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07.05.2009 apa/Michaela Holy

Überwachung größtes Risiko bei sozialen Netzwerken

Facebook und Co sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei werden diese Plattformen von den Nutzern durchaus auch kritisch gesehen.

Mehr als die Hälfte (55,7 Prozent) betrachten die wirtschaftliche und politische Überwachung als das größte Risiko der neuen Sozial-Netzwerke. Sie haben wenig Freude mit Werbung, die aus den im Netz hinterlassenen Daten auf die persönlichen Interessen zugeschnitten wird.

Doch die Vorteile überwiegen: 60 Prozent von knapp 700 in Salzburg befragten Studenten schätzen die Möglichkeit, soziale Kontakte über diese Seiten zu pflegen, als den größten Vorteil. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche die eTheory-Forschungsgruppe an der Universität Salzburg durchgeführt hat. "Die User stehen der Nutzung ihrer Daten für Werbezwecke kritisch gegenüber, sehen aber wenig Alternativen, weil die Vorteile der Kommunikationsplattform für sie eindeutig überwiegen", fasste Studienautor Christian Fuchs im Gespräch mit der APA das Ergebnis zusammen.

Insgesamt wurden 674 Studierende in der Stadt Salzburg über ihr Nutzungsverhalten sowie ihren Umgang mit den Werbeoptionen befragt. Die meisten Studierenden - 88,3 Prozent - sind bei studiVZ eingetragen. Am zweithäufigsten wurde Facebook mit 39,5 Prozent genannt, MySpace kam mit 15,9 Prozent auf Platz drei. "Es gibt eine starke medienökonomische Konzentration im Bereich der Sozial-Netzwerk-Seiten - einerseits bei der Nutzung, andererseits bei den Gewinnen aus Werbeeinnahmen", sagte Fuchs.

Recht unterschiedlich ist das Wissen der Nutzer der einzelnen Plattformen über das, was mit ihren Daten konkret passiert: Rund 90 Prozent der Nutzer von studiVZ wissen gut bis sehr gut Bescheid darüber, wie ihre Daten von der Plattform verwendet werden dürfen. Bei den MySpace-Nutzern wissen das 50 Prozent, bei Facebook nur 23 Prozent, erläuterte Fuchs.

Dieses Wissen schlägt sich in konkreten Handlungen nieder: So haben 70 Prozent der befragten Nutzer von studiVZ die Standardwerbeoption in den Nutzungsbedingungen deaktiviert und damit die Verwendung ihrer Daten zu Werbezwecken untersagt. Bei Facebook sind das nur 35 Prozent, bei MySpace nur 22 Prozent. Fuchs hat für diese Unterschiede auch eine Erklärung: studiVZ hatte 2008 die Nutzungsbedingungen verändert und die Möglichkeit der personalisierten Werbung eingeführt.

Die damit losgetretene Diskussion im Netz führte dazu, dass viele Teilnehmer die Werbeoption deaktiviert haben. Das Bewusstsein über die Möglichkeit, die Verwendung der Daten einzuschränken, fehle bei den anderen Plattformen, weiß Fuchs. Fuchs empfiehlt kommerziellen Internetplattformen, die auf der Speicherung persönlicher Daten basieren, grundsätzlich kritisch gegenüberzutreten und auf die Nutzungsbedingungen zu achten.

Insgesamt sehen zwei Drittel der Befragten die Überwachung im Netz kritisch oder sehr kritisch, das Wissen über konkrete Formen der Datenüberwachung - wie etwa die Vorratsdatenspeicherung - fehlt aber: 82 Prozent gaben an, dass sie nur wenig über Entwicklungen in der Datenüberwachung in Europa wissen.

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