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06.05.2009 Edmund Lindau

Wo bleibt die Politik? Stillstand bei E-Health

Wenn Österreich im Bereich E-Health eine ähnliche Vorreiterrolle wie bei E-Government spielen will, müssen noch Kraftanstrengungen unternommen werden.

Wien – Dass E-Health als große Chance für Gesundheitsdienstleister wie Patienten begriffen werden müsse, darüber waren sich die Teilnehmer der Conect Informunity Tagung »E-Health und Krankenhausinformationssysteme« im Wiener Krankenanstaltenverbund einig.

Über den Weg dorthin bzw. die aktuelle Schwerpunktsetzung von Politik, Dienstleistern und Wirtschaft herrschte hingegen geteilte Meinung. Clemens Auer, Sektionschef im Bundesministerium für Gesundheit, ortete in seiner Eröffnungsrede jedenfalls Bewegung bei der Umsetzung des elektronischen Gesundheitsaktes (ELGA). Er zeigte sich davon überzeugt, dass durch ELGA Doppelgleisigkeiten im öffentlichen Gesundheitssystem vermieden und Ressourcen geschont werden können. »Profitieren wird in letzter Konsequenz vor allem der einzelne Patient«, sagte Auer in seiner Keynote. »Jetzt geht es darum, lokale Ängste zu überwinden und Patienten und Gesundheitsdienstleister vom Nutzen zu überzeugen.«

Auer berichtete über den Fahrplan des Bundes, um ELGA in den kommenden Jahren auf Schiene zu bringen und gesetzliche Unsicherheiten zu beseitigen. Neben der Schaffung und Umsetzung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, gilt es eine Reihe von Pilotprojekten auszutesten. Zu den Kernanwendungen zählen E-Medikation, E-Labor, E-Radiologie und E-Entlassung. Wichtig sei deshalb, zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft die Basis-Infrastruktur auf die Beine zu stellen. Auer warnte vor »einsamen« proprietären Lösungen. Vielmehr handle es sich bei E-Health um ein Thema von europäischer Dimension. Daher gelte es, sich sowohl in technischer als auch mentaler Hinsicht zu öffnen und Sektoren wie grenzüberschreitende Lösungen zu entwickeln. Mit Partnern aus der Wirtschaft soll die Basis-Infrastruktur nun auf den Weg gebracht werden.

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