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06.05.2009 Oliver Weiss

Ungestillter Hunger nach Bandbreite

Wir erleben derzeit einen Paradigmenwechsel in der Telekommunikationsbranche, erklärt Dietmar Appeltauer.

Wien – »Wir erleben derzeit einen Paradigmenwechsel in der Telekommunikationsbranche«, erklärt Dietmar Appeltauer, Leiter der Region Zentral- und Osteuropa beim Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN). »Der Bedarf an Bandbreite steigt und steigt.« Einer der Gründe dafür ist die vielzitierte Nutzung von Videodiensten wie Youtube, was zur Folge habe, dass »nicht nur Download- sondern auch Uploadraten ständig erhöht werden müssen«. Weltweit wird der Datenverkehr bis 2013 um das Hundertfache ansteigen, wobei zwei Drittel auf die Industrieländer entfallen, prognostiziert NSN. Die Zahl der digitalen Anschlüsse werde im selben Zeitraum von aktuell 400 auf 700 Millionen ansteigen. »Wir bewegen uns eindeutig in Richtung Gigabit-Gesellschaft«, fasst Appeltauer die Entwicklung zusammen. Seiner Meinung nach sind nun die Netzbetreiber unter Zugzwang: Sie müssten in fortschrittliche Kupfer- und Glasfasernetze investieren, um mit diesem Paradigmenwechsel Schritt halten zu können. NSN liefert die dafür notwendige Technik – das aktuelle Portfolio an Breitbandtechnologien war im Rahmen einer Roadshow im Museumsquartier in Wien zu sehen.

Die derzeitige Situation in Österreich bezeichnet Appeltauer als unbefriedigend. Vier von fünf Österreichern haben keinen Festnetzbreitbandanschluss. Die Festnetz-Breitbandabdeckung beträgt damit in Österreich derzeit nur 48 Prozent der Haushalte, beziehungsweise 1,74 Millionen Anschlüsse. Damit liegt Österreich im Festnetz-Breitband-Bereich hinter seinen Nachbarn Deutschland und Schweiz. »Besonders die ländlichen Gebiete hinken in Österreich nach wie vor hinterher«, kritisiert Appeltauer. Im März wurde im Rahmen der europäischen Konjunktur-Pakete zwar ein Investitionspaket von fünf Milliarden Euro für den Breitband-Ausbau beschlossen. Davon entfallen jedoch nur 56,4 Millionen Euro auf Österreich. Das ist Appeltauer zu wenig, er will mehr Unterstützung vom Staat.

Um die Wichtigkeit des Netzausbaus zu verdeutlichen, präsentierte NSN zudem eine aktuelle Studie: Breitband-Investitionen haben demnach eine positive und statistisch signifikante Auswirkung auf die Produktivität eines Landes. Die von der London Business School durchgeführte Untersuchung prognostiziert beispielsweise für Amerika einen Anstieg des BIP um knapp 100 Milliarden Dollar bei einer Bereitstellung von zusätzlichen zehn Breitbandanschlüssen auf 100 Einwohner. »Eine gut ausgebaute Breitbandinfrastruktur treibt die Einführung fortschrittlicher Dienste, die hohe Bandbreiten benötigen, weiter voran und bildet zudem die Basis für Wirtschaftswachstum«, so Appeltauer.

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