommen - lag bei plus sechs Prozent.

Die EU-Kommission kündigte wegen des insgesamt gestiegenen Online-Shoppings einen neuen "Online-Führer für EU-Konsumenten" an. Denn: Insgesamt würden 65 Prozent der Internet-User nicht über ihre Rechte Bescheid wissen, was den grenzüberschreitenden Einkauf betrifft. 30 Prozent haben starke Zweifel über die Sicherheit des Internet und 42 Prozent wollen lieber keine finanziellen Überweisungen online abwickeln. Obwohl ein Drittel der Konsumenten Waren aus anderen Ländern kaufen wollten, weil sie billiger oder besser sind, machen es tatsächlich nur sieben Prozent. Der neue "Online-Führer für EU-Konsumenten" wird am 5. Mai von EU-Medienkommissarin Viviane Reding und EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva präsentiert.

Befragt nach den Unsicherheiten im Internet und dem Erhalt von Spam-Mails lagen die Portugiesen mit 83 Prozent an erster Stelle, Österreich weist 67 Prozent auf (siebenter Platz), der EU-Schnitt beträgt 65 Prozent und Schlusslicht ist die Slowakei, wo sich nur 31 Prozent durch Spam belästigt fühlen. Die Tendenz ist jedoch in Zeiten der Wirtschaftskrise steigend: Im März 2009 suchten erstmals mehr als 1.000 Online-Konsumenten innerhalb nur eines Monats Hilfe beim Internet-Ombudsmann, der größten Online-Streitschlichtungsstelle Österreichs. Online-Anbieter greifen immer öfter zu Tricks, um an zusätzliche Einnahmen zu kommen – gleichzeitig gehen private Schnäppchenjäger immer mehr Risiken ein, um vermeintlich Kosten zu sparen.

"Wenn die negative Entwicklung des ersten Quartals so weiter geht, könnten 2009 über 11.000 Streitschlichtungsfälle mit enormen Schadenssummen auf uns zukommen. Das wäre ein Anstieg von Problemen beim Online-Shopping um beinahe 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", erklärt Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann. Eine Entwicklung, die zum Teil erklärt, warum Österreich innerhalb der EU beim Online-Shopping den stärksten Rückgang verzeichnet hat.

Auch neue Zahlen von Gartner rund um das Thema Sicherheit beim Online-Shopping belegen die Unsicherheit der Anwender: 15 Prozent verzichten aus Angst vor Betrug auf Online-Shopping. Und 59 Prozent haben ihre Online-Aktivitäten bereits dementsprechend angepasst. Dieses Verhalten hat laut Gartner durchaus seine Berechtigung: Der durch Datenmissbrauch entstandene finanzielle Schaden ist im Jahresvergleich um 47 Prozent angestiegen.

Ein weiterer Grund für den Rückgang von Online-Shopping ist die Versorgung mit Breitband-Internet: Der EU-Schnitt beträgt 48,56 Prozent. Spitzenreiter ist hier Dänemark mit 74,07 Prozent, am unteren Ende befindet sich Rumänien mit 13,30 Prozent. Österreich liegt mit 54,50 Prozent über dem Schnitt der EU-27 von 48,56 Prozent. Eine Quote, die für ein modernes Land wie Österreich unbefriedigend ist. Denn ohne Breitband wird es auch keine Nutzung neuer Dienste geben. (apa/oli)

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