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18.05.2009 apa/Rudolf Felser

Qimonda: Streit um Treuhand-Vorstoß

Die Rettung des insolventen deutschen Speicherchip-Herstellers mit einer Treuhand-Lösung ist im Bundesland Sachsen heftig umstritten.

Die Rettung des insolventen deutschen Speicherchip-Herstellers Qimonda mit einer Treuhand-Lösung ist im Bundesland Sachsen als wichtigstem Produktionsstandort heftig umstritten. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte die Anwendung des Treuhand-Modells für Opel bei Qimonda ins Gespräch gebracht.

Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) will zunächst prüfen, ob die Idee für Opel überhaupt auf Qimonda übertragbar ist. "Im Gegensatz zu Opel ist Qimonda bereits insolvent und produziert nicht mehr", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zudem liege im Gegensatz zum Autobauer bei Qimonda nach wie vor kein konkretes Angebot eines Investors auf dem Tisch.

KEINE INVESTOREN IN SICHT "Während man bei Opel durch die potenziellen Investoren noch Brücken bauen kann, fehlen derzeit bei Qimonda die möglichen Investoren, zu denen man eine staatliche Treuhandbrücke schlagen kann", sagte Jurk der dpa. "Außerdem setzt das angedachte Treuhand- Modell eine staatliche Trägerbank voraus." Sachsen hatte seine massiv in Schieflage geratene Landesbank notverkauft.

Tillich hält als Weg zur Rettung von Qimonda die Überführung in eine Treuhandgesellschaft für möglich. "Was für die einen gilt, muss grundsätzlich auch für uns gelten", sagte er der "Dresdner Morgenpost". Die Lösung soll dem Insolvenzverwalter Zeit für die weitere Suche nach Investoren verschaffen und Qimonda für Interessenten attraktiver machen.

Der Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé begrüßte den Treuhand-Vorstoß prinzipiell. "Wir unterstützen alle Lösungen, die zum Erhalt von Qimonda beitragen, sofern sie insolvenzrechtlich machbar sind", sagte er, verwies aber darauf, dass nach wie vor kein belastbares Angebot eines Investors vorliege. Anfang Mai waren die noch knapp 500 in Dresden verbliebenen Beschäftigten bei Qimonda zuletzt über die Lage informiert worden. Qimonda benötigt schnell Hilfe. Andernfalls droht dem einst 3.000 Mitarbeiter zählenden Dresdner Unternehmen die endgültige Abwicklung. Auf einen Investor kommen Kosten im dreistelligen Millionenbereich zu.

Am 1. April war das Insolvenzverfahren für die Infineon-Tochter eröffnet worden. Grund waren finanzielle Probleme aufgrund des Preisverfalls bei Halbleitern. Ursprünglich hatte das Unternehmen weltweit 12.000 Beschäftigte, davon 4.600 in Deutschland - in Dresden und München. Rund 2.450 Mitarbeiter der beiden Standorte wechselten in Transfergesellschaften - davon etwa 1.900 aus Dresden. Eine Restmannschaft kümmert sich um den Stand-by-Betrieb, damit die Produktion sofort wieder hochgefahren werden kann. (apa)

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